Informationen und Impulse für das Corona-Zeitalter
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November 2021

Agamben spaltet im Hinblick auf Corona seit dem Frühjahr 2020 Italien. Und auch in der Schweiz liest man dank der „Neue Zürcher Zeitung“ ausführlich von ihm. Dies mag seine Gründe auch darin haben, dass der hoch angesehene Philosoph Agamben in den katholischen Hochburgen mit seinen Thesen auf offene Ohren trifft. Nun ja, jedoch inmitten der Krise halt der Denker damit auch nicht überall auf Zustimmung. Aber vielleicht erst einmal der Reihe nach: Ende Februar 2020 erschien in Italien sein Artikel „Die Erfindung einer Epidemie“ in „Il manifesto“. Darin spricht er von „hektischen, irrationalen und völlig grundlosen Notfallmaßnahmen“ bezüglich des coronalen Virus. Er unterstellt dem Gesamtgeschehen, dass es lediglich eine „vermutete Epidemie“ sei. Zwei Wochen später legt er in einem Blogbeitrag nach und erklärt, dass bereits die Idee einer Ansteckung „eine der unmenschlichsten Folgen“ der Italien beherrschenden Corona-Furcht sei. Er unterstreicht zugleich, dass die geltenden Dekrete faktisch jedes Individuum in einen potenziellen Überträger verwandeln. Dies wird von ihm mit früheren Terrorgesetzen verglichen, welche „faktisch

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Der slowenische Philosoph beschrieb es in Büchern und jetzt kommt sie näher, jene postapokalyptische Zeit wie sie sonst nur Hollywood-Produktionen anbieten. Dabei stellt er heraus, dass die aktuelle Epidemie über einen unapokalyptischen Charakter verfügt. Slavoj Žižek schlussfolgert in einem Artikel in der Welt, dass zwar unsere Welt zusammenbricht, aber dass sich dies hinzieht. Er stellt zudem fest, dass sich die aktuelle Realität nach keinem Filmskript richtet. Es müssen also dringend neue Drehbücher, Geschichten her. Diese sollen dann die Richtung vorgeben, in welche sich die Menschheit hin bewegen soll. Vielleicht, so der Philosoph, sollten wir akzeptieren, dass wir auch weiterhin in einer „viralen Welt" leben – werden. Und damit einer, die bedroht bleiben wird, denn selbst ein erfolgreicher Impfstoff kann nicht verhindern, dass bald schon die nächste Pandemie auf uns zukommen könnte. Das alles sagt der Star der europäischen Philosophie und verweist dann, auf unsere US-amerikanische Kulturschmiede in Kalifornien mit den Worten: „Was wir jetzt brauchen, ist Hoffnung am Horizont, was wir

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Eine andere Perspektive auf die Corona Pandemie und die Angst davor bietet Thomas Warren Campbell. Und ja, es handelt sich bei ihm um eine seltene Persönlichkeit aus den Bereichen Physik und Spiritualität. Zudem ist das einer, der bei Raumschiff Enterprice hätte mitspielen können und tatsächlich für die NASA arbeitet. Daneben schreibt dieser Thomas Warren Campbell, auch Tom Campbell genannt, solche Bücher, die Einstein gelesen hätte. Wie auch immer, er ist kein aktueller Superstar, aber wenn man in tausenden von Jahren auf uns schaut, könnte sein Name schnell fallen. Allerdings geht es hier nicht um zukünftige Memoiren, sondern um jenen Mann, den seine Freunde und Fans einfach Tom oder Tom Campbell nennen. In einem Interview mit einem Privatsender zum Thema Corona unterstreicht er dann auch gleich, dass es sich bei der Pandemie um die erste globale Krise handelt. Dies hat seine eigene Bedeutung. „Eine einfache Krise für einen selbst ist schlimm. Aber nun haben wir eine umfassende und eben eine, die uns eine

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Eine gute Philosophie: Der Harvard Philosoph Michael Sandel sieht in den aktuellen Protesten der Gesellschaft gegen die Beschränkungen rund um Covid-19 auch eine Rebellion gegen die Leistungseliten und deren Überheblichkeit. Der Professor an der renommierten Harvard Universität führt zudem an, dass die Corona- bzw. Covid-19 Pandemie die westlichen Industriegesellschaften noch weiter spalten könnte. So warnt der in Harvard Philosophie lehrende Sandel davor, dass viele Bürger wütend seien, weil sie fühlen, dass die wirtschaftlichen wie auch politischen Eliten in Wirklichkeit auf sie herabschauen. Als einen ersten Lösungsansatz führt er ins Feld, dass wir zunächst eine öffentliche Debatte darüber führen müssen, was eigentlich gesellschaftlicher Erfolg bedeutet und wie er aufgebaut wird. Dabei geht es seiner Meinung nicht nur um wirtschaftliche Ungleichheit und Fragen der Einkommensverteilung, sondern genauso müssen die kulturellen Aspekte der Ungleichheit diskutiert werden. [caption id="attachment_11392" align="aligncenter" width="2560"] Michael Sandel lehrt als Professor in Harvard Philosophie. Er nimmt Stellung zu Unruhen in der Gesellschaft und Covid-19.[/caption] Harvard? Bedeutet auch eine Gesellschaft mit Diskussionsfreude Im April 2020 stellte

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Corona? Ja, die Pandemie schult letztlich die Achtsamkeit beziehungsweise Awareness. Vor allem ist diese für den spirituellen Lehrer Eckhart Tolle eine besondere Lektion und Meditation. Er gibt dazu dann auch die entsprechenden Anweisungen wie auch intelektuellen Hinweise.   Eckhart Tolle verweist als spiritueller Lehrer darauf, dass sich viele Menschen vor der Krise rund um Corona ängstigen. Er erläutert als Hilfe die sogenannte Meditation der Achtsamkeit. Zuerst einmal beginnt er aber den Umstand zu hinterfragen, dass halt viele das aktuelle Geschehen als negativ, schlecht oder böse bewerten. Er verweist dabei auf Shakespeare, von dem das Zitat stammt: „Nothing is ever good or bad, but thinking made it so.”     Ein geistiges Experiment – für die Zeit von Corona Tolle erläutert, dass sich viele unglücklich machen, indem sie nicht bemerken, dass der Geist jeglicher Situation etwas hinzufügt. „Wir kommentieren und bewerten ständig. Aber das, was passiert, ist erst einmal das, was passiert.“ Es geht also seiner Meinung nach darum, etwas weder als gut noch schlecht zu interpretieren. Schlussendlich

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Nach Monaten der durch Corona verursachten Krise wirken die Menschen müde wie in einem Burn-out. Der Soziologe Hartmut Rosa vermutet, dass uns allen die Energie ausgegangen ist. Hartmut Rosa, seines Zeichens renommierter Soziologe und Politikwissenschaftler, lässt in einem Zeit-Interview seine Gedanken um das Thema Corona weit zirkulieren. Ist es nun ein Burn-out oder eine Energieausbruch – oder beides? Zuerst einmal beginnt Rosa mit dem US-amerikanischen Soziologen Randall Collins. Jener breitet in seinem Werk den Begriff der emotionalen Energie aus. Daneben wird der Literaturwissenschaftler Stephen Greenblatt erwähnt. Letzterer hat ein Konzept sozial zirkulierender Energie vorgeschlagen, welche beispielsweise auch von den Werken Shakespeares ausgehen soll. Außerdem wir der französische Philosoph Tristan Garcia erwähnt, nach dem sich in modernen Gesellschaften ein intensives Leben zum Standard entwickelt hat. Last but not least wird auf Lévi-Strauss verwiesen, der sogar von heißen und kalten Gesellschaften spricht.   „Corona-Mehltau", sagt der Soziologe Hartmut Rosa, liege auf der Gesellschaft. Unmengen von Energien – lassen uns staunen Soziale Energie, drückt sich nach Rosa, in rasenden

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Ein Denker philosophiert in der Krise: In Sachen Philosophie & Pandemie sieht Richard David Precht in einem Interview generell gesellschaftliche Chancen. Zu den Chancen der Pandemie Krise kommt Richard David Precht aber dann erst einmal später. Zuerst einmal ist da dieses Stakkato des „Schneller, Höher, Weiter, Mehr“, welches dem Starphilosophen generell aufstößt. Er begrüßt es daher, wenn das jetzt durch Corona endet, denn „eigentlich geht es auch ohne“. Der deutsche Philosoph mag den Gedanken, dass wenn wir hier und da langsamer rudern oder dass einiges vom jetzigen Stillstand auch längerfristig so bleibt. Als Beispiele führt er an, dass die innerdeutschen Flüge durchaus für immer eingestellt bleiben können. Zudem hätten sich diese schon vor Corona wirtschaftlich nicht gerechnet. Darüber führt er an, dass das freundliche und symbolische Klatschen für Pflegekräfte zwar schön und gut sei, aber darüber dann auch die vielen Pflegerinnen und Pfleger anständig bezahlt werden sollten. David Precht geht aber schließlich noch weiter und stellt die Ökologie als wichtiger heraus als

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Bruno Latour? Qui, er ist nicht erst seit der Pandemie ein renommierter Soziologe und man kennt ihn nicht nur in Frankreich. Und ja, dieser nachdenkliche Denker hat sich fast schon unbemerkt außerhalb der Soziologie zu einem französischen Starphilosophen und -denker entwickelt. Letzteres gelang mit mutigen und für trockene Soziologen eigentlich kuriosen Thesen, aber dafür ohne französisches Tamtam oder Chichi. Der Mann denkt vor allem äußerst umfassend. Und er ist zudem einer der wenigen Intellektuellen, die sich bereits zu Beginn der Pandemie eine Nach-Corona-Welt vorstellen konnten. Wie heißt es so schön: Chapeau! -- -- -- Ein Soziologe & ein sehr tiefgehender Aufsatz Es geht um einen Ende März 2020 veröffentlichten Aufsatz mit dem Titel: „Imaginer les gestes-barrières contre le retour à la production d’avant-crise“. Darin nimmt der Autor an, dass die Pandemie eigentlich nur eine kleine Krise ist, welche in eine größere und unumkehrbare ökologische Krise eingebunden ist. Sein Vorschlag: Die Gegenwart zu nutzen, um andere Wege für die Zukunft zu finden. Denn: „Die erste Lektion des

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Der Dalai Lama betont als berühmtester Vertreter des Buddhismus aus Tibet, dass sich die kommenden Probleme im Zusammenhang mit Corona nur durch koordinierte, globale Aktionen bewältigen lassen. Um es gleich zu sagen, dem berühmten Dalai Lama geht es in seinen Aussagen zum Thema Corona nicht sonderlich um Buddhismus oder Tibet. Vielmehr erläutert er diesbezüglich seine Vision für eine bessere Zukunft. Daneben sieht er in Zeiten von Corona die Menschheit in der Pflicht, sich daran zu erinnern, dass niemand frei von Leid ist. Man sollte daher die Hand jenen reichen, denen es an Häusern, Ressourcen oder Familie fehlt. Denn diese Krise zeigt allen Menschen, dass sie nicht voneinander getrennt sind. Dies gilt selbst im Fall einer örtlichen Trennung. Der Ausbruch von Corona zeigt wiederum, dass das, was dem einen widerfährt, sich bald schon auf jeden anderen auswirken kann. Insofern hat eine mitfühlende oder konstruktive Handlung, ob nun helfend oder lediglich als Beobachter, das Potenzial, besonders vielen zu helfen.   [caption id="attachment_11272" align="aligncenter" width="2560"] Der Dalai

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Der Schriftsteller Jonathan Franzen, Autor von Romanen wie „Die Korrekturen" oder „Freiheit" erklärt in einem Interview mit der norwegischen Zeitung Vårt Land zuerst einmal, dass es schwierig sei, während des Frühjahrs 2020 etwas über die Pandemie und die Krise rund um Corona zu sagen.   Franzen tat es dann aber in diesem Anfang April 2020 geführten Interview doch, nachdem er noch zu bedenken gab, kein guter Wahrsager zu sei. Vor allem verspürt Franzen eine Angst davor, dass der Virus dem Silicon Valley und somit der Tech-Industrie unsere gesamte Zukunft in die Hände spielt. Nichts, so unterstreicht er, will diese Industrie mehr, als dass die Menschen zuhause bleiben. Eben dort soll man dann nichts anderes mehr tun, als auf Bildschirme zu starren. „Sie, also die Menschen vom Silicon Valley, möchten nichts weiter, als jedes lokale Unternehmen zerstören und alles nur noch im Internet käuflich machen", gibt er weiterhin zu bedenken.   Fortschritt – ja oder nein? Auf die abstrakte und zugleich kuriose Frage, ob es eine

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