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Alain Finkielkraut zeigt kein Verständnis für die Kritik an Regierungen

Für den französischen Philosophen Alain Finkielkraut handelt es sich bei der Corona-Krise um ein unvorhersehbares Ereignis. Zudem sieht er voreilige Schlussfolgerungen kritisch und lobt Staatschefs, welche dem „Primat der Politik“ folgen.

Vor allem hat Alain Finkielkraut, seines Zeichens Starphilosoph aus Frankreich, keinerlei Verständnis für die hasserfüllte Kritik der Intellektuellen an den Regierungen. Dies erläutert er alles ausführlich, da der französische Philosoph Robert-Walter Redeker den französischen Staatspräsidenten für jene Tote verantwortlich gemacht hatte, die sich am 15. März 2020 in den Wahllokalen mit Corona angesteckt hätten. Darüber hinaus hatten bereits Giorgio Agamben und Peter Sloterdijk dem Präsidenten unterstellt, eine banale Grippe zur Epidemie hochgespielt zu haben. Damit, so der Vorwurf, solle die totale Überwachung durch den Staat durchgesetzt werden.

 

 Ich weiß nicht, ob ewige Liebe existiert, aber ich weiß, dass es Wesen gibt, die es unendlich wert sind, geliebt zu werden. “
- Alain Finkielkraut

 

Finkielkraut kritisiert umfassend

In einem Interview Anfang Mai 2020 mit France Inter kritisierte Finkielkraut den „kriminellen Populismus“, welcher sich gegen die Regierung und ihre Maßnahmen zur Bewältigung der Coronavirus-Krise geformt hat. Der Philosoph erinnert dabei an ein Podium des Schauspielers Vincent Lindon, der die Regierungspolitik anprangerte und Anfang Mai von Médiapart veröffentlicht wurde. Finkielkraut sah darin „eine Philosophie, die alle Klischees sozialer Netzwerke aufgreift“.

Zudem verwies er darauf, dass er persönlich die staatlichen Beschränkungen (aufgrund der Corona Epidemie) dank der unerwarteten Rückkehr der Stille als einen Moment der Gnade erlebt habe. Allerdings machten ihn die Folgen des Tragens von Masken auf die sozialen Beziehungen traurig. Er sprach sich zudem gegen die diskutierte Idee aus, wonach eine bessere Welt die vorhergehende ersetzen könnte. Hierzu zitierte er Arthur Conte: „Die Gesellschaft besteht aus mehr Toten als Lebenden.“

 

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„Antirassismus ist der Kommunismus des 21. Jahrhunderts“

So lautet eine These Finkielkrauts. In einem Interview mit der Welt, erklärte der Philosoph aus Frankreich dann auch, dass wie in den USA auch in Europa die meisten Universitäten „unter Beschuss stehen“. Die „Dead White European Males“ und ihre Kultur seien an allem schuld, was sich auf der ganzen Welt verbreitet hat. Hierzu gehören vor allem Sklaverei, Kolonialismus oder Sexismus. Er erklärt schließlich den Erfolg dieser Bewegung damit, dass das schlechte Gewissen des Bürgertums viele Intellektuelle dazu brachte, sich auf die Seite der Arbeiterklasse zu schlagen. In der heutigen extremen Linken ist nun diese Beschämung, weiß zu sein, an die Stelle des bürgerlichen schlechten Gewissens getreten.

Jedoch konnte man die alten Privilegien nicht abstreifen. Damit gibt es keine Sühne und somit keine Erlösung. Wiederum begünstigt die eigene Scham ein Verhalten, welches darin gipfelt, dass so manche „berühmte Universität das Verschwinden der Weißen aus dem öffentlichen Leben feiert“. Insgesamt, so Finkielkraut, kommt es zu einem „Auto-Rassismus“, der seiner Meinung nach „zum erschütterndsten und groteskesten unserer Zeit“ gehört.

 

Alain Finkielkraut

Alain Finkielkraut (* 30. Juni 1949) ist ein französischer Philosoph und Mitglied der Académie française. Er lehrt Philosophie an der École polytechnique und moderiert eine Sendung des französischen Radiosenders France Culture. Finkielkraut gilt zudem als ein lautstarker Kritiker eines im Westen weit verbreiteten Kulturrelativismus.

 

Links:
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/franzoesische-kontroverse-niederlage-der-denker-in-corona-krise-16705488.html

https://www.i24news.tv/fr/actu/international/europe/1589878646-finkielkraut-a-denonce-un-populisme-penal-a-l-encontre-du-gouvernement

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