Informationen und Impulse für das Corona-Zeitalter
 

CF Corona Basics

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Corona Basics

Das neuartige Corona-Virus hat unser Leben nachhaltig verändert. Wir versorgen Sie mit Informationen zu Hintergründen, Testverfahren, Möglichkeiten der Therapie und Heilung sowie neuen medizinischen Entwicklungen.

 

 

Corona und Philosophie

Seit 4,5 Milliarden Jahren scheint die Sonne, und das mit zunehmender Helligkeit. Ihre Corona, ein leuchtender Ring mit höheren Temperaturen um das Sonnenzentrum, sehen wir mit bloßem Auge nur bei totaler Sonnenfinsternis. Die Sonne besitzt noch Brennstoff für mindestens weitere 13 Milliarden Jahre. So dürfen wir und unsere Nachfahren auch weiter täglich den Sonnenaufgang erleben. Den meisten von uns wird durch SARS-CoV2 nichts Schlimmes passieren, denn die Situation ist eine andere als zu Zeiten der Pest im Mittelalter oder zu Zeiten der Tuberkulose noch Anfang des zweiten Jahrtausends. Sie ist auch anders als in den letzten zwei Weltkriegen.

 

In Sachen Corona Zeit gewinnen

Das Virus nutzt uns Menschen als Wirte. Um Zeit zu gewinnen, verzögern wir daher die Virusvermehrung, indem wir uns möglicht kontaktfrei bewegen. Erstens geschieht dies, damit sich nicht alle fast gleichzeitig infizieren. Dadurch können, zweitens, Erkrankte besser versorgt werden. So haben diese eine bessere Chance zur Genesung. man bedenke: Schließlich können durchaus auch gesunde Menschen selbst in Kürze zu denen mit einem schwierigerem Krankheitsverlauf gehören. Genauso wenig sind von einer Ansteckung unsere geliebten Nächsten, Freunde oder Kollegen ausgeschlossen.

Um die Abläufe täglich optimieren zu können, brauchen Medizinbetrieb und Behörden Zeit. Denn wenn fast alle in kurzer Zeit erkrankten, entstünde Chaos: Die Opferzahl bezüglich Corona würde höher ausfallen, die Dauer der Pandemie würde durch einen großen Teil von Nachzüglern nicht wesentlich verkürzt.

Die bestehende Ordnung lässt sich aber nur aufrecht erhalten, wenn die Ausbreitung des Virus verlangsamt wird. Und das geht nur durch eine weitgehende Kappung der sozialen Kontakte.

Viele kluge Köpfe entwickeln bereits die Waffen gegen das Virus – Medikamente sowie Schutzschilder in Form von Impfungen. Gebt ihnen einige Monate Zeit. Die Impfung wird kommen, vermutlich noch im Jahr 2020. Studien werden jetzt innerhalb von Tagen genehmigt, einige sind bereits direkt am Menschen gestartet, ohne den Zwischenschritt mit Testungen im Tierversuch.

 

Wir? Können das meistern

Unsere Spezies wird in Zukunft sicher noch höheren Risiken ausgesetzt werden –  und auch diese meistern. Wir Menschen werden auch in Tausenden von Jahren noch immer diese Erde bevölkern. Mit Hilfe künstlicher Intelligenz und neuer Energiequellen wie Kernfusion werden wir auch andere Trabanten in anderen Galaxien besiedelt haben. Viren werden dann eher kein Problem mehr sein.

Schon heute können wir den genetischen Code von Viren entschlüsseln und sogar verändern. Es gibt Medikamente gegen Viren, zum Beispiel gegen Gürtelrose/ Herpes Zoster und Hepatitis C. Auch bei AIDS-Infektionen unterdrücken die Virustatika die Krankheit inzwischen erfolgreich. Bei geringer Viruslast ist eine Heilung direkt nach der Infektion bereits möglich.

Auch Impfungen gibt es inzwischen für viele virale und auch bakterielle Erkrankungen. Zum Beispiel gegen Tuberkulose,  Grippe/ Influenza, Hepatitis A und B,  gegen Masern, Röteln, Tollwut, Windpocken, Kinderlähmung, Herpes, Cholera, Gelbfieber und viele andere Erkrankungen.

 

Kurzfristig – kommt Hilfe für alle

Die wirtschaftlichen Folgen werden besonders in demokratischen Staaten zu einer Umverteilung der Produktionsmittel und auch des Besitzes führen. Innovative Kräfte bekommen jetzt ihre Chance, so werden neue Strukturen aufgebaut. Und ältere Menschen schließlich werden nach Ende der Pandemie den Besuch von ihrer Familie und ein Kaffeekränzchen vermutlich mehr schätzen als eine Reise auf einem Ozeanriesen.

Impfstoff gegen Corona

Ein Impfstoff gegen Corona bzw. der Coronavirus ist ein Ziel der Forschung (Bild: Adobe Stock)

Faktencheck:
Das neuartige Virus betritt die Weltbühne

Virushistorie

Sars-Covid-2, das sogenannt Coronavirus, ist Auslöser der Lungenkrankheit Covid- 19 (Corona virus desease 19). Der neuartige Virus wurde in der 9,5-Millionenstadt Wuhan in der Provinz Hubei in China bei Menschen nachgewiesen.

Der chinesische Arzt Li Wenliang hatte seine Arztkollegen in einer WeChat-Gruppe auf vermehrte Lungeninfektionen im Dezember 2019 aufmerksam gemacht. Die chinesische Regierung versucht daraufhin zunächst, seine Informationen zu unterdrücken. Später verstarb Li Wenliang selbst an der Infektion.

Am 31. Dezember 2019 schließlich informierten die chinesischen Behörden die  Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell über das neuartige Virus.

Rund zwei Wochen später, am 13. Januar 2020, hinterlegten chinesische Wissenschaftler die  komplette Genomsequenz von Sars-CoV-2 in der NCBI-Gen-Bank. Von dem Zeitpunkt an konnte weltweit die Arbeit an Testsystemen, Medikamenten und einer Impfstoffentwicklung aufgenommen werden.

In Deutschland trat die erste bekannte Infektion im Januar 2020 bei einem 33-jährigem Mitarbeiter der Firma Webasto auf. Webasto ist ein Automobilteile-Zulieferant mit zehn Produktionsstandorten in China. Der Mitarbeiter hatte sich bei einem Geschäftstreffen der Firma von einer Kollegin in Shangai angesteckt, die vorher Besuch von ihren Eltern aus Wuhan hatte.

 

Genetiker weisen drei Mutanten des Virus nach

Inzwischen haben Genetiker von der Universität Cambridge um Peter Forster und seinem Bruder Michael Forster an der Universität Kiel bei der Aufarbeitung von Proben aus China drei Mutanten des Virus nachgewiesen.

Dabei fanden sie den Typ A, welcher möglicherweise schon vor November 2019 auf die Menschen übertragen wurde. Der Ursprungsort könnte die Provinz Guangdong in China, 500 Kilometer von Wuhan entfernt, gewesen sein. Die Provinz beherbergt über 100 Millionen Einwohner und ist die wirtschaftlich stärkste in China. Typ A ist vom Genom den eng verwandten Coronaviren in Fledermäusen (siehe unten) am ähnlichsten.

In der Stadt Wuhan ist Typ B häufiger als Typ A vertreten, Typ B herrscht auch in Europa vor. Typ C eine Mutante von Typ B hat sich auch nach Europa und Australien ausgebreitet. In Australien, Amerika und Europa herrschen überwiegend Typ A und B vor.

 

Ursprung des Coronavirus

Auf einem Fischgroßmarkt in Wuhan tauchte das Coronavirus zum ersten Mal auf.  Als ursprüngliche Wirte für das neuartige Virus kommen Fledermäuse in Frage. Denn etwa 300 Meter von dem Markt entfernt wird in einem Labor an Fledermäusen geforscht: Chinesische Wissenschaftler sollen die Tiere dort auf noch unbekannte Viren untersucht haben.

 

Viren in Fledermäusen reproduzieren sich schnell

Fledermäuse haben ein schnelles Immunsystem gegen Viren. Wiederum befinden sich in den Tieren Viren, die sich schnell reproduzieren – wie beispielsweise Tollwut, SARS oder Ebola. Etwa 2000 verschiedene Viren sollen chinesische Forscher bei den Tieren bestimmt haben.

Etwa mehr als zehn Kilometer vom Fischmarkt in Wuhan entfernt existiert ein zweites Fledermauslabor. Aber das ist noch nicht alles, denn 30 Kilometer entfernt findet sich noch ein weiteres, dieses unterliegt sogar der höchsten Sicherheitsstufe IV. Mittlerweile soll die chinesische Regierung die Sicherheitsvorkehrungen in solchen Laboren (mit Viren) weiter erhöht haben.

Zuvor war das Virus Sars-CoV-2 von den Wissenschaftlern bei Hufeisen-Fledermäusen in 900 Kilometern Entfernung von Wuhan nachgewiesen worden, auf dem Fischmarkt von Wuhan selbst gab es solche Fledermäuse aber wohl nicht.

 

Andere Tiere als Zwischenwirte?

Möglich ist auch, dass die Fledermäuse das Virus nicht selbst auf den Menschen übertragen haben, sondern über andere Tiere als Zwischenwirte. In Hunden konnte das Virus ja bereits nachgewiesen werden, doch ist eine Übertragung des neuen Virus von ihnen auf den Mensch bisher nicht bekannt. Andere Coronaviren kommen auch in Geflügel, Fischen und Schlangen vor.

Möglich erscheint auch eine Übertragung durch Malaiische Schuppentiere. Das Fleisch dieser bis zu 40 Kilogramm schweren Säugetiere mit echsenartigem Aussehen gilt in China als Delikatesse, die Schuppen aus Keratin werden in der traditionellen chinesischen Medizin zu Heilmitteln verarbeitet.

Diese Tiere existieren seit 80 Millionen Jahren auf der Erde. Nach chinesischen Angaben stimmt die Genomsequenz von Viren aus den Malaiischen Schuppentieren zu 99 Prozent mit dem Genom von Sars-CoV-2 überein. Bei der Mers-Coronavirus-Epidemie 2012 waren wiederum Dromedare die Virenüberträger.

Als Konsequenz aus diesen Übertragungswegen stoppte die chinesische Regierung im Januar 2020 zunächst den Handel mit Wildtieren.

 

Inkubationszeit und Länge der Infektiosität

Die Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten von Symptomen beträgt im Mittel fünf Tage, die Spannweite ein bis 14 Tage. Die Infektion selbst dauert bis zu acht Tage nach Symptombeginn, in einzelnen Fällen bis 21 Tage.

 

Übertragungswege des Coronavirus

Wie überträgt sich das Virus? Auf Textilien und Oberflächen aus Metall, Glas und Plastik kann Virus-RNA noch eine Weile nachgewiesen werden. Die Spanne reicht von Stunden bis meist fünf Tage, aber auch bis neun Tage sind möglich. Ihre Fähigkeit zur Ansteckung nimmt aber möglicherweise zeitabhängig ab.

Chinesische Untersuchungen zeigen zudem eine Übertragung von Mensch zu Mensch bei engem Kontakt, besonders bei unter zwei Metern Abstand. Die Übertragung erfolgt hier über Tröpfchen beim Niesen, Husten und Sprechen.

 

Infektion über die Atemluft möglich

Neuere europäische Daten sprechen für einen zusätzlichen Infektionsweg über Atemluft. Aerosole mit Sars-VoV-2 Viren finden sich zum Beispiel in Patientenzimmern. Chirurgische Masken können dabei die Ausbreitung verhindern. Auch Schmierinfektion über kontaminierte Oberflächen, auch über Geld, sind nicht ausgeschlossen.

Über Nasensekret auf dem Einkaufwagengriff kann das Coronavirus über die Hände übertragen werden und von dort an die Schleimhäute der Augen und an Nase und Lippen gebracht werden. Hohe Viruslast wurden in Handtüchern und auf Oberflächen von Schlaf- und Waschräumen von Corona-Patienten gefunden.

 

Gute Nachrichten für Schwangere: Eine Übertragung des Virus von Schwangeren im letzten Schwangerschaftsdrittel auf das Ungeborene erfolgt überwiegend nicht. In China sind allerdings Fälle von Sars-CoV- 2-positiven Müttern mit infizierten Neugeborenen aufgetreten, die aber nach der Geburt keine Krankheitszeichen zeigten.

 

Gesundheitsrisiken durch das Coronavirus

Eine wichtige Risikogruppe für eine Erkrankung und für einen schweren Verlauf sind Raucher. Eine weitere Risikogruppe sind Menschen mit Vorerkrankungen, vor allem mit Krebs, Diabetes, Bluthochdruck, ischämischer Herzerkrankung, sowie chronischen Atemwegserkrankungen, Lebererkrankungen und Bluthochdruck.

Wie sehr sich die Vorerkrankungen auswirken, sieht man an den Zahlen aus Italien. Dort lag die Sterblichkeit an Covid-19 mit einer einzigen Vorerkrankung um 15 Prozent, mit drei Vorerkrankungen bei mehr als 60 Prozent.

 

Italien: Hier sterben deutlich mehr Männer als Frauen

In den ersten Daten aus Italien sind zudem 30 Prozent der Verstorbenen Frauen und mehr als doppelt so viel, nämlich 70 Prozent Männer.

Bei den Verstorbenen aus Italien zeigt sich folgende Altersverteilung: 42 Prozent 70- bis 89-Jährige, 35 Prozent waren 60- bis 79-Jährige, elf Prozent 50- bis 69-jährig und knapp ein Prozent war unter 50 Jahre alt.

Die weltweite Sterblichkeit liegt um 3,5 Prozent, aufgrund der hohen Dunkelziffer nicht getesteter Infizierter wird die Sterblichkeit aber statistisch auf etwa ein Prozent eingeschätzt. Bei bis 39 Jahre alten Menschen liegt sie um 0,05 Prozent. In Deutschland lag die Sterblichkeit Anfang April bei durchschnittlich 0,65 Prozent mit dann doch rückläufiger Tendenz, das Durchschnittsalter der dokumentierten Infizierten ist in Deutschland niedriger als in Italien.

In China sind etwa 60 Prozent der positiv getesteten Infizierten Männer. Darüber hinaus hatten etwa 40 Prozent der Getesteten Diabetes sowie Bluthochdruck, Krebs oder eine chronische Lungenerkrankung. Nur zwei Prozent der Infizierten in den chinesischen Statistiken sind null bis 19 Jahre alt. Dies liegt vermutlich daran, dass es bei ihnen wegen der Symptomfreiheit keine Testung gab.

 

Statistische Verteilung in Deutschland

Weitere Zahlen aus Deutschland: Mitte April zeigen die Statistiken hier 52 Prozent männliche Covid-19-Erkrankte, 48 weibliche. Das Durchschnittsalter beträgt 49 Jahre.

2,8 Prozent waren unter 15 Jahren, 24,6 Prozent waren 15 bis 34 Jahre, 45 Prozent 35 bis 59 Jahre, 19,3 Prozent 60 bis 79 Jahre und 8,2 Prozent über 80 Jahre.

Die Inkubationszeit beträgt vier bis 24 Tage, Median ist fünf bis sechs Tage.

Jeder Infizierte steckt etwa 2,5 andere Menschen an. In Deutschland lag die Zahl der Ansteckungen je Infiziertem, die Ro oder Reproduktionsrate, Anfang März bei 3, Mitte April durch den Shutdown bei 1 mit fallender Tendenz Ende April.

In Deutschland haben etwa drei Prozent der Infizierten, die über Kontaktverfolgung detektiert werden, ausgeprägte Symptome, statistisch über die Gesamtzahl der Infizierten sind es aber um zehn Prozent.

 

Viruslast, Infektiosität, Superspreader

Was hat die Viruslast, also die Menge an Virus im Blut, mit der Infektiosität zu tun und welche Auswirkungen hat das auf die unterschiedlichen Testverfahren? Hierzu einige Fakten:

Beschwerdefreie Menschen und Erkrankte haben im Nasen-Rachenraum eine ähnliche Viruslast, außerdem kann die Viruslast asymptomatischer Infizierter bis 25 Tage schwanken. Das ist problematisch. Denn bei virulenten Menschen kann der Nachweis von Viruslast im Nasen-Rachenraum daher mehrfach falsch negativ ausfallen.

 

Kinder und Jugendliche können zu Extremverbreitern des Coronavirus werden

Besonders infizierte Kinder und Jugendliche sind oft asymptomatisch und können so zu „Superspreadern“ werden. Das sind Menschen die wesentlich mehr als 2,5 andere anstecken, man nennt sie auch Extremverbreiter. Wiederum steigt bei Gesunden die Infektiosität durch die aufgenommene Virusmenge. Unklar ist aber noch, ob auch die Schwere der Infektion etwas mit der aufgenommen Virusmenge und Lokalisation der Virusmenge im Körper zu tun hat. Durch sehr tiefe Inhalation kann das Virus sich direkt in der tiefen Lunge einlagern und der Infektionsverlauf kann schwerer sein als bei einer ersten Viruseinlagerung im Rachen.

Mitte April 2020 zeigen Daten aus Madrid eine durchlaufene Sars-CoV-2-Infektion bei etwa zehn Prozent aller Kinder im Stadtgebiet. Diese könnten somit die Hauptüberträger in städtischen Gebieten sein. Auch zeigt die Zahl, dass selbst in sehr schwer betroffenen Regionen die eigentliche Anzahl der bereits Immunen im April 2020 nicht über zehn Prozent liegt.

 

Mediziner: Testungen bei Kontaktpersonen im öffentlichen Raum erweitern

Um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, müssen also virulente Personen mit und ohne Beschwerden in Quarantäne. Da asymptomatische Kinder in Europa im April 2020 aber nicht getestet werden, lässt sich diese Forderung von Medizinern zunächst nicht umsetzen.

Wünschenswert ist aus der Sicht von Medizinern, dass die Testungen in Schulen und Kitas erweitert werden. Außerdem sollten Kontaktpersonen im öffentlichen Raum ständig getestet werden. Dazu gehören Menschen aus Medizin und Pflege sowie Verkäufer im Lebensmittelbereich, Dienstleister, Behörden sowie Tätige in der Nahrungsmittelindustrie.

 

Fallregister LEOSS kann wertvolle Daten liefern

Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) und das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) haben im März 2020 ein europäisches Fallregister namens LEOSS (Lean European Open Survey for Sars-CoV 2 Infected Patients) aufgelegt. Dieses sammelt klinische Daten über Patienten mit Sars-CoV-2-Infektionen. Die Dokumentation pro Patient soll nur 25 Minuten in Anspruch nehmen, aber ihr Nutzen ist hoch. Denn die klinischen Daten können vielleicht entscheidende Hinweise für die Versorgung geben.

 

Corona-Test.

Cleartest beziehungsweise ein sogenannter Corona-Test.

Testverfahren für das Coronavirus

Zum Test auf das Coronavirus gibt es unterschiedliche Methoden, weitere werden entwickelt. Der gängigste Test ist der PCR-Test. Deutschland hat im internationalen Vergleich eine mit bis 500.000 Tests pro Woche sehr hohe Testkapazität. Dadurch können viele Verdachtsfälle abgeklärt werden. Das ist gut so, die Tests sollten aber auch weiterhin zielgerichtet eingesetzt werden.

Es gibt auch Tests mit Anitkörpernachweis. Diese zeigen an, ob eine Infektion mit Sars-Cov-2 erfolgt ist und ob bereits Antikörper gebildet sind.

 

Der PCR-Test

Der PCR-Test ist in den Monaten April und Mai 2020 der gängigste Test für die Zeit von der Infektion bis zu den ersten Symptomen. Das Testmaterial wird durch einen kräftigen Abstrich aus hinterer Rachenwand und der tiefen Nasenwand gewonnen. Diese Proben werden im Labor untersucht. Mittels einer RT-PCR, einer Reverse-Trankriptase-Polymerase-Kettenreaktion, wird das Virus nachgewiesen.

Die Proben können auch aus Sputum (Auswurf) oder bronchoalveolärer Spülflüssigkeit oder aus dem Stuhl genommen werden. In diesen Materialien ist das Virus auch zu einem späteren Zeitpunkt, manchmal bis zu drei Wochen nach der Infektion, noch nachweisbar. Im März 2020 waren etwa 70 Labore in Deutschland in der Lage, diese Untersuchung durchzuführen.

 

Untersuchungszeit dauert wenige Stunden

Die Untersuchungszeit liegt bei wenigen Stunden. Verzögerungen entstehen aber durch unzureichende Laborkapazitäten. Außerdem müssen die Proben transportiert und die Befunde mitgeteilt werden, auch das kostet Zeit. So vergingen Ende März 2020 in einigen Regionen fünf Tage zwischen dem Abstrich und der Mitteilung des Befundes. Ende April 2020 lag die Dauer bis zum Befundergebnis in Deutschland bei etwas mehr als 24 Stunden. Inzwischen sind sind vermehrt PCR-Hochdurchsatz-Vollautomaten im Einsatz. Die Kapazitäten für PCR-Bestimmungen könnten so im Mai 2020 auf über eine Million pro Woche steigen.

Die Viruslast kann im Verlauf einer Infektion schwanken, das kann bei der Testung problematisch sein. So sind die Proben vom Rachen und der Nasenwand zu Infektionsbeginn meist positiv. In der zweiten Woche aber finden sich Viren mehr in tiefen Bereichen der Lunge, der Test im Nasen-Rachenraum kann dann bereits negativ ausfallen.

 

Firmen entwickeln schnellere Testverfahren bezüglich Corona

Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten den Laboren für den Test etwa 60 Euro, Privatkassen 130 Euro. Mehrere Hersteller haben den Testablauf automatisiert und vereinfacht, die Testkapazitäten steigen weltweit im April 2020 – täglich:

Qiagen, ein niederländisches Unternehmen, bietet seit März ein zugelassenes Nachweisgerät für Sars-Cov-2-Nukleinsäuren im Schnelltestverfahren an. Die Analyse dauert hier eine Stunde. Der CE-gekennzeichnete Cobas-Sars-CoV2-Test von Roche erhielt Ende März 2020 eine Notfallzulassung durch die USA-Zulassungsbehörde FDA. Die Auswertung erfolgt hier in automatisierten Geräten für Real-Time-PCR-Technologie.

Die Firma Bosch hält zusammen mit der irischen Firma Randox einen Test für das Analysegerät Vivalytic vor (siehe auch weiter unten). Die Firma Abbot wiederum bietet mit ID NOW COVID-19 ein tragbares Testgerät an, die Ergebnisse sind bei diesem Testverfahren nach 15 Minuten abrufbar. Die FDA hat den Test Ende März ebenfalls im Eilverfahren zugelassen. Der Hersteller Cepheid bietet auch ein Testsystem zur Installation außerhalb von Großlaboren an.

 

Der NAAT-Test

Die Nucleic Acis Amplifikation Technologie (NAAT) ist einfacher in der Handhabung. Ein Testkit ermöglicht die Untersuchung von etwa 100 bis 800 Proben in Kartuschen über die PCR-Methode, als Zielsequenz wird das Hüll-Gen und das N-Gen des Sars-CoV-2 verwendet. Weiterer Vorteil: Die Tests sind nach einer Stunde abgeschlossen.

 

Schnelltest von Bosch: Vivalytic-Analysegerät

Der molekularbiologische Schnelltest mit Tupferprobe eignet sich für Krankenhäuser und Arztpraxen. Mit einer Bearbeitungszeit vor Ort von 2,5 Stunden und einer Testgenauigkeit von 95 Prozent soll er ab April 2020 in Deutschland verfügbar sein.

In China existieren inzwischen Schnelltests, die mehrere Methoden vereinen. Auch in Deutschland wird an weiteren tragbaren Diagnosegeräten für Arztpraxen gearbeitet.

 

Corona:
Tests mit Antikörpernachweis

Tests mit Antikörpernachweis zeigen an, ob bei der getesteten Person eine Infektion mit Sars-Cov-2 erfolgt ist und ob diese bereits Antikörper gegen die Viren gebildet hat. Vorhanden und zugelassen sind Tests mit Nachweis von von neutralisierenden, spezifischen Immuneiweißen, den Immunglobulinen IgG (Immunglobulin G) und IgM (Immunglobulin M).

Das spezifische IgM, der Antikörper auf Sars-CoV-2 in der Akutphase, zeigt in den ersten Tagen nach einer Infektion eine stetig ansteigende Konzentration bis etwa zum zehnten Tag und korreliert wahrscheinlich mit der Infektiosität der getesteten Person. Bei nicht mehr nachweisbarem IgM  besteht wahrscheinlich keine Infektiosität mehr.

Das meist für Jahre nachweisbare IgG ist die spätere Immunantwort auf eine Infektion im Blutserum. IgG wird erst innerhalb der zweiten Krankheitswoche gebildet. Die Anfang Mai 2020 vom Laboranbieter Synlab durchgeführten Tests auf IgG zeigen eine Sicherheit zwischen 98 und 99 Prozent. In der dritten Woche nach Symptombeginn haben erst etwa 80 Prozent der Patienten positive IgG-Titer.

Bei Nachweis von spezifischem IgG auf Sars-CoV-2 besteht also mit hoher Wahrscheinlichkeit eine ausreichende Immunität der Person gegenüber einer nochmaligen Ansteckung und die Infektiosität. Dies wurde in Versuchen mit Affen getestet: Nach überstandener Sars-CoV2-2 Co war bei den Tieren durch Einbringen von 80 Millionen SARS-CoV-2-Viren keine Reinfektion auszulösen.

Wird also bei einer Person das Immuneiweiß IgG nachgewiesen, weiß man, dass sie eine Infektion hinter sich gebracht hat und jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit immun ist. Sie kann sich jetzt in der Öffentlichkeit frei bewegen, da ein Schutz vor einer Reinfektion besteht. Das Serum solcher Personen könnte zudem für eine Serumtherapie gewonnen werden. Dazu wurden in China bereits Studien initiiert.

 

Im Internet bestellbare Tests

Diese Tests, die IgM als die rasche Immunantwort und IgG als die möglicherweise bleibende verzögerte Immunantwort im Blut testen können, lassen sich bereits im Internet bestellen, Auch der Cleartest wird geliefert. Seine Anwendungsbereiche sind jedoch noch nicht definiert.

Problematisch ist jedoch die Zuverlässigkeit dieser Tests. Ob bei diesem Test wie dem Cleartest auch Kreuzreaktionen mit anderen, harmlosen Coronaviren auftreten, ist nicht ganz sicher, wir recherchieren hier weiter. Fatal können sich falsch positive Ergebnisse auf Personen mit somit vermeintlicher Immunität auswirken, wenn sie dann mit Infizierten in Kontakt treten. Die im Text beschriebenen Quellen sind m. E. unzureichend.

 

Icahn School of Medicine

Weitere Tests werden derzeit entwickelt. An der Icahn School of Medicine in New York etwa ist ein Test vorgestellt worden, welcher die Antikörper anhand einer Farbreaktion sichtbar macht. Es handelt sich um einen ELISA-Test (Enzyme-linked Immunosorbent Assay). Wir recherchieren.

 

medRxiv

In den USA ist zudem der angeblich zuverlässige medRxiv entwickelt worden. Auch darüber recherchieren wir und werden berichten.

 

Elisa-Kits

Die Immundiagnostik AG ist eine deutsche Firma mit Vertretungen in 70 Ländern. Sie bietet die Elisa-Kits (Enzyme-linked Immunosorbent Assay) zum qualitativem Nachweis von IgG und IgM gegen Sars-CoV-2 bereits im April 2020 im Handel an. Mit dem Novel Coronavirus Covid IgG oder IgM Kit kann der Nachweis dann aus einer Blutprobe innerhalb von kurzer Zeit erfolgen – in nahezu jedem Labor.

Außerdem gibt es vom chinesischen Hersteller „Itec Products Inc.“ einen Sars-CoV-2-Antikörper-Schnelltest auf IgM und IgG. Das Regierungspräsidium Gießen hat am 27. März diesen über den EU-Präsentanten in Belgien überprüft und bestätigt, dass dieser IVD-Test ab sofort rechtmäßig vertrieben werden darf. Das Schreiben liegt der NanoRepro G in Marburg vor.

Auch in den USA hat die FDA einen Schnelltest auf IgG- und IgM-Antikörper zugelassen. Möglicherweise handelt es sich hier um den gleichen Test. Wir recherchieren.

Fazit: Mit all diesen Tests ist – wenn sie dann eindeutig sind – die Detektion von bereits früher infizierten Personen durch Nachweis einer spezifischen Immunität möglich. Das ist eine wichtige Information für Gesundheitsbehörden.

Denn solche Personen waren bereits infiziert. Deshalb haben sie sehr wahrscheinlich einen Schutz vor Reinfektionen und sind keine Überträger mehr. So können sie ungeschützt Infizierte betreuen oder auch wieder im Restaurant arbeiten oder als Masseur, Fußballer, Personenschützer, Friseur und in anderen Positionen mit Publikumsverkehr tätig werden.

Das Serum solcher Personen könnte für eine Serumtherapie gewonnen werden. Dazu sind in China bereits Studien initiiert.

 

So führen Sie einen Corona-Schnelltest richtig aus

Besonders der Laie kann bei den Schnelltests Fehler machen. So ist es beispielsweise möglich, dass der Test nicht das misst, was er vorgibt – das CE-Zeichen ist nicht mit einem genauem Test verbunden. Bitte daher vor Erwerb eines Testes die aktuellen Mitteilungen des Robert Koch-Institutes abrufen.

 

Temperatur der Umgebung

Der Test ist bei Raumtemperatur, also etwa bei 20 Grad durchzuführen. Weitere Informationen dazu folgen.

 

Sauberkeit der Fingerbeere

In der Regel ist dem Test ein Säuberungstuch für die Fingerbeere beigelegt. Dies sollte unbedingt benutzt werden, sonst können Partikel auf der Haut das Ergebnis beeinflussen.

 

Zu wenig Blut,
falsche Menge bei Pufferlösung

Zu wenig Blut aus der Fingerbeere verfälscht den Test, denn die vorhandenen Antikörper können aufgrund der zu geringen Menge nicht detektiert werden. In der Regel liegt dem Test-Set eine Pipette zum Ansaugen des Blutes aus der Fingerbeere bei. Diese sollte mit genügend Blut gefüllt werden  – und ohne Luftblasen.

Wichtig: Der erste Tropfen nach Einstich mit dem Stichstempel muss verworfen werden. Anschließend sollte die Fingerbeere so gepresst werden, dass fast die gesamte Fingeroberfläche voller Blut ist. Dann erst sollte das Blut pipettiert werden – am besten von einer zweiten Person. Nur einen Tropfen Blut in die Testkuhle geben sowie strikt an die angegebene Menge Pufferlösung halten!

 

Zeiten einhalten

Um die Sicherheit des Testes zu gewährleisten, bitte unbedingt die angegebene Zeit bis zum Ablesen einhalten. Bei vielen Tests liegt diese zwischen 10 und 20 Minuten.

 

Kontrolllinien

In der Regel zeigen die Tests bei korrektem Blut-Pufferverhältnis eine dünne Kontrolllinie an. Auf die feinen Testlinien ist dann bei positivem IgM- oder IgG-Ergebnis zu achten. Für medizinische Einrichtungen ist es auch möglich, die zarten Banden über einen elektronischen Reader eindeutig anzeigen zu lassen.

 

CE-Kennzeichen (Conformité Europeenne)

Wer einen Test erwirbt, sollte darauf achten, dass dieser zumindest mit einem  CE-Kennzeichen (Conformité Europeenne) versehen ist. Durch das CE-Kennzeichen bestätigt der Hersteller oder Vertreiber, dass das Produkt den Richtlinien der EU entspricht.

Das CE-Zeichen ist somit kein Gütesiegel, sondern eine Art Reisepass für ein Produkt innerhalb der EU. Nach Paragraf 19 des Medizinproduktgesetzes wird zur Verkehrsfähigkeit eines Produktes ein Nachweis über seine Eignung verlangt. Allein die Sterilität der manchen Tests beiliegenden Stempel müsste so gewährleistet werden.

Meines Erachtens sollten mehrere medizinische Einrichtungen in Europa die einzelnen aus China importierten Tests sehr rasch validieren. Für solche Testungen sind  inzwischen genügend Serumproben von Patienten vorhanden, die eine Sars-CoV-2-Infektion durchlaufen haben. Erst eine in Europa kontrollierte Funktion sollte anschließend zur Vergabe einer ISO-Bezeichnung führen.

Nachsatz: Seit dem 5. April 2020 wird ein Antikörpertest in der sogenannten Münchner Kohortenstudie eingesetzt. Hier sollen in 3000 zufällig ausgesuchten, randomisierten Haushalte 4.500 Personen auf ihre Immunität getestet werden.

 

 

Coronavirus: Verlauf der Krankheit

Bei etwa 80 Prozent der Infizierten verläuft die Krankheit leicht oder asymptomatisch, bei etwa 15 Prozent schwer, bei fünf Prozent kritisch. Die Sterblichkeit der positiv getesteten Menschen liegt in China um 3,5 Prozent. Es ist aber davon auszugehen dass sie für alle Infizierten eher niedriger liegt, da die unauffälligen Menschen bisher nicht getestet werden.

In Deutschland liegt die Sterblichkeit aller positiv Getesteten Anfang Mai 2020 unter 0,4 Prozent. Ende April 2020 ist ein eigentliche Durchseuchung in Deutschland von ein Prozent der Bevölkerung anzunehmen ist und am 22.4.2020 wurden 145.694 Infizierte und 4.879 Verstorbenen registriert. Deshalb ist zu diesem Zeitpunkt davon auszugehen, dass 800.000 Menschen tatsächlich infiziert sind. Mit den gemeldeten 4.879 Verstorbenen würde das einer Sterblichkeit von knapp 0,7 Prozent entsprechen.

 

Krankheitsbild bei einer Corona-Erkrankung

Symptome einer Sars-CoV-2-Infektion sind Muskelschmerzen, Rückenschmerzen bei etwa 29 Prozent, trockener Husten (ca. 60 Prozent), Halskratzen und Heiserkeit (etwa 20 Prozent) und Durchfall (5 Prozent). Aber auch Schnupfen und Kopfschmerzen können auftreten. Im Verlauf der Krankheit tritt bei 80 Prozent der Infizierten Fieber auf. Etwa 20 Prozent entwickeln eine Atemnot und Brustschmerzen treten auf.

Ein einfacher Test zum Ausschluss einer schweren Lungenerkrankung ist folgender Atemtest: Nase zu halten und 15 Sekunden den Atem anhalten.

 

Corona: Manche Patienten bekommen zusätzlich eine Lungenentzündung

Manche Menschen entwickeln zusätzlich zu Sars-CoV-2 eine Lungenentzündung. In diesem Stadium ist auch eine zusätzliche Infektion der Lunge mit Bakterien möglich, nur hier helfen Antibiotika. Häufig wurden dann Mycoplasmen Pneumonia, Candida und Aspergillus–Infektionen gefunden.

Bei Infizierten sind die Leukozyten und Lymphozyten sind vermindert, CRP und BSG erhöht, im CT der Lunge zeigen sich dann milchglasartige Verschattungen (ground Glass). meist bilaterale Lungenverdichtungen, interstitielle Zeichnungsvermehrung, später Zeichen der organsierten Pneumonie.

Lungenentzündung entsteht durchschnittlich eine Woche nach der symptomatischen Erkrankung, die Indikation zur Intensivbehandlung dann durchschnittlich drei Tage später. Ein schwerer Verlauf besteht ab einer Sauerstoffsättigung von unter 94 Prozent.

 

Langzeitfolgen an der Lunge

Langzeitfolgen sind am häufigsten bleibende Lungenschäden mit verminderter Lungenfunktion, eingeschlossen ist eine neuroregulatorische Dysfunktion von kardiopulmonalen Gefäßen. Es sind auch verbliebene neurologische Störungen wie auch Depressionen beschrieben. Wie bei vielen Viruserkrankungen sind einzelne Fälle mit Hirnbeteiligung bekannt, das sind vor allem Meningitis und Enzephalopathie.

(Quelle Adobe Stock)

 


Infektion mit dem Coronavirus: Therapie

Über Virustatika informiert das nächste Kapitel, hier geht es um weitere Therapiemöglichkeiten von Ovid-19.

 

Schmerzmittel, Inhalieren und Codein bei leichtem Verlauf

Bei leichten Verläufen von Covid-19 helfen die bekannten Maßnahmen, wie wir sie von Erkältungskrankheiten kennen. Kommen Fieber und Schmerzen hinzu, kann als erste Maßnahme Paracetamol gegeben werden, gegebenenfalls Ibuprofen. Bis Mitte März 2020 war auch in den Medien darüber diskutiert worden, ob eine Vergabe von Ibuprofen zu Nachteilen bei der Virusabwehr führen könnte. Die europäische Arzneimittelbehörde hat dem aber widersprochen.

Bei trockenem Husten helfen Inhalationspräparate und gegen den Hustenreiz kann Codein eingesetzt werden. Viel Trinken und Inhalieren über einem Wasserbad lindern den trockenen Husten ebenfalls. Sollte es beim Patienten zu Anstzuständen durch Luftnot kommen, arbeiten Ärzte mit Sauerstoff und gegebenenfalls auch mit Anxiolytica.

In Deutschland können Patienten über die Rufnummer 116117 eine telefonische Ersteinschätzung erhalten, ob sie an Covid-19 erkrankt sind. Sechs von sieben erkrankten Menschen werden in Deutschland ambulant in den Praxen versorgt. Dieses System hat sich bisher sehr bewährt, denn so sind die Kliniken entlastet. Außerdem setzen sich die Patienten nicht Krankenhauskeimen und unnötiger Immobilisierung aus.

 

Vorsicht vor Chloroquin

Präsident Donald Trump warb am 21.2.20 für den Einsatz von Chloroquin, einem Malaria- und Rheumamedikament mit Nebenwirkungen. Chloroquin wird in Studien angewendet. Die Ergebnisse bleiben streng abzuwarten. Vorsicht: Durch hochdosierte Selbstheilungversuche sollen schon Patienten an den Nebenwirkungen von Chloroquin verstorben sein. Die europäische Arzneimittelbehörde warnt im April 2020 ausdrücklich vor Einnahme von Chloroqin und Hydroxychloroquin ohne eine Verordnung und eine Aufsicht durch den Medizinbetrieb. In einer mexikanischen Studie sind in der Chloroquin-Gruppe Patienten an den Nebenwirkungen dieser Behandlung verstorben, die Studie wurde dort abgebrochen.

Bei Luftnot ist die Versorgung im Krankenhaus indiziert, dort werden die Patienten in der Regel beatmet. Selbst  in einem Endstadium der Lungenentzündung überleben hier etwa 75 Prozent dieser Schwerstkranken Covid-19 meist innerhalb weniger Tage. Anfang Mai 2020 sind neue Standarts in der Behandlung von Covid-19-Patienten eingeführt worden, Antikoagulation und Beatmung werden seither erst im äußersten Fall eingesetzt, außerdem werden stärkende Medikamente für das Herz verabreicht.

 

Mögliche Komplikationen

Bei einem Teil der Patienten ergeben sich weitere Komplikationen, wodurch sich die Beatmungszeit zum Teil auf mehrere Wochen verlängern kann. So treten Superinfektionen der Lunge treten auf, disseminierte Lungenembolien und schwere Herzprobleme. In dieser Phase erscheint Antikoagulation, also der Einsatz von Heparinen, wichtig.

Teilweise kommt es bei Infizierten zu einer Veränderung der Durchblutung in den Gefäßen zwischen Herz und Lunge, so das nicht in den Lungen nicht mehr das gesamte Blut mit Sauerstoff angereichert wird. In spezialisierten Kliniken ist in diesem Fall auch eine Behandlung mit einer Lungenersatzmaschine möglich (Extrakorporale Membranoxygenierung/ECMO). Bei Sekundärinfektionen werden in den Kliniken gezielt Antibiotika eingesetzt.

Coronavirus

(Quelle: Adobe Stock)

Bei Asthma-, Bluthochdruck- und Krebspatienten
zu beachten

 

Bluthochdruck

Bisher liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor, ob Antihypertensiva die Covid-19-Erkrankung verbessern oder verschlechtern können. Chinesische Daten zeigen lediglich eine höher Sterblichkeit für Menschen mit Einnahme von Blutdruckmedikamenten. In diese Studien ist allerdings das Alter nicht eingeflossen, die Adjustierung fehlt.

Die bei Bluthochdruck sehr bewährten ACE-Hemmer und Sartane üben keinen direkten reduzierenden Effekt auf ACE-2 aus, können es im Tiermodel aber in Herzzellen hochregulieren. Lungenzellen sind bisher nicht untersucht worden.

Theoretisch wäre eine Hochregulation von ACE-2 in der Lunge als Rezeptor für SARS-CoV-2 nicht gewünscht. Anderweitig ist eine hohe ACE-2 Expression möglicherweise protektiv vor Schäden durch pulmonale Virusentzündungen.

Frühere Daten bei über 30.000 Patienten über 65 Jahre zeigen ein besseres Outcome für Lungenentzündungen bei vorheriger ACE-Hemmer-Einnahme. Aktuell neigt man dazu, auch bei abfallenden Blutdruckwerten während einer Covid-19-Infektion die Therapie zur pulmonalen Protektion eher fortzusetzen.

 

Asthma

Bei Asthma sollten Korticoide als Inhalationstherapie nicht abgesetzt werden, ansonsten werden unnötige Arzt- und Krankenhausbesuche mit möglichem Sars-Cov-2 Kontakt ausgelöst.

 

Krebs

Für die meisten Krebstherapien ist die Fortführung einer effektiven Krebstherapie wichtiger als die Unterbrechung. Keinesfalls sollten palliative Therapien bei kontrollierter Erkrankung pausiert werden, sie könnten sogar weniger Covid-19-Infektionen haben.

Onkopädia, www.onkopedia.com, das Wissensportal der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie mit Leitlinien, hat zu den einzelnen Kapiteln Empfehlungen zu Covid-19 herausgegeben. Eine Übertragung des Virus durch Blutprodukte ist übrigens bisher nicht bekannt.

 

 

Pneumokokken-Impfung und Grippeimpfung zu Corona-Zeiten

Die Pneumokokken-Impfung wird in der Bevölkerung auch Impfung gegen Lungenentzündung genannt. Lungenentzündungen können aber auch von einem breitem Arsenal anderer Bakterien ausgelöst werden sowie von Pilzen oder Viren. Aus meiner Sicht ist eine Pneumokokken-Impfung zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht unproblematisch, da sie mit einem Kontakt zu Gesundheitseinrichtungen verbunden ist. Jeder unnötige Kontakt erhöht jedoch die Infektionsgefahr für Sars-CoV-2. So wurde beispielsweise in Holland bis zu sechs Prozent des Personals in den Krankenhäusern mit Sars-CoV-2 infiziert.

Zu beachten: Diese Pneumokokken-Impfung, so wie auch die Grippeimpfung, schützt niemanden vor einer Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus –  und auch nicht vor der durch diesen Coronavirus ausgelösten Covid-19-Erkrankung mit Lungenentzündung.

Theoretisch kann der Impfschutz gegen Pneumokokken zwar eine Sekundärinfektion bei Covid-19-Patienten mit Pneumokokken verhindern. Studien haben aber gezeigt, dass bei den Erregern der Sekundärinfektionen die Pneumokokken nicht zählen. Denn die sogenannten bakteriellen Superinfektionen, besonders die mit Pneumokokken, werden bei schweren Verläufen sowieso mit gängigen Antibiotika kontrolliert, ein Teil der Erreger sind dann auch multiresistente Krankenhauskeime.

 

Grippeimpfung kann Zeitvorteil verschaffen

Auch eine Grippeimpfung schützt nicht vor einer Infektion mit Sars-CoV-2. Menschen, die gegen Grippe geimpft wurden, haben aber den Vorteil, einen Schutz gegen Grippe zu haben. Hinzu kommt, dass bei ihnen bei Symptomen die Differentialdiagnose Grippe hinfällig ist. Das hat zur Folge, dass sie möglicherweise eher einer Testung auf Sars-Covid-19 zugeführt werden und sie gegebenenfalls eher spezifische Maßnahmen erhalten.

Im Mai 2020 ist die  Grippesaison 2020 allerdings beendet, eine Impfung ist nicht mehr zu empfehlen.

 

 

Covid-Testverfahren

Covid-Testverfahren im Labor (Quelle Adobe Stock)

 

 

Medikamente zur Bekämpfung des Coronavirus in Studien

Stand 27.4.2020 ist eine ganze Reihe von Medikamenten in Testung. Zum Beispiel:

Medikament       Ort/Institution    gepl. Teilnehmeranz.    Erste Ergebnisse

Remdesivir             Peking                           bereits 451 Teilnehmer                  4/2020

Indinavir

Ritonavir

Chloroquin             verschiedene Studien                                                            4/2020

Chloroquin             Oxford /England                                                                    2022

Lopinavir                                                      181 Pat. behandelt, kein eindeutiger Vorteil

Interferon Beta

Inhalatives Interferon Alpha

Favipiravir

Camostat

Umifenovir

Thalidomid              Wenzhou/China                                                             6/2022

Kortison (von sehr fraglichem Vorteil)

Rh-ACE2                  Wenzhou/China                                                         6/2020
(o2-Sätt. u. 94%)

Ribavirin

 

Chloroquin nicht ohne Aufsicht nehmen

Weltweit werden die Forschungen an Medikamenten zur Bekämpfung von Covid-19 bzw. Corona vorangetrieben. Präsident Donald Trump warb am 21.2.20 für den Einsatz von Chloroquin, einem Malaria- und Rheumamedikament mit Nebenwirkungen. Chloroquin wird in Studien angewendet. Durch hochdosierte Selbstheilungsversuche sollen schon Patienten an den Nebenwirkungen von Chloroquin verstorben sein.

Die europäische Arzneimittelbehörde warnt im April 2020 ausdrücklich vor einer Einnahme von Chloroqin und Hydroxychloroquin ohne Verordnung und Aufsicht durch den Medizinbetrieb. Die USA und Frankreich haben aber Protokolle installiert, nach denen der experimentelle Einsatz der beiden Medikamente durch Ärzte bei schweren Covid-19-Verläufen durchgeführt werden könnte.

Die Firma Bayer, der ursprüngliche Hersteller von Chloroquin, hat bereits 600.000 Tabletten in Deutschland eingelagert, die Regierung kann sie kostenlos bei Bedarf entnehmen. Die Substanzen sind Anfang April auf dem europäischen Pharmamarkt aber kaum verfügbar.

Erste Ergebnisse einer kleinen Studie von Zhan Zhang vom Renmin Hospital in Wuhan zeigten einen Benefit durch Chloroquin bei der Behandlung schwererer Verläufe. Ein Team um Didier Raoult von der Aix-Marseille Universität zeigte folgendes Ergebnis: Von 20 Patienten, die Chloroquin eingenommen hatte, waren 70 Prozent an Tag 10 virusfrei. Darunter alle, die zusätzlich Azithromycin genommen hatten. Eine mexikanische Studie mit hochdosiertem Chloroquin wurde wegen Übersterblichkeit in der Chloroquin-Gruppe im April 2020 gestoppt.

Unterstützend als antiinfammatorische Maßnahme in bestimmten Krankheitsphasen könnten Antikörper gegen Interleukin-6 sein, wie Tocilizumab. Denkbar ist auch der Einsatz von JAK-Inhibitoren. Zu Studien findet sich ein Zugang über www.clinicaltrials.gov.

 

Hoffnung auf Remdesivir

Das Medikament Remdesivir von Gelead, welches bei Ebola versagt hatte, ist möglicherweise bei schweren Verläufen von Covid-19 wirksam. Studienergebnisse zeigen einen Benefit. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat Anfang April 2020 die Genehmigung erteilt, Patienten mit besonderen schweren Verläufen mit Remdesivir zu behandeln, bei denen andere Mittel versagt haben. Eine Zulassung der Substanz wird noch 2020 erwartet. Auch diese  Substanz ist Anfang April 2020 auf dem Pharmamarkt kaum verfügbar.

Außerhalb von klinischen Studien scheint individuell die Therapie mit Remdesivir – gegebenenfalls zusammen mit dem antiinflammatorisch wirkendem Interleukin 6 Antikörper Tocilizumab – erwogen zu werden.

Der Wiener Genetiker Professor Josef Penninger kündigte im März eine neue wirksame Substanz an: APN01 scheint aber nur bei sehr schweren Verläufen bei intensivpflichtigen Patienten den weiteren Verlauf zu verbessern. Die weiteren Studienergebnisse bleiben abzuwarten.

Avigan/Favirpiravir, ein Anti-Grippe-Mittel, soll in China gute Ergebnisse bei Patienten mit milderen Symptomen gezeigt haben. Mit diesem RNA-Polymerase-Inhibitor läuft eine europäische Phase-III-Studie an verschiedenen Kliniken.

 

Immunglobuline

Hyperimmunglobuline sind konzentrierte Abwehreiweiße aus Blutspenden von zuvor infizierten Menschen, Rekonvaleszentenplasma, gesammeltes Plasma von Menschen die die Sars-CoV-2 Infektion überstanden haben und bei denen Antikörper im Serum nachweisbar sind. In Studien wird derzeit untersucht, ob eine Therapie mit Hyperimminglobulinen beim Einsatz gegen Covod-19 wirksam ist. Im Mai 2020 werden bereits in einigen Universitätskliniken Plasmasammlungen durch Plasmapherese an Spendern durchgeführt, die eine Infektion durchlaufen haben

 

Impfstoff gegen Sars-CoV-2 bzw. Corona

Wir alle warten auf einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2. Über 40 Impfstoffentwickler arbeiten daran, im April 2020 gibt es über 70 Impfstoffprojekte. Verschiedene Arten sind derzeit in der Entwicklung:

 

Genbasierte Impfstoffe

Hier wird ein Impfstoff gegen Sars-VoV-2 unserem Immunsystem einen kleinen Teil der Viruserbinformation in Form von mRNA oder DNA präsentieren und dadurch eine Antikörperproduktion provozieren. Die spezifischen Antikörper schützen die Geimpften gegen eine Infektion.

 

Lebendimpfstoffe mit Vektoren

Von harmlosen Viren werden hier Oberflächenproteine durch Sars-Cov-2-Proteine ausgetauscht. Das Immunsystem reagiert wie auf eine echte Sars-CoV-2-Infektion mit der Bildung von Antikörpern.

 

Totimpfstoffe mit Virusproteinen

Bei dieser Impfung werden inaktivierte Virusproteine verabreicht, können sich in den Zellen aber nicht vermehren. Dadurch wird eine Antikörperreaktion provoziert.

 

So ist das Procedere: Nachdem ein Impfstoff designt wurde, also bestimmte Virusstoffe beinhaltet, wird seine Wirksamkeit und Verträglichkeit im Tierversuch getestet. Anschließend wird er an freiwilligen Menschen getestet, erst dann können die Zahlen den Behörden für das Zulassungsverfahren vorgelegt werden.

Im April 2020 werden bereits Testungen an Freiwilligen durchgeführt. Besonders Immunologen aus den Alpenländern versprechen neben neuen Medikamenten auch die baldige Bereitstellung von Impfstoffen.

Vielfach ist Medizinern die Herstellung von Antikörpern in Mäusen gelungen. Der Berner Immunologe Martin Bachmann etwa spricht von möglicher Bereitstellung von 500.000 Dosen Impfstoff im Herbst 2020.

Trotzdem ist ein Impfstoff kurzfristig nicht mit Sicherheit zu erwarten. Aufgrund von Erfahrungen mit anderen Viren der Coronagruppe und dem SARS-Virus von 2002 hat die Entwicklung eines Impfstoffes bei einigen Arbeitsgruppen jetzt nur drei Monate gedauert. Damit ist aber nicht die Wirksamkeit und Sicherheit am Menschen getestet.

Viele Firmen erweitern bereits ihre Kapazitäten für die gentechnische Imfstoffherstellung. Janssen und KentuckyBioProcessing lassen die Impfstoffe sogar bereits während der laufenden Erprobung herstellen. Die Bill & Melinda Gates Foundation finanziert mit Milliarden Dollar den Aufbau von Produktionsanlagen für Impfstoffe.

 

Bildquelle: Adobe Stock

Pharmafirmen mit Vakzineforschung zu Sars-CoV-2

Firma                             Land                            Erprobung

Janssen                              USA                                                          (Technik AdVac,PER.C6)

Pfizer u.BioTech               USA u.Deutschland                               (mRNA basiert)

KentuckyBioProcessing  USA                                 4/20

CureVac                              Deutschland                  5/20                (Nanpartikel liefern mRNA für Hüllprotein)

Sanofi Pasteur                   Frankreich                     4/20                 (nutzt rekombinante DANN)

Altimmune                         USA

Moderna u. NIAID           USA                                 3/20

Novavax                                                                       5/20

Oxford Uni                                                                  4/20

SK Bioscience                                                             3/20 (Tier)

Vistar u. Inovio                                                           4/20

BioNTech/Pfizer/Fosun Pharma  Erprobung an Menschen 4/20 in Europa, USA, China

CanSinoBio                          China                              3/20

Institut f. Biological           Israel

ResearchAlpha-O Peptides Schweiz

SK Bioscience                     Südkorea

Translate Bio / Sanofi       USA / Frankreich

Universitätsspital Zürich Schweiz

Inselspital und Universität

Bern / Saiba

Oxford University               England                            3/20

Vektor State Virology         Russland

Biotechnology Centre

Open Corona                        Schweden/Deutschland Genbasiert

 

Prophylaxe vor Covid-19

Hier einige Tipps, wie man sich vor einer Ansteckung mit Ovid-19 schützen kann. Viele Themen werden auf der Website von Corona Future ausführlicher behandelt.

  • Keine sozialen Kontakte, Ältere über 70 Jahren sind besonders gefährdet.
  • Händewaschen mit normaler Seife mindestens 20 Sekunden, auch zwischen den Fingern. Die Seife zerstört die fettige Hülle des Virus. Händewaschen bei Eintritt in Räume, nach einem Toilettengang, vor jeder Mahlzeit, nach dem Einkaufen, nach Nutzung jeglicher Verkehrsmittel. Nach Besuch eines Krankenhauses, einer Arztpraxis anderen öffentlichen Einrichtungen mit Patientenkontakt.
  • Mundschutz beim Einkaufen, versehentlich könnten Ihnen Leute zu nahe kommen.
  • Umgang mit Masken: Kleine ungelüftete Räume können auch ein höhere Virusbelastung in Form von Aerosolen haben. Einfache chirurgische Masken durchfeuchten und schützen den Träger nach einiger Zeit nicht mehr so gut, nur noch die anderen Menschen. Daher sollte man immer eine zweite, trockene Maske dabeihaben. Masken langsam abnehmen, damit die Viren auf der Oberfläche nicht verwirbeln. Legt man die Masken bei 65 Grad über 30 Minuten in den Herd, zerstört das die Viren auf den Masken, aber nicht die angereicherten Bakterien. Stoffmasken lassen sich mit 70 Grad in der Waschmaschine waschen.
  • Handschuhe beim Einkaufen, am Geldautomaten und bei Arztbesuchen, dort ist auch ein Mundschutz sinnvoll. Hände nach dem Abstreifen der Handschuhe immer gründlich waschen!
  • Wurst-und Käsewaren vielleicht am Stück kaufen und selbst schneiden. Gemüse, Obst vor Gebrauch waschen, das reduziert eine möglicherweise geringe Virusmenge weiter. Infektionen über diesen Weg sind bisher aber nicht bekannt.
  • Zwei Meter Abstand zu allen Personen. Wenn dies eingehalten wird und ein Aufenthalt im gleichen Raum nicht länger als 15 Minuten dauerte, gilt die Infektion eines Gesunden durch einen Infizierten bei diesem Kontakt als unwahrscheinlich.
  • Hustenetikette: nicht in die Hand husten. Einmaltaschentücher sofort entsorgen
  • Hochrisikogruppe schützen: Das sind vor allem Menschen mit Asthma, Diabetes, Bluthochdruck, chronischen Lungenerkrankungen, Krebs und Herzkranke. Auch Ältere über 60 Jahren und Raucher. Absolutes Besuchsverbot! Ein Kontakt mit ihnen ist zu deren Schutz streng zu meiden.
  • Infizierte sollten Mund und Nasenschutz in ihrer Umgebung tragen, sie streuen dann weniger Viren in ihrer Umgebung.
  • Verdachtsfälle sollten in Arztpraxen nicht mehr vorstellig werden. Statt dessen sollten Abstriche in separierten Einrichtungen oder durch Besuchsdienste vor der Wohnungstür genommen werden. Manche Arztpraxen bieten Abstrichtests in separierten Räumen an. Wichtig: Das örtliche Gesundheitsamt anrufen.
  • Für medizinisches Personal gilt: Schutzhandschuhe, Schutzbrille sowie eine Atemschutzmaske von mindestens FFP2-Standard.

 

Netzwerk von Krankenhäusern

Anfang März 2020 ist in Deutschland das Register www.divi.de/intensivregister online gestellt worden. Jeweils täglich aktuell können die Mediziner in Deutschland hier freie Beatmungskapazitäten abfragen. Nicht nur Beatmungsplätze, sondern auch freie ECMO-Plätze (extrakorporale Membranoxygenierung) für das schwerste Lungenversagen können hier abgerufen werden. Die Registrierung ist unkompliziert: Noch nicht eingetragene Kliniken können sich innerhalb von fünf Minuten registrieren.

Patienten werden in drei Kategorien eingeteilt: low-care mit geringem Beatmungsbedarf, high care mit schwer Erkrankten, und ECMO mit schwerstkranken Beatmungspatienten. Somit können Patienten optimal verteilt werden, wenn regionale Nadelöhre entstehen sollten.

 

Quarantäne von medizinischem Personal

Nach Anweisung des Robert Koch-Institutes (RKI) gilt am 27.3.2020 für medizinisches Personal folgende Regelung:

Bei Personalmangel in medizinischen Einrichtungen kann mit dem örtlichen Gesundheitsamt folgende Regelung abgestimmt werden: Nach Kontakt mit Sekreten und Aerosolen von Covid-19-Patienten sind nur sieben Tage häusliche Quarantäne vorgesehen. Falls keine Symptome auftreten, kann mit Mund-Nasen-Schutz wieder gearbeitet werden. Bis 14 Tage sollte eine Selbstbeobachtung erfolgen, bei Symptomen dann sofort testen lassen.

Personaltestungen sollten in der Bearbeitung meines Erachtens dann innerhalb von 24 Stunden vorgezogen werden. Sie sind besonders zu deklarieren und im Labor anzumelden.

Personal mit begrenztem Expositionsrisiko, etwa bei Kontakt zu Infizierten ohne Schutzanzug unter zwei Metern Abstand oder über 15 Minuten Kontaktzeit: Es kann mit Mund-Nasenschutz weiter gearbeitet werden. Diese Personen sollten sich selbst beobachten und bei Symptomen einen Test durchführen lassen. Der Einsatz sollte aber möglichst nicht in vulnerablen Bereichen erfolgen.

 

Coronavirus und Schwangerschaft

Die Geburt: Im Kreißsaal sollten infizierte Schwangere in separatem Bereich untergebracht werden. Außerhalb dieses Bereichs sollten sie eine medizinische Maske tragen. Fachgesellschaften raten dazu, nur einen nicht-Corona-positiven Besucher zuzulassen, der nicht wechseln sollte.

Das Baby ist da: Auch bei infizierten Schwangeren haben Fachgesellschaften bisher keine Einschränkung auf das Bonding und Stillen ausgesprochen. Ein Kaiserschnitt ist durch eine Sars-CoV2 -nfektion der Schwangeren nicht begründet.

 

Wann erscheint ein Test auf Sars-Covid-19 sinnvoll?

Die Charité hat unter https://www.covapp.chari eine Entscheidungshilfe eingestellt für einen Arztbesuch und eine Testung. Die Antwort wird anonym zugesendet. So sollen auch unnötige Besuche in einem Notfallzentrum vermieden werden.

 

Coronavirus, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung/ Krankschreibung

Für Risikopatienten und kann keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt werden. Das gilt auch für Menschen aus Umgebungsquarantäne, die Quarantäne einhalten müssen, weil beispielsweise ein Familienmitglied infiziert sein könnte. Auch für Berufstätige, die ihre Kinder betreuen müssen, kann keine Bescheinigung ausgestellt werden.

 

Zugang zu Publikationen über das Coronavirus

Coachrane ist ein globales Netzwerk von Wissenschaftlern, Ärzten und weiteren Tätigen in den Gesundheitsberufen, sowie von Patienten. Die Cochrane-Bibliothek ist seit März 2020 frei zugänglich. Hier finden sich relevante wissenschaftliche Publikationen zur Sars-CoV-2-Infektion unter: http://daebl.de/SF54. In einem Register sollen Studien und Reviews erfasst werden.

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