Informationen und Impulse für das Corona-Zeitalter
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November 2021

Ein Denker philosophiert in der Krise: In Sachen Philosophie & Pandemie sieht Richard David Precht in einem Interview generell gesellschaftliche Chancen. Zu den Chancen der Pandemie Krise kommt Richard David Precht aber dann erst einmal später. Zuerst einmal ist da dieses Stakkato des „Schneller, Höher, Weiter, Mehr“, welches dem Starphilosophen generell aufstößt. Er begrüßt es daher, wenn das jetzt durch Corona endet, denn „eigentlich geht es auch ohne“. Der deutsche Philosoph mag den Gedanken, dass wenn wir hier und da langsamer rudern oder dass einiges vom jetzigen Stillstand auch längerfristig so bleibt. Als Beispiele führt er an, dass die innerdeutschen Flüge durchaus für immer eingestellt bleiben können. Zudem hätten sich diese schon vor Corona wirtschaftlich nicht gerechnet. Darüber führt er an, dass das freundliche und symbolische Klatschen für Pflegekräfte zwar schön und gut sei, aber darüber dann auch die vielen Pflegerinnen und Pfleger anständig bezahlt werden sollten. David Precht geht aber schließlich noch weiter und stellt die Ökologie als wichtiger heraus als

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Bruno Latour? Qui, er ist nicht erst seit der Pandemie ein renommierter Soziologe und man kennt ihn nicht nur in Frankreich. Und ja, dieser nachdenkliche Denker hat sich fast schon unbemerkt außerhalb der Soziologie zu einem französischen Starphilosophen und -denker entwickelt. Letzteres gelang mit mutigen und für trockene Soziologen eigentlich kuriosen Thesen, aber dafür ohne französisches Tamtam oder Chichi. Der Mann denkt vor allem äußerst umfassend. Und er ist zudem einer der wenigen Intellektuellen, die sich bereits zu Beginn der Pandemie eine Nach-Corona-Welt vorstellen konnten. Wie heißt es so schön: Chapeau! -- -- -- Ein Soziologe & ein sehr tiefgehender Aufsatz Es geht um einen Ende März 2020 veröffentlichten Aufsatz mit dem Titel: „Imaginer les gestes-barrières contre le retour à la production d’avant-crise“. Darin nimmt der Autor an, dass die Pandemie eigentlich nur eine kleine Krise ist, welche in eine größere und unumkehrbare ökologische Krise eingebunden ist. Sein Vorschlag: Die Gegenwart zu nutzen, um andere Wege für die Zukunft zu finden. Denn: „Die erste Lektion des

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Der Dalai Lama betont als berühmtester Vertreter des Buddhismus aus Tibet, dass sich die kommenden Probleme im Zusammenhang mit Corona nur durch koordinierte, globale Aktionen bewältigen lassen. Um es gleich zu sagen, dem berühmten Dalai Lama geht es in seinen Aussagen zum Thema Corona nicht sonderlich um Buddhismus oder Tibet. Vielmehr erläutert er diesbezüglich seine Vision für eine bessere Zukunft. Daneben sieht er in Zeiten von Corona die Menschheit in der Pflicht, sich daran zu erinnern, dass niemand frei von Leid ist. Man sollte daher die Hand jenen reichen, denen es an Häusern, Ressourcen oder Familie fehlt. Denn diese Krise zeigt allen Menschen, dass sie nicht voneinander getrennt sind. Dies gilt selbst im Fall einer örtlichen Trennung. Der Ausbruch von Corona zeigt wiederum, dass das, was dem einen widerfährt, sich bald schon auf jeden anderen auswirken kann. Insofern hat eine mitfühlende oder konstruktive Handlung, ob nun helfend oder lediglich als Beobachter, das Potenzial, besonders vielen zu helfen.   [caption id="attachment_11272" align="aligncenter" width="2560"] Der Dalai

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Der Schriftsteller Jonathan Franzen, Autor von Romanen wie „Die Korrekturen" oder „Freiheit" erklärt in einem Interview mit der norwegischen Zeitung Vårt Land zuerst einmal, dass es schwierig sei, während des Frühjahrs 2020 etwas über die Pandemie und die Krise rund um Corona zu sagen.   Franzen tat es dann aber in diesem Anfang April 2020 geführten Interview doch, nachdem er noch zu bedenken gab, kein guter Wahrsager zu sei. Vor allem verspürt Franzen eine Angst davor, dass der Virus dem Silicon Valley und somit der Tech-Industrie unsere gesamte Zukunft in die Hände spielt. Nichts, so unterstreicht er, will diese Industrie mehr, als dass die Menschen zuhause bleiben. Eben dort soll man dann nichts anderes mehr tun, als auf Bildschirme zu starren. „Sie, also die Menschen vom Silicon Valley, möchten nichts weiter, als jedes lokale Unternehmen zerstören und alles nur noch im Internet käuflich machen", gibt er weiterhin zu bedenken.   Fortschritt – ja oder nein? Auf die abstrakte und zugleich kuriose Frage, ob es eine

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Corona und Chancen? Ja, dieser Guru und Yogi namens Sadhguru aus Indien sprach schon beim Weltwirtschaftsforum in Davos wie auch vor der UN. Wen er da bekehrt hat, ist nicht bekannt. Aber würde man ihn mit dem Dalai Lama in einer Sache vergleichen, nämlich wer der lustigere ist, würde er glatt gegen den durchaus fröhlichen Tibeter gewinnen. Wen wundert es da, dass der Guru beziehungsweise Sadhguru selbst eine Vorlesung über den Corona-Virus am Ende noch in einen eigentlich zu lustig geratenen Weihnachtsabend umwandelt? Anders gesagt: Dieser Mann erkennt selbst in Zeiten von Corona beste Chancen für ein gelungenes Leben. Vielleicht zuerst ein paar typische Sätze von jenem, der sich da Sadhguru nennt und der gebürtig Jaggi Vasudev heißt: „Wir sind letztlich nur ein kleines Staubkorn im unermesslichen Universum, welches sich über einen für uns unendlichen Zeitraum erstreckt. Wenn übermorgen unsere Erde verschwindet, wird es niemand in diesem riesigen Kosmos bemerken.“ So und ähnlich lehrt der berühmte Sadghuru. Und auch der größte

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Der chinesische Künstler Ai Weiwei hat Chinas Maßnahmen rund um Corona in seinem Film „Coronation“ dokumentiert. Dabei hat der inzwischen in Cambridge lebende Weiwei die gesamte Regie seiner immerhin 115-minütigen Dokumentation von Europa aus geführt. Die meiste zeitgenössische Kunst ist Müll. Sie ignoriert den Menschen und ist arrogant. Ai Weiwei Insgesamt wurden von Ai Weiwei wohl an die 500 Stunden Filmmaterial für den Film über die Pandemie in China ausgewertet. Vielleicht ist aber das Besondere der Umstand, dass das alles anonym und unter Gefahr von chinesischen Bürgern erbracht wurde. Im Detail finden sich hier Drohnenaufnahmen von Wuhan ebenso wie Aufnahmen der Sicherheitskameras von Krankenhäusern oder solche, die Mediziner zeigen, welche an COVID-19 erkrankte Patienten behandeln.   Wuhans leere Straßen und Ai Weiweis politische Absichten Der Film selbst beeindruckt durch Bilder, wie man sie sonst nur aus dystopischen Filmen kennt. Jetzt aber sind die menschenleeren Straßen Wuhans ganz real, wie auch die uniformierte Parteigetreue, welche Krankenpfleger mit geballter Faust auf die kommenden Aufgaben einzustimmt. Die Bilder ziehen

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Robert Betz? Ist ein erfahrener spiritueller Lehrer, welcher sich auch auf dem Gebiet der Meditation hervorgetan hat. Und er ist einer, der mit abendländischem Bezug über die Tiefen des Lebens reflektieren kann. Eigentlich der richtige Mann, um uns über Corona und seine psychologischen Nebenwirkungen wie auch Chancen einmal aufzuklären. Aber der Reihe nach: Wie fühlt sich das eigene Leben eigentlich an? Das fragt Robert Betz gleich zu Beginn – und liefert auch prompt die Antwort: „Nein, sagt unser Herz, da stimmt etwas nicht.“ Als Resultat dieses Unwohlseins erschafft unser Unterbewusstsein Unfälle und Krankheiten. Das begründet Betz etwas lapidar damit, dass nun einmal die gesamte Welt um uns lediglich von uns selbst erschaffen wird. Der Schwenk zu Covid-19 und zum geschwächten eigenen Immunsystem liegt nun nah und eben darum geht es ja auch in diesem Vortrag. Betz erklärt nun den Menschen an sich, der eine Art Schwingungskörper ist. Somit endet der Mensch nicht mit der Außenhaut, sondern geht darüber hinaus. Und was in diesem gesamten

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Nach Markus Gabriel, seines Zeichen deutscher Philosoph, gibt es im Zeitalter von Corona kein Zurück mehr in eine frühere Normalität. Das ist eine Meinung und zugleich eine Ansage. Was an dieser Stelle folgt, das sind die nötigen Überlegungen. Daneben betont der deutsche Philosoph, dass eben dieses Früher selbstzerstörerisch war. Daher haben die Menschen systematisch an der eigenen Selbstausrottung gearbeitet. Da diese Vergangenheit nun einmal ein Irrtum war, muss man nach vorne denken. Gabriel weist zudem darauf hin, dass der westliche Mensch seit etwa 30 Jahren glaubt, dass ein in Wirklichkeit schlechtes Leben ein gelungenes sei. Insofern ist es nun an der Zeit für die Erkenntnis und Philosophie, dass ein gutes Leben nicht darin besteht, sinnlos Konsumgüter anzuhäufen.   [caption id="attachment_11471" align="aligncenter" width="2560"] Nach Meinung des Philosophen Markus Gabriel gibt es in Zeiten der Coronakrise kein Zurück in die Normalität. Seine Philosophie weist nach vorne.[/caption] Philosophisch: Vom Irrtum zum Potenzial Zuerst einmal sieht Gabriel gegenwärtig eine große „moralische Errungenschaft" in dem Umstand, dass unsere Gesellschaft bereit war

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Auch in Zeiten der Covid-19 Pandemie beeindruckt diese Geschichte: Yuval Noah Harari ist aktuell der weltweit berühmteste Historiker. Er legt ein neues Buch mit dem Titel „Sapiens" vor und erklärt Anfang 2021 die Impfung zur besten Erfindung der Welt. Daneben sprach der israelische Historiker Harari in einem Interview ausführlich über das Thema Pandemie beziehungsweise Corona. Der Bestsellerautor sieht eine neue Ära auf die Menschheit zukommen und warnt zugleich. Denn noch haben wir die Wahl, ob diese eine positive oder negative wird.   Homo Sapiens? Eine historische Einordnung – von Yuval Noah Harari Von Nach Yuval Noah Harari ist die aktuelle Pandemie bei weitem nicht so gefährlich wie vergangene Seuchen. „Das Coronavirus ist nicht der Schwarze Tod aus dem Mittelalter und auch nicht die Spanische Grippe von 1918“, denn diese waren seiner Meinung nach medizinisch weitaus desaströser. Demgegenüber stellt Harari die politischen wie auch wirtschaftlichen Aspekte, welche dramatischer erscheinen. Schließlich können die Auswirkungen auf diesen Gebieten sogar zum Kollaps der Weltordnung führen. Auf jeden Fall kommt

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Für den französischen Schriftsteller und Bestsellerautor Michel Houellebecq wird die Welt auch nach Corona keine bessere sein. Seiner Meinung nach werden wir nach der Eindämmung der Pandemie nicht in einer neuen und schöneren aufwachen. Michel Houellebecq beschreibt in einem Essays die Corona Pandemie. Das Schriftstück wurde als offener Brief an den Radiosender France Inter adressiert – und eben von dort Anfang Mai 2020 veröffentlicht. Im Text selbst sieht der bekannte Bestsellerautor aufgrund der allgemeinen Krise eine erneute Zunahme der bereits vorhandenen gesellschaftlichen Vereinsamung und Entfremdung. So verweist er darauf, dass seit einigen Jahren alle technologischen Entwicklungen die Reduzierung menschlicher Kontakte zur Folge haben. Er schlussfolgert, dass die Pandemie als hervorragender Vorwand für diesen durchaus folgenschweren Trend dient. Houellebecq hält andererseits die Entwicklung der Epidemie für bemerkenswert normal. Der Schriftsteller prognostiziert im Frühsommer 2020, dass Frankreich etwas besser wegkommen wird als Spanien oder Italien – jedoch schlechter als Deutschland.   [caption id="attachment_11384" align="aligncenter" width="2560"] Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq analysiert die Corona Krise. Der Bestsellerautor

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