Informationen und Impulse für das Corona-Zeitalter
 

Dieter H. Mainka : Lost in Corona

Lost in Corona, Teil I

Den  Zustand einer Unsicherheit und Unentschlossenheit  seit Beginn der Corona-Pandemie wird der Leser  in meinem Projekt Lost in Corona zusammen mit mir durchleben. An schweifenden Gedanken über den Kern der Pandemie und an einer chronologischen Zuordnung  des jeweils wissenschaftlichen Standes aus dem Blickwinkel eines  Onkologen nimmt der Leser teil. Das Buch ist Tagebuch und Sachbuch und auch schon mal Science Fiction, für manche kann es sogar ein Ratgeber sein.

Mit dem Autor zusammen durchstreift er das Geschehen zu Anfang der Pandemie in China, versucht dort der Wahrheit der Ausbruchs näher zu kommen und das nicht ohne Blick auf gängige Verschwörungstheorien. Aus verschieden Blickwinkeln wird dem Leser  die unweigerliche Entwicklungen einer Pandemie aufgezeigt. Dabei lernt er die Hauptakteure kennen, ihre teils doppelbödigen Entscheidungen zur Kontrolle der Situation aber auch ihre Stärken. Mit dem Autor macht der Leser  Ausflüge nach Venedig und taucht dort in das Mittelalter mit Quarantäneinsel und Pestmasken ein, wirft einen Blick auf die Wasserqualität des Lago Trasimeno und lernt die Schönheit des Tessins kennen, immer auch mit der Corona-Lupe. Er lernt den Urwald von Uganda und die Fledermäuse fürchten und  schätzen. Aber auch auf Betroffene wird das Brennglas gehalten, auf Christen, Kapitalisten, Arbeiter in Amerikas Schlachthöfen, auf die Reise und Eventbranche, und was die Götter dazu sagen. Der Autor berichtet auch immer wieder von den Leibhaftigen in seiner beruflichen und privaten Welt. Das Kapitel schwarze Löcher und der Einblick in die Welt der Infektionserreger sind etwas unheimlich, auch das Kapitel über die Tierquälerei seit Jahrtausenden. Alles nicht ohne Lösungsoptionen, das Kapitel Impfungen lässt dann sogar richtig  hoffen. Die Medikamenten-und Impfentwicklung werden aus Sicht eines Onkologen betrachtet und in verständlicher Form auch für den medizinischen Laien dargestellt. Der Onkologe betrachtet zusammen mit dem Leser  immer mal wieder Statistiken zum Infektionsgeschehen, das  in einer gewissen chronologischen Abfolge von November 2019 bis November 2020. Und weil Autor und Leser noch einige Runden auf dem Karussell drehen wollen wird die Fortsetzung von Lost in Corona voraussichtlich als Blog erfolgen. Nach dem Motto das Beste erleben wir zusammen.

Dieter Herrmann Mainka

31.10.2020

Welcher Verlag möchte dieses Buch veröffentlichen und hilft mir mit seinem Lektorat

 

Buchauszug aus Lost in Corona von dem Autor Mainka

Buchauszug aus Lost in Corona von Dieter H. Mainka

 

 

Köln, den 1.11.2020

Diese Version ist eine  Leseprobe von Aufzeichnungen der letzten Tage im Oktober 2020 aus 400 Seiten chronologischer Notizen zu der bisherigen Corona-Zeit seit März 2020. Korrekturen und das gesamte Lektorat fehlen. Fehler bitte ich zu entschuldigen.                                                                                Ich suche einen Verlag zur Veröffentlichung meiner  bisherigen Texte  als Buch mit dem Titel : Lost in Corona

Lost in Corona

 

Teil III,  der Herbst 2020

Donnerstag 15.10.2020

Ausgehsperren in Frankreich. Den Tod vor Augen haben

Herbstferien in der onkologischen Praxis, 2 von 4 Ärzten haben Urlaub. Der Termindruck ist hoch, seit dem Spätsommer steigt das Patientenaufkommen wieder an, etwas geringer Termindichte gab es lediglich im März und im Mai 2020. Die Praxisteam ist während der Corona-Zeit noch mehr zusammengerückt, die Schutzmaßnahmen werden von jedem einzelnen gelebt. Auch bei jetzt herbstlichen Temperaturen, es ist regnerisch und morgen oft unter 10 Grad, wird die Praxis ständig gelüftet, Türen zum Flur hin stehen auf, Fensters sind mindestens auf Kipp geöffnet, Heizungen und die Luftabzugsanlage sind hochgestellt. Vor 2 Wochen wurde ein onkologischer Patient in unserer Tagesklinik 3 Tage lang mit Infusionstherapie behandelt, es war dann eine  zusätzliche stationäre Behandlung notwendig, dabei viel  ein routinemäßig bei Krankenhausaufnahme durchgeführter Corona-Test positiv aus. Der Patient wurde im Krankenhaus isoliert, blieb auch weiterhin  asymptomatisch und  ist inzwischen wieder entlassen. In der Praxis wurden daraufhin alle Kontaktpersonen, Personal wie auch Patienten die sich in gleichen Räumen aufgehalten hatten einer Corona-Testungen  unterzogen, niemand hatte sich infiziert. Die Nachverfolgung durch das Gesundheitsamt dürfte zumindest  in diesem Fall schon nicht mehr  funktioniert haben. Die Information über den positiven Corona-Test erhielten wir nur durch Mitarbeiter des Krankenhauses. In unserer Infusionsabteilung sind die Patientennamen dem täglichen Sitzplan zu entnehmen. Das Virus ist wie im März 2020 wieder in der Bevölkerung, es herrscht aber mehr Ruhe, Ruhe vor dem Sturm? Der Normalbetrieb im Krankenhaus läuft mit hoher Auslastung, auch elektive Eingriffe erfolgen weiter, die Anzahl der zu versorgenden Corona-Patienten hält sich noch in Grenzen, es sind meist unter 10 je Kölner Krankenhaus. Das Thema Corona ist  wieder Hauptthema der Medien und der Politik.  In Frankreich hat Mitterrand ab  Samstag für nahezu in allen großen  Städten einschließlich Paris für die Nachtstunden ab 21 Uhr eine Ausgangssperre verhängt. Dadurch hat der französische Präsident, der mit enormer präsidialer Macht ausgestattet ist, mit einem einzigen Erlass dort nahezu alle abendlichen Kontakte der Menschen untersagt. Wer wird auf einer Familienfeier 30 oder  50 Gäste bei sich abends zu Haus unterbringen können. Bar- und Restaurantbesucher müssen dann zu Hause sein, abendliche Verletzungen der Abstandspflicht und  Annäherungen unter Alkoholeinfluss nach 21 Uhr sind unterbunden. Familienfeiern werden gegen 20 Uhr enden, die Besucher müssen ja noch vor 21 Uhr zu  Hause ankommen, auch der abendliche Besuch im Fitnesscenter oder ein  Spaziergang mit dem Hund sind wohl unter Strafe gesetzt. Ohne triftigen Grund darf niemand mehr auf der Straße sein. Die traditionell  zentralistisch ausgerichtete französische Politik hat sich aber bisher in den  Corona-Zeiten nicht sonderlich bewährt. Frankreich hatte bisher mit fast 800000 Infizierten  doppelt so viele als Deutschland mit 32703. Die Corona- Todesfallrate liegt fünfmal höher als in Deutschland. Die Zahlen am  13.10.2020:  Todesfallrate Frankreich 50/1000000 Einwohner, Deutschland 11/ 100000 , absolut 32703Todesfälle in Frankreich, 9634 Todesfälle in  Deutschland. Die Intensivstationen in den großen französischen Städten sind wie Anfang  März 2020 fast schon wieder voll, der Präsident will diesmal nicht zögern. In Frankreich wurden im Frühjahr einige Corona-Vorschriften von Paris aus sehr spät erlassen. In Deutschland werden zwar immer wieder die pluralistischen Entscheidungsprozesse für Corona-Regeln kritisiert, sie scheinen aber vielleicht zu einem besseren Outcome, in medizinischen  Studien sind damit die Überlebenden gemeint, zu führen. Das Ergebnis während der Corona-Zeit für jeden Einzelnen ist in Deutschland bisher besser als in vielen anderen Ländern. Wir kennen alle nur wenige oder sogar gar keine Mitmenschen  die es getroffen hat, die eigene Familie ist bisher meist unversehrt geblieben. Selbst in unsere Praxis mit Kontakten zu etwa 3000 verschieden Patienten seit dem Frühjahr kennen wir nur wenige mit einer durchlaufenen Corona-Infektionen. Das ist mit ein Grund für die hohe Anzahl von Zweiflern in Deutschland. Ich erlebe mehrmals monatlich Patienten mit Fragen in dem Tenor: „ Dokter saach ens, jibt et dat Virus övverhoup „ . Und das sind nicht die jungen, sondern Menschen im Mittelalter, ich meine so um die 50. Besonders Selbstständige und sehr umtriebige Menschen die sich selbst nicht zur Risikogruppe zählen  fühlen sich von unserer Regierung drangsaliert. Am Marktstand für Bio-Brotwaren erlebte ich so jemanden. Männlich, Alter um die 50, teuer und auf Jung gekleidet, vielleicht aus der Filmindustrie: „ Jetzt geht der Schwachsinn wieder los, das Virus ist doch nur für 80 plus und für welche mit schweren Vorerkrankungen gefährlich „. Die jüngeren kennen die Informationen das eine Corona-Infektion für sie nur in seltenen Fällen langwierige Folgen haben könnte und das die Sterblichkeit dieser Infektion bei unter 35 Jährigen Menschen in Deutschland sogar unter der einer Grippe liegt. Der  Appel an die Solidarität ist bei dem größeren Teil der jungen Menschen in Deutschland aber angekommen, sie wollen  ja auch ihre Eltern und andere direkte Mitmenschen schützen. Ein kleiner Teil der Bevölkerung akzeptiert Regeln sowieso kaum, da helfen nur klare Ansagen mit raschen Konsequenzen bei Verstößen. Und ein weiterer kleiner Teil hält das „ sozialverträgliche Absterben der Älteren und Kranken „ für natürlich oder sogar notwendig. Sie mögen sogar heimlich für sich  mit perfiden Vorteilen wie mit geringeren Rentenbeiträgen und mehr erschwinglichem Wohnraum durch die  Epidemie liebäugeln. Und dann gibt es einen Teil welche die behördlichen Regularien für völlig überzogen halten so mit dem Argument: „ Die Regierung hat doch für Corona im Frühjahr die Pläne zur Beherrschung einer Ebola-Infektion aus den Schubladen geholt“. Wenn dem so ist  hat unsere  Regierung zumindest den Sommer nicht genügend genutzt um diese Pläne detailliert an Corona anzupassen. Dieser Meinungsgruppe kann ich kaum etwas erwidern. Der überwiegende Anteil der Menschen soll als Soldaten in all den Kriegen nie geschossen haben, darüber gibt es viele Studien. Die absoluten Corona-Leugner und die mit dem Motto „ Risiko nur für sowieso überfällige“ gehören vielleicht zu den 20 Prozent die in Kriegen an der Front immer schießen, zu den echt Brutalen. Ich rede auch mit solchen. Als Argument mit ihnen erwähne ich auch Jüngere die an Corona verstorben sind, und das wir die Zeit bis zur  Impfung eben besonnen und sozial überbrücken sollten. Dann weise ich noch auf die Daten einer Britischen Studie hin mit dem Ergebnis das an Corona verstorbenen Menschen im Durchschnitt ansonsten noch 11 Jahre weiter gelebt hätten.

Heute hatte ich den Tod vor Augen. Notfallmäßig wurde ich von meinem Sprechzimmer in die Tagestherapieräume gerufen, ein Patient reagierte allergisch auf eine Komponente seiner Chemoimmuntherapie. Die Situation haben wir etwa einmal im Monat, routiniert werden Gegensubstanzen sofort verabreicht. Heute ist aber alles anders, trotz entsprechender Medikamente wird die  Lunge des Patienten rasch spastisch und stellt ihre Funktion ein, sein Körper läuft blau an obwohl das Herz noch schlägt. Unser 8 köpfiges Team  kümmert sich um alles, Sauerstoff, Notfallkoffer, Beatmungsbeutel, lokale Spasmolytika, antiallergische Medikation, EKG, Bereitstellung Defibrillator, Evakuierung der anderen Patienten in andere Räume,  Notruf Feuerwehr. Dann Reanimation, die Pupillen des Patienten bleiben eng, ein gutes Zeichen. Zusammen mit dem rasch eingetroffenen Rettungsteam der Kölner Feuerwehr  kann diesem Menschen geholfen werden. Wir erfahren am  Nachmittag dass unser Patient bereits wieder am Bettrand gegenüber im Krankenhaus sitzt, also  keine Schädigung des Gehirns durch Sauerstoffmangel eingetreten ist. Er war dem Tod sehr nahe, wir alle hatten den Eintritt schon befürchtet. Dieser Mensch kann jetzt mit seiner Krebserkrankung  weiter leben, das  für ihn allergisierende Medikament ist zu wechseln. Wir alle haben unsere Zeit, diese können wir aber mit Hilfe anderer in unserem menschlichen Netzwerk beeinflussen. Selbstverständlich müssen wir  Menschen auch bereits sehr schwer Erkrankten helfen, wenn sich daraus ein Sinn ergibt. Das ist ein Teil unserer Zivilisation. Nicht alle Menschen wünschen in jeder Situation Intensivmedizin, und für viele werden diese Maßnahmen auch im Verlauf von schweren Krankheiten vermieden und ab einem bestimmten Punkt sollten sie immer vermieden werden. Patientenverfügungen machen es allen Helfern leichter auch im Sinne des Patienten zu handeln. Die Diskussionen zu dieser Problematik sind sehr menschlich und die Grenzsituationen fließend. Übertragen auf die jetzige Corona-Epidemie können wir bei den Risiko-Gruppen nicht vorab zwischen Lebenswert und dem Gegenteil als Außenstehende unterscheiden. Somit müssen wir erst einmal alle schützen. Fertig.

 

Freitag, der 16.10.2020

Freudige Info

Der gestern reanimierte Patient ist aus dem Krankenhaus entlassen. Eine freudige Info.

 

Samstag. Der 17.10.2020

Der neue Corona-Schnelltest mit 96,5 Prozent Sensitivität. Erstmals schnellste Kontaktverfolgungen möglich

Ich knüpfe an den letzten Satz von Donnerstag an. Alle benötigen differenzierte klare Erlaubnisse und keine pauschalen Verbote.

Im diesem Sommer sind  wir öfter am frühen Abend mit dem Fahrrad oder auch mit dem Auto zu einem italienischen Lokal mit großem Außenbereich gefahren. Es herrscht dort eine  Weingartenatmosphäre, die Lage ist  an einem Uferbereich eines kleinen Flusses. Der Betreiber hat  jetzt auf dem Außenbereich ein großes Zelt aufgestellt, dies erhält man von der Event- Branche gerne und günstig. Allen ist geholfen, diese Optionen sind aufzuzeigen. Große Volumina von Räumen haben geringere Corona-Risiken als ein kaum belüfteter Gewölbekeller. Keine Verbote, sondern Erlaubt ist: Übernachtung des Hotelgastes bei negativem Corona-Antigenschnelltest welche vor Ort durchzuführen wären. Da nach dem Infektionsschutzgesetz in Deutschland nur Ärzte eine Infektion nachweisen dürfen wäre das Gesetzt auf die aktuelle Situation anzupassen. Bei  positivem Ausfall eines Corona-Schnelltestes sofortige Quarantäne, egal durch wen der Schnelltest durchgeführt wurde, auch bei einem Selbsttest. Das positive Schnelltestergebnis ist durch den genaueren PCR-Test  durch medizinisch geschultes Personal z.B. in Testzentren oder durch mobilen Einsatz abzusichern. Die Schnelltests von Roche mit 99,68 % Spezifität ( Bei positivem Testergebnis auch positiv in der genaueren PCR-Methode ) und 96,52 % Sensitivität ( Im Vergleich zu PCR-Testungen werden 3,48 Prozent der Infizierten nicht detektiert  ) kosten zur Zeit 11,5  Euro. Einige Tests anderer Firmen sind bis zu 6,5 Euro preisgünstiger. Die Tests zeigen aber einige Menschen falsch positiv an, alle positiven Tests müssen also verpflichtend mit der PCR-Methode bestätigt werden. Die Kosten bei einer Testung vor einem Hotelaufenthalt könnten verteilt werden. 5 Euro trägt der Gast gerne, 5 Euro pro Test werden dem Hotel vom  Staat rückerstattet durch Verrechnung mit der Umsatzsteuer. Das Hotel trägt gerne die Kosten für die Durchführung des  Testes, etwa 3 Minuten je Test und hält geschultes Personal dazu vor. Keine Angst, die angebotenen Tests sind nach kurzer  Schulung im Internet  jedem verständlich. Der Tester muss sich aber entsprechend mit Schutzkleidung, Schutzbrille und mindestens FFP-2 Maske versehen da bei dem Speicheltest mit den Teststäbchen im tiefen Nasenbereich und im hinteren Rachen Husten und Niesreize ausgelöst werden. Oder die Methode mit Rachenspülwasser wie sie bereits in manchen Testzentren für den PCR-Virusnachweis durchgeführt werden sollte ebenfalls für die Schnelltestungen eingeführt werden. Dann könnten die zu Testenden den Test selbst durchführen. Dabei trinkt die zu testende Person eine abgepackte Wasserration von10 ml , lässt diese Flüssigkeit in den Rachen fließen ohne sie zu schlucken, atmet durch die Nase und gurgelt 5 Sekunden bei nach hinten gestrecktem Kopf. Anschließend  lässt sie  die Gurgellösung  in ein Einmalgefäß fließen, darin wird der Testtupfer getaucht. Bei dem Schnelltest von Roche wird das Teststäbchen dann in ein kleines Plastikgefäß mit Pufferlösung gesteckt und mehrmals darin gedreht. Jetzt bekommt das Testgefäß einen Tropfaufsatz und 3 Tropfen des Inhaltes werden aus der Öffnung auf einen Teststreifen getropft. Nach 15 bis 30 Minuten kann das Ergebnis durch einen farbabgesetzten Streifen zugeordnet werden. Ähnlich einem Schwangerschaftstest. Zuvor erscheint ein Kontrollstreifen und zeigt den korrekten Testablauf an, ansonsten muss der Test verworfen werden. Die Liste der erhältlichen Tests findet sich unter www.bfarm.de/antigentests. Die Ergebnisse noch laufender Validierungen / Prüfung der Tests in unabhängigen Zentren werden auf www. finddx.org veröffentlicht. Die Antigentests brauchen mehr Virusmaterial für ein positives Signal als der PCR-Test, werden somit einige Stunden später positiv und auch deutlich eher ( Tage ) wieder negativ. Somit können sich besonders bei symptomatische Patienten die häufig im Mund-Rachenbereich bereits wieder  fallende Viruskonzentrationen aufweisen falsch negativ Testergebnisse beim Antigentest ergeben, dies Patientengruppe sollte per se zusätzlich mit einer PCR-Testung untersucht werden. Optimal selektiert der Schnelltest bei noch asymptomatischen und bei gerade neu symptomatischen Infizierten. Die Tests können in Deutschland bisher nur für medizinisches Personal bestellt werden. Warum?

Warum soll ein Land mit wenigen Corona-Infizierten  Urlauber aus einem Gebiet mit vielen Infizierten ohne ein aktuelles Testergebnis übernachten lassen? Infizierte müssen eben für 2 Wochen in Quarantäne, die anderen beweisen ihren Infektionsstatus mit einem Schnelltest vor Ort, oder führen  eine aktuelle Bescheinigung über das Testergebnis vor Reiseantritt mit sich. Somit können Infizierte mit dem  Antigen-Schnelltests rasch identifiziert werden, und zwar am Point of Care, da wo Vorsicht angebracht ist. Vor dem Flug, vor der längeren Bahnfahrt. Sie können bei Dienstantritt in Pflegeheimen, in Krankenhäusern, in Fabriken mit unzureichendem Abstandsbereichen, bei Mitarbeitern an den Kassen, in der Gastronomie, an Bahnhöfen und Flughäfen und vor einem Eventbesuch durchgeführt werden. Denkbar sind sogar verteilte Teststellen in denen das Testtagesergebnis der Personalausweisnummer zugeordnet wird, Gültigkeit von 1 bis 3 Tagen je nach Verwendungszweck. Schon viel  Aufwand, ja aber wieviel  Billionen kostet ein langer neuer  Lockdown und wieviel Arbeit macht ein intensivpflichtiger Infizierter oder jemand mit Spätfolgen. Und wieviel Leid kann vermieden werden. Die Impfung scheint ja im Frühjahr wirklich zu kommen, eine weitere gebremste  Durchseuchung der Bevölkerung mit Corona bis hin zum Erreichen einer Herdenimmunität ergibt somit wenig Sinn ( Etwa 60 Prozent müssten die Infektion durchlaufen. Ewa 500000 bisher Infizierte x Dunkelziffer 5 entspricht 2,5 Millionen mit überlebter Infektion, das sind gerade 3 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ). Der Antigen-Schnelltest weist Eiweiße nach, welche Bestandteile des Corona-Virus SARS-CoV-2 sind,  bei ausreichender Konzentration dieser Eiweiße in der Probe bindet er an einen spezifischen Antikörper und löst dadurch ein visuelles Signal aus, eine Verfärbung. Die Kapazitäten der Testherstellung können allein bei Roche bis 100 Millionen Tests im Monat hochgefahren werden. Die neue Corona-Testverordnung ab 15 Oktober hat die Schnelltests bereit einbezogen. Gesundheitseinrichtungen können demnach entscheiden wie sie die Antigen-Schnelltests in ihr Schutzkonzept einbeziehen. Diese Gesundheitseinrichtungen wie Dialysekliniken und auch Pflegeheime und Krankenhäuser erhalten maximal 20 Tests pro Patient und Monat, eine Einrichtung mit 80 Patienten könnte so 1600 Tests in einem Monat nutzen. Asymptomatische Mitarbeiter haben Anspruch auf einen Test pro Woche. Geburtshäuser, Rettungsdienste und Massenunterkünfte sollten noch in die Testverordnung mit einbezogen werden. Vor Aufnahme in alle diese Einrichtung sollen aber Patienten / Bewohner einmalig die genauere PCR-Testung erhalten. Aktuell sind etwa 30 verschiedene Antigen-Tests vom Paul-Ehrlich Institut mit Sensitivitäten zwischen 87,3 und 97,6 Prozent frei gegeben, die Liste ist online.

Eine Verbesserung der Kontaktnachverfolgung ist möglich. Jeder mit einem positiven Corona-Schnelltestergebnis benachrichtigt seine Kontaktpersonen selbst und sendet oder gibt diesen eine offizielle Information zu den Verhaltensregeln des örtlichen Gesundheitsamtes weiter. Die erstellte Liste mit den Ergebnissen der Kontaktnachverfolgung stellt er per mail dem zuständigen Gesundheitsamt zu, speziell ausgewiesen welche Personen der Infizierte aus welchem Grund nicht informieren konnte. So startet eine Kontaktverfolgung sofort und damit  2 bis 3 Tage früher als bei Abwarten bis zum Eintreffen des  PCR-Testergebnisses und dann noch  folgender Bearbeitung durch ein Gesundheitsamt. Die frühe Detektion von Symptomlosen wird umgesetzt, die Kontaktverfolgung erhält einen höheren Wirkungsgrad, sie kann deutlich mehr weitere Infektionen besonders durch asymptomatische Infizierte verhindern. Die weitere Dekompensation von Gesundheitsämtern kann so verhindert  werden. Die  PCR-Labore wären entlastet, hier sind sogar Einsparungen möglich. Könnten den Gesundheitsämtern  Bürgereigenhilfekonzepte mit Hilfe bei der Nachverfolgung,  Clustererkennung und Information der Bürger flankierend helfen? Viele Rentner und Pensionäre könnten ehrenamtlich helfen.

 

Sonntag, der 18.10.2020

Reibekuchen bei 8 Grad, die Corona-Einschläge kommen näher

3 Pärchen treffen sich zum Reibekuchenessen, draußen auf einer Terrasse mit Blick aus dem Bergischen nach Köln. Zwei offene Feuer wärmen, auf einem alten Ofen werden die Reibekuchen in 2 Pfannen im Dauereinsatz gebraten. Köstlich. Ich habe eine Skiunterhose und warme Winterkleidung an. Die teilweise verrauchte Szenerie in der Dämmerung erinnert mich an Besuche in höheren Regionen in Afrika. Dort gibt es bei Eintritt der Dämmerung auch überall offene Feuerstellen, irgendetwas wird dort an jeder Ecke gebrutzelt, keine Reibekuchen. Jemand hat gebeizten Lachs mitgebracht, der Apfelmus ist von eigenen Äpfeln. Corona ist an diesem Abend kein Thema. Zwischendurch werde ich nur einmal mit Ironie gefragt ob auch alle hier draußen genug Abstand halten. Ja, aber bemängeln muss ich die etwas unklar zugeordneten  Gläser auf dem Terrassentisch.

Nun, inzwischen werden mir aus persönlichen Kreisen Fälle von durchstanden Corona-Infektionen berichtet. Das Arztehepaar mit Infektionsereignis bereit im März während eines Aufenthaltes in einem privaten Sanatorium. Er hat weiterhin nachweisbare Antikörper, bei ihr sind diese jetzt nicht mehr nachweisbar. Ähnliche Fälle sind publiziert, diese Menschen können noch einmal dieselbe Corona-Infektion bekommen. Dann höre ich von einem jungen Pfleger der sich während seiner Teilnahme an einer Bronchoskopie infiziert hat, zusammen mit noch weiteren an der Untersuchung Beteiligten. Seine Verwandten brachten ihm die Lebensmittel vor die Tür und gingen dann auf die Hälfte vom Stockwerk zurück um mit ihm zu erzählen. Kein Fieber aber völlig kaputt, starke Gelenkschmerzen und eben die Geruchsstörung. Dann die Geschichte von einem 50 jährigen nicht Vorerkrankten, der wurde erst auf Intensivstation durchgebracht, auch seine Frau war stationär. Oder ein unter 60 jähriger Dorfapotheker. Nach Covid-19 mit Intensivpflicht und späterer verlängerter REHA haben sich Mitgolfer über seine Alterung im Zeitraffer innerhalb 4 Monaten erschrocken, er schleiche nur noch gebeugt über den Platz. Seine beiden Söhne hatte es auch erwischt, aber weniger schwer, auch sie waren stationär. Ein 25 jähriger Krankenpfleger war in einem Krankenhaus gerade neu eingestellt. Er musste selbst auf einer  Intensivstation, als Covid-19- Patient,  und verstarb leider. Die meisten von uns werden bald weitere solche Geschichten, die meisten enden besser, aus ihrem Umkreis erfahren. Die Einschläge kommen näher.

 

 

Montag der 19.10.2020

Die Krankenhäuser füllen sich wieder

Im Juni waren unter 10 Patienten mit COVID-19 in Kölner Krankenhäusern zu versorgen. Am Wochenende hat sich die Anzahl der Covid-19 Patienten in mir bekannten Krankenhäusern stark erhöht, eine Isolierstation je Krankenhaus wird bald nicht mehr reichen. Weit über 100 infizierte Patienten sind in Köln jetzt zu versorgen, nahezu so viele wie im März 2020. Wir  testen jetzt mit Schnelltests in unserer Praxis. Entscheidungen zu einer adjuvanten Krebstherapien die nach einer Krebsoperationen eigentlich noch einen höheren Heilungsgrad bewirken soll, werden mit den Patienten differenziert besprochen. Diese Therapien gehen  mit einem möglicherweise erhöhten Risiko einer schwereren Corona-Infektion einher und die Entscheidung dazu ist individuell abzuwägen. Diese Patienten  müssen bei solchen Therapien häufig in die Praxis per Taxi kommen, teilweise noch zu anderen Untersuchungen in Krankenhäuser, die Kontakte sind erhöht obwohl die Funktion ihres Immunsystem  durch manche dieser Krebs-Therapien reduziert wird. Es gibt aber auch Krebs-Therapien die den Schutz vor einer Corona-Infektion erhöhen. Die antihormonelle Therapie bei Patienten mit Prostatakarzinom entzieht männliche Hormone die sonst Wachstumssignale für die Krebszellen sind. Gleichzeitig verändern sich damit sogenannte spike-Proteine, das Corona-Virus kann schlechter an die Körperzellen andocken. Bereits im Frühjahr war in den  italienischen Krebsregisterdaten aufgefallen das Patienten mit antihormoneller Behandlung bei Prostatakrebs seltener an Covid-19 erkrankten. Professor Alimont aus Bellinzona veröffentlichte dazu im Fachmagazin Annals of Oncology eine Studie die bei Männern mit unterdrückter Testosteronproduktion ein viermal niedrigeres Corona-Infektionsrisiko zeigten als bei anderen Männern und ein fünfmal niedrigeres als bei Männern mit Prostatakrebs ohne Testosteronentzug. Bekannt ist das Androgene   die Aktivität eines bestimmtes Eiweißes namens TMPRSS2 / Transmembran Serinprotease 2 der Zellen steigern. TMPRSS2 hilft Sars-CoV-2 gesunde menschliche Zellen zu befallen. Das könnte auch erklären warum bei Männern die Erkrankung heftiger ausfällt als bei Frauen. 55 Prozent der Verstorbenen in Deutschland sind Männer, weltweit sogar 60 Prozent. Weiterhin haben Männer ACE2 in höherer Konzentration auf den Zellen als Frauen, ACE wird von den Corona-Viren benötigt um in die Zellen einzudringen. Das Immunsystem von Männern ist generell schlechter aufgestellt als das der Frauen. Ein weiterer Faktor mag sein das Frauen für solche Infektionssituationen auf ein effektiveres  Coping zurückgreifen. Das heißt , sie regulieren ihre Emotionen, analysieren die Infektionsrisiken und vermeiden diese. Sie sprechen darüber und vermeiden den inneren Stress und auch den vermehrten Alkoholkonsum. Nun auch Menschen mit Blutgruppe 0 haben ein geringeres Risiko an Covid-19 zu erkranken, die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf ist bei ihnen um die Hälfte geringer als bei Menschen mit Blutgruppe A. In Deutschland haben 43 Prozent der Menschen Blutgruppe A und 41 Prozent Blutgruppe 0. Die letzteren sind auch besser gegenüber Malaria geschützt. Dafür schützt Blutgruppe A besser vor den Pesterregern, die gibt es ja immer noch. Neben dem Alter sind Herzkreislauferkrankungen und starkes  Übergewicht ein Risiko schwer an Covid-19 zu erkranken.

Unverletzbar durch Corona  sind diese Menschen trotzdem nicht, das sind nur Einsiedler oder die wenigen Nomaden auf der Erde. Die leben in kleinen Gruppen von 50 bis 100 Menschen mit seltenem Kontakt zu Fremden. Auch wir lernen gerade wieder in kleinen Gruppen zu leben, mit viel Empathie begegnen wir unseren verbliebenen Nächsten. So lebten die Menschen bis vor 10000 Jahren. So richtig zurück in dieses vielleicht wahre goldene Zeitalter will aber keiner den ich kenne. Zusammen Beeren pflücken oder ein Mammut fangen und abends am Lagerfeuer darüber berichten.

 

 

Dienstag, der 20.10.2020

Die neuen Impfungen , Schnelltests für alle und mehr

 

Was kann man tun?

Alle ständig testen, Schnelltests für alle in Eigenregie und sofortige Quarantäne

Nachverfolgung in Eigenverantwortung

Absperren und Einsperren

Kontrollieren, aber alle

Entscheiden, aber schnell

Mitmachen, alle müssen zusammenhalten

China fragen, was wissen die mehr

Schützen

Impfen, die ersten Impfungen kommen.

Hatte China im Februar / März 2020 bereits eine Impfung, hatten die Helfer von außerhalb  Wuhans bereits Impfschutz?

 

Jeden Dienstag koche ich am Abend nach der Arbeit. In der Mittagspause  im Handelshof an der großen Fischtheke. „ Nein, den großen Heilbutt dort vorne kriegen wir heute nicht filetiert, sie sehen ja was hier los ist. Die Leute hamstern. Seit 8 Tagen. Wie die Zombies „ In der Tat, der Handelshof, ein Großhandelsmarkt, hat für einen Dienstag viel mehr Kunden als sonst, Toilettenpapier ist auch auf den großen Wagen. Was meint der Fischverkäufer mit Zombies, die wiederauferstanden hamsternden Menschen die sich erneut mit Spagetti, Toilettenpapier, Atemmasken und Einmalhandschuhen versorgen, wie im März? Oder die Wandlung des Publikums, Rentner und Menschen in Kurzarbeit statt der sonst üblichen jüngeren Einkäufern, den Hoteliers, Restaurantbetreibern und Großküchenmitarbeitern. Nach der Hamsterwelle wird auch bei dem jetzigen Lockdown hier im Handelshof erneut die große Leere in den Gängen eintreten. So einige Restaurantbetreiber waren bereits in den letzten Monaten hier nicht mehr gesehen. Auch nicht als Zombies.

Zurück zum Ernst, was kann getan werden?

Testen, mit verändertem Management unter Einbeziehung der Schnelltests

Nachverfolgung, die  Eigenverantwortung der Bürger wecken. Infizierte könnten Kontaktlisten mit Angabe zu Kontaktdaten, ungefähren Kontakzeiten und den Kontaktumständen erstellen.Meldung an das Gesundheitsamt per mail und Information an die Kontaktpersonen ohne Verzögerung durch den positiv Getesteten. Die Kontaktpersonen können per mail / SMS / WhatsApp die Information vom Infizierten über den kritischen Kontakt, zusammen mit einer Verhaltensanweisung des zuständigen  Gesundheitsamtes des Infizierten umgehend erhalten. Im Corona-Kampf könnte  somit  das Kontakt-Tracing durch  die Manpower der Bevölkerung wieder im Kampf gegen das Virus scharf geschaltet werden. Datenschutzregeln können  für die Corona-Zeit nur für diese Situationen ausgesetzt werden, es darf keine Verzögerung der Datenflüsse geben. Menschenleben vor Datenschutz. Mailen statt „Faxen und anschließende Digitalisierung“. Auslieferung der Antigen-Schnelltests auch an nicht medizinisches Personal, der Test aus dem Supermarkt.

Aber: Testbeauftragte mit einer Basisfortbildung zur Durchführung von gezielten Testungen. Das könnte vor Flügen oder Bahnfahrten sein, vor dem Besuch von Kulturveranstaltungen, oder vor Eintritt zu Sportveranstaltungen und auch im Fitnessstudio oder vor Familienfeiern. Selbst bei einem Restaurantbesuch könnten Tests bei Testkosten zwischen 5 und 10 Euro pro Person den Betrieb weiter ermöglichen, zunächst mit Fortführung der weiteren bisherigen Sicherheitsauflagen.

Vollständige Absperrungen mit Militär wie in Wuhan. Lieber nicht. Denkbar sind aber Absperrungen von Stadtteilen mit hohem Infektionsstand ähnlich wie es in Melbourne erfolgreich praktiziert wurde.  Passieren dürften die Menschen nur mit triftigem Grund, etwa der Weg zur Arbeit, und dann nur mit negativem aktuellem Schnelltest.

Kontrollieren durch Befugte. Beeindruckend war für mich eine Kontrolle durch zwei mit Schnellfeuerwaffen bestückte Polizisten in Sirolo / Italien im August 2020. Einer mit Waffe am Körper am Anfang eines Straßenmarktes und einer am Ende der Marktstraße. Nach Passage der Posten trugen  alle die Maske und alle hielten Abstände, die Standinhaber wiesen zusätzlich  auf  Abstandsregeln hin.

Drohen , nein, die Bevölkerung wird nur einsichtig wenn sie die Notwendigkeit von Einschränkungen versteht. Wöchentliche Bestandsaufnahmen mit Neuanalysen gibt es ja, Verkündung der Ergebnisse  nur über einen einzigen Sprecher der Regierung. Im Internet dann hinterlegt die Kurzform und  mit Quellenangaben  und Diskussionsbeiträgen der Regierungsmitglieder und Experten  in Langform.

Entscheidungen jetzt rasch. Jetzt müssen Erlasse rasch erfolgen um einen erneuten langen gesamten Lockdown noch zu vermeiden.

Auch die anstehenden Impfmaßnahmen und die Problemlösungen bei den Zuteilungen von Impfstoff sollten jetzt bereits im Bundestag diskutiert werden.

Mitmachen ist gefordert. Keine Wahlplakate, sondern Plakate mit Corona-Schutzmaßnahmen. Werben für Schnelltests und Solidarität, aber gleichzeitig die Grenzen aufzeigen, das was  Pflicht ist. Kurzform aller Regeln z.B. am Anfang der  Startseite des RKI Seite und auf der APP die auf allen Handys zu  installiert ist.

Impfen, China fragen, Kooperieren und kopieren. Präsident Xi Jinping hat die Corona-Epidemie im Februar zur Chefsache erklärt, das System zur Eindämmung über Blockwarts und Denunzianten in der Nachbarschaft sowie militärischer Absperrung von Millionen von Menschen hat nach den bekannten Anlaufschwierigkeiten gut funktioniert. Masken werden nicht mehr getragen, Clubs sind offen, in Peking soll es seit Monaten keinen erneuten Corona-Ausbruch mehr gegeben haben, landesweit gab es nur wenige lokale Infektionscluster. Betroffene Wohngebiete wurden dann jeweils abgeriegelt und die Bevölkerung dort vollständig getestet, ein Lockdown von ganzen Städten konnte so verhindert werden. Das Infektionsgeschehen in China mit 1,4 Milliarden Einwohnern  ist im November 2020 nahezu Null, wahrscheinlich geringer als im November 2019. Wirtschaftlich geht es in China mit V-förmiger Erholung aufwärts, als einziges großes Land hat China 2020  Wirtschaftswachstum. Bereits jetzt ist das Bruttoinlandsprodukt um 0,7 Prozent zum Vergleich des Vorjahres  gestiegen, Ende 2020 können es 2 Prozent werden. Der Binnenmarkt mit über  1 Milliarde Konsumenten erhält sich nach dem kurzen regionalen Lockdown der vor 6 Monaten beendet wurde selbst, die Exporte steigen wieder. XI Jinping konnte mit dieser positiven Entwicklung sein Volk wieder hinter sich bringen. Damals im Januar und Februar 2020 war bei den Chinesen viel Kritik an dem chinesischen Staatsapparat hochgekommen. Xi Jinping schwört nun das Volk auf einen neuen chinesischen  Wirtschaftskreislauf ein. Im kommenden Fünfjahresplan sollen die sogenannten  dualen Kreisläufe den einheimischen Konsum von eigenen Produkten stärken, der internationale Handel soll nur noch unterstützend wirken. Im Prinzip das Pendant der amerikanischen Entkopplungspläne. Die amerikanischen Chiptechnologie und die Entwicklung molekularbiologischer Verfahren eilt aber weiterhin den Chinesen um Jahre voraus. Da lässt sich eben nicht alles kopieren oder übernehmen. Der weitere westliche Massenkonsum  von  kostengünstigen Medikamenten, Elektronik und Textilien erscheint ohne die Produktionsstätten in China zunächst nicht denkbar. Schwieriges Fahrwasser für Deutschland, China ist inzwischen der wichtigste deutsche Handelspartner. Chinesische Firmen werden die ersten im großen Stil getesteten Impfungen im Winter 2020/21 zulassen. In einem Notfallprogramm sollen bereits seit Juni 2020  inzwischen Hundertausende, besonders medizinisches Personal, Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe, Lehrer und Geschäftsreisende geimpft worden sein, aber auch Militärs. Liu Jingzhen, Chef des Sinopharm-Konzerns berichtete im chinesischen Fernsehen das bei der Impfung aus seinem Konzern bisher noch keine Nebenwirkungen aufgetreten seien. Zheng Zhongwei von der staatlichen Gesundheitskommission räumt aber dabei ein das sich die Wirksamkeit noch erweisen müsse. Die Impfung funktioniere heißt es aus anderen Quellen aus China. Der Sinn der angelaufenen Massenimpfung mit fraglichem Schutz ist für westliche Augen nicht sichtbar, außer für eine Planerfüllung. Fehlerhafte Impfstoffe und Medikamente sind in China immer mal wieder im Umlauf wie vor wenigen Jahren bei Impfungen gegen Tetanus und Keuchhusten. Oder wurde  die Wirkung von neuen Corona-Impfungen  bereits in Wuhan getestet? Der Aktienkurs von Sinopharm lag im Oktober 2019 bei 3,2 Euro, Ende Februar begann eine  Abwärtsspirale, die chinesischen Anleger scheinen dem Impfproduzenten nicht zu trauen, oder wissen mehr. Die Aktien des  chinesischen Impfstoffkonkurrenten  CanSino Biologics haben dagegen seit März an Boden gewonnen, der Kurs stieg von  7 Euro auf zuletzt 20 Euro. Diese Firma aus Tianjin, einer Hafenstadt im Norden Chinas, hat die Corona-Impfung „Ad5-nCoV“  entwickelt. Der harmlose Adeno-Virus Typ5(Ad5) kann sich im Körper nicht vermehren und wird mit einem Gen für das Spike-Protein SARS-CoV-2 bestückt. Dieses Protein wird mit Hilfe des harmlosen Virus in den Körper transportiert und als fremd erkannt. Somit entstehen Antikörper und wohl auch zu eine T-Zellreaktion ( T-Lymphozyten, immunologische Gedächtniszellen) . Die Phase I dieser Impfstudie wurde bereits im März in Wuhan durchgeführt. Nebenwirkungen waren Schmerzen an der Injektionsstell bei 54 %, Fieber bei 46 %, Kopfschmerzen bei 39 % und Muskelschmerzen bei 17 % der Impfkandidaten. Im Juni 2020 wurden der Impfstoff bereits chinesische Militärangehörige geimpft. Im August 2020 ist offiziell die Prüfphase III gestartet worden, dazu haben sich direkt zu Anfang 10000 Freiwillige in Pakistan eingeschrieben, die Studie wird ebenfalls in Russland, Chile , Argentinien, Saudi Arabien und auch in China durchgeführt. In China kann aufgrund zu niedriger Infektionsraten in der Bevölkerung aber die Wirksamkeit nicht nachgewiesen werden. Daten über Nebenwirkungen der chinesischen Impfungen in der Testphase III sind mir nicht bekannt. Ist der Erfolg über die Pandemie im März 2020 den radikalen chinesischen Lockdown-Maßnahmen zu verdanken, oder gibt es einen uns nicht bekannten Schutz der chinesischen Bevölkerung vor SARS-CoV-2?  Nicht ganz unberechtigt erschein die Frage ob vielleicht viele Menschen in China, besonders die Risikogruppen längst einen dann doch funktionierenden Impfschutz besitzen.  Das wäre eine Erklärung dafür warum sich von den von außerhalb nach Wuhan und Hubei gekommenen Hilfsmannschaften von Februar bis März  angeblich niemand mit SARS-CoV-2 infiziert habe. Alleine 3600 Medizinische Mitarbeiter von außerhalb sollen während der Abriegelung vor Ort in Wuhan geholfen haben. Ich finde das China  dem Rest der Welt darauf  klare Antworten schuldig ist. Entweder gab es doch Ansteckungen unter den vielen Helfern aus anderen Provinzen bei ihrem wochenlangen Einsatz in Wuhan, dann sollte man der Weltengemeinschaft diese Zahlen offenlegen. Oder die vielen Helfer hatten damals bereits einen Impfschutz oder andersartigen Schutz vor SARS-COV-2. Es gibt ja auch Schluckimpfungen. Das ist jetzt  Futter für eine Verschwörungstheorie, aber zur Klärung kann China rasch beitragen. Detaillierte Information über den jetzigen Stand seiner Impfprogramme und deren Erfolg bleibt China der Welt bisher weitgehend schuldig. Auch die bei  westlichen Impfstudien erfahren wir kaum Daten obwohl sie mit unser aller Geld finanziert wurden. In China werden mindestens 9 verschiedene Impfstoffe in fortgeschrittener Phase getestet, vor allem Versionen mit inaktiven Impfstoffen. Sie enthalten nur Bestandteile der Erreger und werden über einen harmlosen Virus in den Körper eingebracht und täuschen dem Körper dann eine Infektion vor. Die Herstellung ist sehr arbeitsaufwendig.  Welche Personengruppen erhalten in China bei der Impfung Priorität und mit welchem bisherigen Erfolg? Welche Anzahl gut funktionierende Impfchargen könnte China pro Monat exportieren, zu welchem Preis. China hat in den letzten 10 Jahren weltweit die meisten Impfpatente angemeldet, die chinesischen Impfstoffe mussten sich aber bisher nicht auf dem internationalen Markt behaupten und in den letzten Jahren gab es mehrere chinesische Impfskandale wie bei einer Masernimpfung mit nicht wirksamen Impfstoff. Auch der russische Impfstoff „ Sputnik V „, ein Vektorimpfstoff ( Harmlose Viren schleusen SARS-CoV-2 Bestandteile in den Impfling ein ), wird bereits seit August 2020 der russischen Bevölkerung nach schneller Zulassung verabreicht. Testphase I / II mit 76 Teilnehmern hatte  eine Antikörperbildung nachweisen können, keine Nebenwirkungen seien aufgetreten. Die Russen haben die Phase III der Impfstudie bei der Markteinführung übergangen. Die zweizeitige Impfung ist bereits mehr als 400000 Freiwilligen, vorwiegend Lehrern und Klinikpersonal, verabreicht worden. Erst die genaue Beobachtung dieser Impflinge und einer Kontrollgruppe die ein Placebo geimpft bekäme entspräche dem üblichen internationalen Vorgehen bei einer Impfstudie. Weltweit sind 42 mögliche Impfstoffe in Testphasen und 151 weitere in der vorklinischen Entwicklung, das gab es noch nie. Deutschland gehört zur Impfinitiative der EU welche mit verschieden Firmen Vertragsverhandlungen zum Ankauf von Impfchargen führt. Auf nationaler Ebene hat Deutschland mit den hier geförderten Unternehmen Lieferungen vereinbart. Die deutsche Firma BioNTech mit ihrem neuen amerikanischen Kooperationspartner und Geldgeber Pfizer warten zur Zeit auf die ersten Testergebnisse ihres Impfstoffes BNT162b2 der Phase III ihrer klinischen Studie. 440000 Teilnehmer sind auszuwerten, die Daten werden jetzt erst demaskiert. Die Impfung ist mRNA-basiert. Der   mRNA –Impfstoff enthält den genetischen Code / die Bauanleitung zur Herstellung eines bestimmten Eiweißes in den Körperzellen. Dieses Eiweiß / Protein  wirkt als Antigen, als wenn es ein Corona-Virus wäre. Es löst die Produktion von körpereigenen Abwehrstoffen / Antikörpern in den geimpften Menschen aus, sowie eine komplexe Reaktion von immunologischen Gedächtniszellen , speziellen T-Lymphozyten. Biontech-Chef Professor Sahin lehrt an der Universität Mainz Onkologie, er sieht sich und sein Team als Immuningenieure an. Biontech benötigte im Januar 2020 nur den genetischen Code von SARS-CoV-2 und begann nach Herstellung der passenden RNA direkt mit der Impfstoffentwicklung, im März hatten die Wissenschaftler die Auswahl unter 20 eigenen Impfstoffen. Im April erhielten die ersten Probanden den Impfstoff, im Juli war die erwünschte Reaktion mit Bildung von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 nachgewiesen. Parallel zur Phase II wurde dann die Phase III der Impfstoffstudie in USA, Deutschland und Argentinien mit 30000 Freiwilligen eingeleitet. Um die Wirksamkeit zu beweisen wird die Studie nach einer vorgegebenen  Zeit welche mit der Anzahl an SARS-CoV-2 Infektionen verknüpft ist entblindet, die Wissenschaftler erfahren dann welche Kandidaten nur ein Placebo erhalten haben. Die BioNTech / Pfizer Studie sieht eigentlich 164 Infizierte vor einer Offenlegung der beiden Gruppen vor, wären alle Infizierten aus der Placebo-Gruppe ist die Impfung zu 100 Prozent wirksam. Unter dem besonderem Druck der weltweit weiter steigenden Infektionszahlen werden BioNTech / Pfizer bereits bei 32 Erkrankten entblinden, vielleicht am Tag nach den USA-Präsidentenwahlen. Bekannt geworden sind milde bis moderate Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle und bei 20% der Probanden leichte Fiebersymptome. Erfolgreich sei  die Bildung von spezifischen Antikörpern und eine Förderung von T-Zellen, den wichtigen immunologischen Gedächtniszellen. BioNTech bereitet in Deutschland bereits die Massenproduktion ihres Impfstoffes  vor, dazu wurde das Marburger Werk des Schweizer Pharmakonzern Novartis übernommen. Im ersten Halbjahr 2012 könnten hier 250 Millionen Impfdosen hergestellt werden, 750 Millionen Dosen sollen pro Jahr später dort produziert werden. In den USA muss für eine Zulassung eine Wirksamkeit von 77 Prozent erreicht werden, in Europa muss eine hohe nicht präzise definierte Wirksamkeit nachgewiesen werden. Nachteil des BioNTech – Impfstoffes ist seine Temperaturinstabilität. Bei höheren Lager –und Transporttemperaturen kommt es zum Wirkungsverlust. Eine Lagertemperatur von minus 20 Grad muss wohl eingehalten werden, eine logistische Herausforderung. Die amerikanische Firma Moderna arbeitet ebenfalls mit der mRNA-Technologie, im Juli begann die dritte Phase der Impfstudie. Auch Modena wird nicht vor der Wahl des neuen USA-Präsidenten entblinden. Von der USA-Regierung wurden über die Operation  „Warp Speed“  acht ausgesuchten amerikanischen Impfherstellern 10 Milliarden Dollar an Fördergeldern bereitgestellt, dafür sollen  300 Millionen Impfdosen Anfang 2021 für die Bevölkerung zur Verfügung stehen. Alleine Modena könnte in 2021 über 500 Millionen Impfdosen herstellen. Der  US-Konzern Johnson & Johnson testet eine Vektor-basierte Impfung ( Unschädliche Virus trägt gentechnische Material zur Anregung der Immunabwehr in den Körper ) mit 60000 Probanden. Ein Proband ist kürzlich erkrankt, die Studie wurde kurz pausiert. Auch die britisch-schwedische Studie von AstraZeneca in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford war zwischenzeitlich kurz getoppt. Grund waren Lähmungserscheinungen eines Impflings. Auch ist ein Proband aus der Placebo-Gruppe verstorben sein, der 28 jährige Arzt soll den Folgen einer Corona-Infektion erlegen sein. In Deutschland steht die Tübinger  Firma CureVac am Start. Das Unternehmen ist seit Jahren Pionier in der  Grundlagenforschung zur mRNA-Technik. Dietmar Hopp, der Gründer von SAP hat seit 2 Jahrzehnten mehr als 1 Milliarde Euro privat für CureVac finanziert.  2015 konnte auch Bill Gates für das Projekt begeistert werden und investierte 100 Millionen Dollar. Im Juni 2020 beteiligte sich die Bundesrepublik Deutschland mit 300 Millionen Euro zu 23 Prozent an CureVac. Der mRNA basierte Impfstoff von CureVac wird seit September in Peru und Panama, wo die Infektionsraten hoch sind,  in Phase II mit 690 Teilnehmern untersucht. In Kürze soll die Studienphase IIb / III mit 300000 Teilnehmern starten. Der Impfstoff könnte besser in Wirkung und Verträglichkeit sein, er soll stabiler in Bezug auf Temperaturschwankungen als der einiger Konkurrenten sein. Die europäische Arzneimittelagentur /EMA hat zur Beschleunigung erste Zulassungsverfahren gestartet und überprüft Daten während die Phase II und Phase III-Impfstudien noch laufen, sogenannte „rolling review“ Verfahren . Dieses beschleunigte Notfall-Zulassungsverfahren durchläuft aktuell der BioNTech-Impfstoff BNT162b2. Die Firma Curevac-AG entwickelt parallel zu ihrem Impfstoff  ein transportables Labor ( 1 Container zum Transport reicht ) zur Herstellung von RNA. Online können dann die Anweisungen zur Herstellung von gewünschten Wirkstoffen an verschieden Standorte auf der Welt  gegeben werden. Der Visionär Elon Musk konnte für die Pläne vor Ort in Tübingen begeistert werden und hilft. „Medikamente, Impfstoffe  und anderes an jedem Ort der Welt aus der kleinen Genfabrik  per Tesla“. Das Ziel sind kleine Geräte die z.B. in einzelnen Krankenhäusern als RNA Printer wie ein 3 D-Drucker Medikamente fertigen. Zugeschnitten auf die spezielle Krankheit eines Patie nten unter Berücksichtigung spezieller genetischer Merkmale sollen Krebsimmuntherapien, Proteinbasierte Therapien und Impfstoffe nach Bedarf vor Ort herstellt werden. Nahezu 700 Patente sind für Curevac  hinterlegt, überwiegend im Bereich von mRNA-Therapeutika.

Eine Pandemie kann  nur besiegt werden kann wenn sie global kontrolliert wird. Niemand ist sicher bis nicht alle sicher sind, das ist die Devise der Impfstoffplattform Covax. Die Plattform ist eine Initiative der WHO und den Impfbündnissen Gavi / Global Alliance for Vaccines and Immunisation und Cepi / Coalition for Eoidemic Prepardness Innovations. Bis Ende 2021 will die Initiative zwei Milliarden Impfdosen erwerben um eine Covid-19 Impfung zu einem globalen öffentlichen Gut zu machen, besonders Entwicklungsländern sollen Impfungen zur Verfügung gestellt werden. Inzwischen sind 184 Länder der Initiative beigetreten, am 8. Oktober auch China. Deutschland ist über die EU bereits seit längerem Mitglied und engagiert sich   über den ACT- / Access to Covid-19 Tools- Accelerator mit 675 Millionen Euro. Dabei geht es auch um Corona-Tests und Hilfen zur Corona-Behandlung sowie eine gerechte Verteilung an alle Länder.

Die Russen halten seit Jahren den Transport von internationalen Astronauten  zur Weltraumstation ISS mit ihren sicheren Raketen aufrecht. ISS, die International Space Station ist ein Projekt von 16 Staaten in das bisher mehr als 100 Milliarden Dollar investiert wurden. Die Beteiligung Chinas kam  bisher durch das Veto der USA nicht zustande. Bei dem gemeinsamen Raumprojekt arbeiten besonders die Raumfahrtagenturen Roskosmos / Russland, NASA / USA, ESA / Europa, CSA  /Kanada und JAXA / Japan eng zusammen. Zusätzliche Erweiterungsmodule der verschiedenen Länder werden nach dem Transport mit der russischen Schwerlastrakete Proton an die ISS angebaut. Ein Beispiel für gemeinsame erfolgreiche  Projekte von  Menschen aus verschiedenen Ländern. Hier kann man auch den Beginn einer interstellaren Zukunft unserer Gattung sehen, Erfahrungen zur Besiedlung anderer Galaxien werden gesammelt, vielleicht wird die Erde ja später einmal unbewohnbar. Die USA und Russland planen gemeinsam eine bemannte Raumstation im Mondorbit, den Deep Space Gateway. Dort sollen Raumflüge in das tiefe Weltall vorbereitet werden. China plant für 2022 den Transport einer eigenen Raumstation in die Erdumlaufbahn. Mal sehen wer sich als erste Nation vom Acker macht, im Raum wäre  ja bei  Milliarden anderer Galaxien genug Platz für alle, und nacheinander können sich ja im Bereich der schwarzen Löcher alle zeitunabhängig wiedertreffen.  Aktuell ist China mit 30 Prozent CO2 Produktionsanteil der weltweit höchste C02 Emittent, wir alle könnten aber auf CO2 neutrale Herstellung der von uns aus China georderten Waren drängen, dann müssen wir erst später in den Raum entfliehen. Zurück zu Sputnik I, das  war der erste künstliche Erdsatellit, er wurde  von der Sowjetunion 1957 in die Erdumlaufbahn gebracht. Er löste in der westlichen Welt den sogenannten „ Sputnik-Schock „ aus, einen Schock über den sowjetischen Vorsprung in der Raumfahrt. Man kann nur hoffen das Sputnik V, die aktuelle Impfung nicht ein negativer Sputnik-Schock für Russland durch Nebenwirkungen oder gar fehlende Wirksamkeit der Impfung wird. Oder ist Sputnik V eine jetzt auch in Russland  produzierte chinesische Impfentwicklung mit bereits vorliegenden Testergebnissen?

Schützen, alle Maßnahmen könnten nach dem Ampelsystem den Risikogruppen angepasst werden. Spezifische Schutzkonzepte für die Menschen z.B. mit einem Alter über 70 ,  und für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Auch spezifische Schutzkonzepte für die über 35 Jährigen. Auch könnten zeitweise berufliche Präsenzpflichten für Angehörige von Risikogruppen ausgesetzt werden. Die verletzlichen Bevölkerungsgruppen müssen spezifisch geschützt werden, auch die Impfprogramme sind der Risikogruppe anzupassen. Denkbar ist ein Impfprogramm für Risikogruppen auch wenn bei 1 von 10.0000 Impflingen persistierende Nebenwirkungen auftreten können. Für einen 30 Jährigen ungeeignet, für einen 80 Jährigen mit Vorerkrankungen gegenüber dem wieder wachsenden Corona-Risiko eher das kleinere Übel.

 

Freitag, der 23.10.2020

Corona-Tsunami in Belgien

In Belgien wütet Corona wie ein Tsunami heißt es im Radio. Besonders sei die wallonische Stadt Lüttich betroffen, die Intensivstationen sind überlastet, erste Patienten aus dem deutschsprachigen Ostbelgien werden in deutschen Krankenhäusern in Aachen und Prüm / Eifel weiter versorgt. Das medizinische Personal in Lüttich sei selbst zu 30 Prozent infiziert, es sei so knapp das selbst Infizierte ohne Symptome weiter zur Versorgung der COVID-19 Patienten eingesetzt werden. Ebenfalls seien die Testkapazitäten überschritten. In Lüttich soll durch das Militär ein Feldlazarett errichtet werden. Mit elf Millionen Einwohnern hat Belgien zuletzt 16000 Neuinfektionen pro Tag. Die neun Gesundheitsminister der verschiedenen Regionen walten unkoordiniert, die Flamen geben den Wallonen im frankreichnahen Süden Belgiens die Schuld an der Eskalation. Auch aus den Niederlanden sind Intensivpatienten von Almere nach Münster in diesen Fällen mit dem Flugzeug verlegt worden, um den Druck von den holländischen Intensivstationen zu nehmen. Die Niederlande haben etwa jedes zweite Intensiv-Bett mit Covid-19 Patienten belegt. In Deutschland sind von den 30.000 Intensivbetten aktuell 7700 frei. Der aktuelle R-Wert ( Wieviel ein Infizierter ansteckt )  ist 1,2 der Inzidenzwert ( Wieviel neu Infizierte pro 100000 Einwohner in einer Woche ) 65 für Deutschland. Die Zahl der Neuinfektionen liegt bei 11000 pro Tag, die Letalität zwischen 0,5 und 1 Prozent unter den Getesteten. Unter Berücksichtigung der Dunkelziffer könnte die wahre  Letalität deutlich unter 0,5 Prozent liegen. Es wird viel mehr getestet pro Woche 1,2 Millionen Tests, im  März waren es 125000 Tests. Die Sterblichkeit ist deutlich geringer als im März 2020 . Mehr jüngere mit leichteren Krankheitsverläufen gehören zu den Infizierten. Wenn aber das Infektionsgeschehen so weiter geht werden innerhalb von wenigen Wochen trotzdem deutsche Intensivbetten knapp werden, auch bei den älteren wird die Zahl der Infizierten ansteigen. Unter Annahme einer Dunkelziffer von 5 infizieren sich etwa 50000 Menschen pro Tag in Deutschland, bei einem R-Wert von 1,2 werden es in 1 Woche etwa 150000 offiziell Infizierte sein, mit Dunkelziffer 750000 täglich sein. Es gäbe dann gleichzeitig etwa 800000  Corona-Infizierte in Deutschland. Wenn davon 0,5 Prozent später stationär geführt werden müssen bräuchte man 40000 Krankenhausbetten Mitte November. Wenn auch nur 5 Prozent dieser stationären geführten  Menschen intensivpflichtig würden benötigte man wieder etwas zeitversetzt 4000  Intensivbetten für Covid-19 Erkrankte Ende November, die deutschen Intensivkapazitäten wären dann bald ausgeschöpft. Die schweren Verläufe stellen sich erst 2-4 Wochen nach der Infektion ein. Die ansteigende Welle von  stationär zu führenden Patienten erwartet uns in etwa 3-4 Wochen. Da aber die Fälle mit Beatmungspflicht etwa 3 Wochen auf einer Intensivstation verweilen ( Ein Drittel dieser beatmeten Patienten versterben ) werden sich die Intensivstationen bei weiter ansteigender Zahl neuer Infizierter bis Dezember 2020 weiter füllen, die Kapazitätsreserven könnten dann selbst in Deutschland  überschritten werden wenn das Infektionsgeschehen im November noch weiter zunimmt. Dann könnten in den Krankenhäusern im Januar Zustände wie in Wuhan vor einem Jahr herrschen.

Was tun?

  1. Mit Schnelltests alle Infizierten identifizieren und isolieren, frühe Quarantäne.
  2. Differenzierter Lockdown mit besonderem Schutz für Risikogruppen, kein wahlloses Schließen von Firmen und Läden. Schnelltests in Eigenregie.
  3. Vorgezogenes Impfen besonders von Medizinischem Personal und Menschen mit vielen Kontakten, Verkäuferinnen, Lehrer, exponierte Angestellte im Fern-und Nahverkehr und natürlich von Menschen mit erhöhtem Risikoindex.

Wie wäre es mit allen 3 Maßnahmen.

  1. Oder so weiter, dann wiederhole ich das Beispiel mit dem Seerosenteich. 25 Prozent des Teiches sind mit Seerosen bedeckt, wann ist er von Seerosen ganz bedeckt wenn sich die Seerosen einmal wöchentlich teilen. Von der Herdenimmunität sind wir weit entfernt, höchstens 3 Prozent der Bevölkerung haben Immunität, bei einigen sind die die Antikörper in der Zwischenzeit bereits wieder verschwunden und es gibt eben die Fälle mit erneuter Corona-Ansteckung bei bereits früher Infizierten.

Samstagabend ist der Doppelkopfabend verschoben, heute ist unserer Destination ebenfalls  zu Hause. Aber meine Schwägerin mit ihrem Mann besuchen uns. Begrüßung mit Ellenbogen-Check. Es gibt auch den „Wuhan Shake bei dem sich die Füße einen Kick geben oder den „Namasta“, der indische Gruß mit aneinandergelegten Händen, Prinz Charles praktiziert ihn manchmal. Kennt er von Englands ehemaliger indischer Kolonie. Meine Schwägerin berichtet über ihre Tätigkeit als Hausärztin, sie bestellt Patienten mit möglichen Corona-Symptomen am Sprechstundenende ein und macht dann außerhalb der Praxis in einem Nebenraum die Corona-Abstriche. Die Schlange der Patienten wurde diese Woche größer, auch Verdachtsfälle in Altenheimen nehmen zu, ihre Stadt gehört noch nicht zu den Risikogebieten.

 

Montag der 26.10.2020

Anne Will, noch eine Sendung zu Corona. Europa bereit in der zweiten Welle versunken? 

Gestern Abend war das Fernsehabendprogramm wieder wie im März, geprägt von Corona. In Anne Wills Sondersendung zu dem Thema wurde ein teilweiser Lockdown nicht ausgeschlossen. Die Sendung brachte eine Frustration in die Wohnzimmer. Die Corona-App funktioniere nicht, nur jeder 10 Teilnehmer gebe sein positives Testergebnis auch in der App weiter, die Daten kämen den Gesundheitsämtern nicht zu Gute. Ein Teilnehmerin  besprach unzutreffende R-Werte. Der Datenschutz wurde als Hemmfaktor einer schnellen Nachverfolgung identifiziert, und meine Frau meinte in den Talk-Sendungen seien ja nur Ältere zu Gast, ich antworte: „Um die geht es ja auch , und die sind an der Regierung „. Kriterien für einen differenzierten Lockdown wurden gefordert, aber nicht eindeutig genannt. Auf stattgefundene Veranstaltungen mit vielen Menschen und ohne bekannt gewordene Infektionen wurde hingewiesen. Dem entspricht aber nicht der neueste Videopodcast von Kanzlerin Merkel „ Das Gebot der Stunde heißt für uns alle : Kontakte reduzieren , viel weniger Menschen treffen „. Am Samstag waren 14714 neue Infektionen in Deutschland gemeldet. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sáchez sieht Europa und Spanien bereits in einer zweiten Welle der Pandemie versunken. In Deutschland steigt jetzt auch wieder der Anteil der Älteren an den Infizierten. Die Disziplin ist geringer als im März, die Ängste sind weniger, viele zählen sich bereits zu den Überlebenden oder halten sich  für unverletzlich. Die Bilder mit den Särgen aus der Region um Bergamo sind nicht mehr so präsent. Es ist wie bei einer langen Wanderung oder einem Langstreckenlauf im letzten Viertel, man will nicht mehr so richtig, ist genervt. Aber wir befinden uns bei dem Lauf der Zeit durch die Corona-Ära nicht im letzten Viertel. Also mal Pause, ein kurzer differenzierter Lockdown muß her, was sollen die Politiker denn sonst entscheiden ohne später mit den gleichen Vorwürfe konfrontiert zu werden wie  im Mai 2020. „ Zu spät reagiert, zu spät regiert „. Am Morgen hatte ich wieder einen Corona-traum: Ich stehe im großen Anmeldebereich einer Kongresshalle in einer Schlange von Onkologen in Anzügen vor dem „Hospitality-desks“, den Anmeldungen und beurteile mein eigenes Infektionsrisiko. Die Decken sind sehr hoch, es stehen Hunderte von Kollegen in feinen Anzügen sehr zusammen. Also öffne ich ein großes Aluminiumfenster zum Lüften, es wird sofort kalt, ein jüngerer Kollege beschwert sich. Da wache ich lieber auf. In der Tat habe ich dieses Jahr noch keine Präsenzfortbildung für Onkologie besucht obwohl vereinzelt wieder Angebote bestehen. 2 chirurgische Kollegen haben sich aber auf einer solchen Veranstaltung infiziert. Onkologen müssen 50 Fortbildungspunkte entsprechend 50 Stunden pro Jahr der Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen um spezielle Leistungen abrechnen zu können. Die Punktezahl ist dieses Jahr auf 30 reduziert, man kann Online-Fortbildungen mit einer Erfolgskontrolle  wahrnehmen. Diese sind sehr effizient, das bearbeitete Gebiet ist einem im Arbeitsalltag sehr präsent.

 

Mittwoch, der 28.10.2020

Schnelltests für alle, 10 Milliarden aus der digitalen Druckerpresse. Sommerurlaub 2021 kommt

Die Corona-Fallzahlen steigen weiter, in den letzten 7 Tagen gab es etwa 77866 öffentlich gemeldete neue Infektionen, gestern alleine nahezu 15000. Das entspricht nahezu einer Verdoppelung in 1 Woche, die 7 Tage Inzidenz ist auf 93 deutschlandweit gestiegen. Heute sprach mich ein Patient aus der Eifel darauf an was den in Köln nur los sei, die Inzidenz von seiner Stadt sei unter 50. Wir haben heute in Köln die Inzidenzzahl von 195,5. Meine Antwort war heute: „ Ich glaube wir sind ihnen nur einiger Tage voraus, das Problem ist aber überall zeitversetzt das gleiche. Das Virus verbreitet sich wieder rasend aus. Alleine das sie heute hier hin gekommen sind ist für sie nicht ungefährlich “. Meine Kollegen vom Krankenhaus nebenan berichten über täglich stark steigende Zahlen der Covid-19 Patienten. Die Infizierten seien aus allen Altersgruppen und sozialen Schichten, der Migrantenanteil sei leicht überproportional zum Ortsverhältnis. Die bisherigen  Maßnahmen können die zuletzt rasche Virusausbreitung nicht mehr verhindern. Selbst der Rapper Bushido ist mit Corona infiziert und schreibt auf seinem Account: „ Nehmt die Sache ernst und achtet auf eure Mitmenschen“. Sein Rapper-Kollege in New York, Fred Godson verstarb im Alter von 35 an Covid-19. Auch unser Gesundheitsminister Spahn, und 4 seiner Arbeitskollegen sowie Spahns Ehemann sind infiziert. Spahn kuriert seine Corona-Infektion mit leichteren Erkältungssymptomen zu Hause aus, seine zukünftige Bleibe, eine Gründerzeitvilla in  Berlin-Dahlem, wird noch renoviert. Ich wünsche allen eine rasche Besserung. Auch bei Jüngeren VIPS sind schon üble Verläufe bekannt geworden. Bruce Williams, der Sänger der US-Batraf „The Temptations“ verstarb mit 49 Jahren in Las Vegas an den Folgen von Covid-19, Broadway-Star Nick Cordero mit 41 Jahre, der US-Popstar Chris Trousdale mit 34 Jahren. Roy Horn vom Magier_Duo „ Siegfried&Roy“ wurde älter, er starb mit 75 Jahren in einem Krankenhaus in Las Vegas an den Komplikationen einer Covid-19 Infektion. Den Musikproduzenten Hal Willner der mit Lou Reed und Metallica zusammen gearbeitet hat traf es mit 64. Der 48 jährige Sportfotograf Anthony Causi  schrieb währen seiner Covid-19 Infektion  vor seinem Tod „ I never thought I would get something like this. I thought I was indestructible / Ich hätte nie gedacht das ich so etwas bekommen würde. Ich dachte ich sei unzerstörbar“. Das erste royale Opfer war die betagte spanische Prinzessin und Cousine von König Felipe, Maria Tersea von Bourbon-Parma. Auch Politiken sind vor Corona gleich, Herman Cain war 2012 Widersacher bei der Wahl des Präsidentschaftskandidaten der Republikaner und auch ein Freund von  Trump, er verstarb im Juli in Folge einer Covid-19 Erkrankung. Auf Wikipedia findet sich eine traurige Liste von 290 verstorbenen VIPS. Den anderen bisher 1,17 Millionen Toten weltweit Gedenken ihre Angehörigen. Seit April steigt die Zahl der Corona-Todesopfer täglich um etwa 5000 Und ich wiederhole noch einmal die Ergebnisse einer Britischen Studie, das jeder dieser Menschen ohne eine Corona-Infektion im Durchschnitt noch 11 Jahre länger gelebt hätte. Für die Corona-Nihilisten: Corona hat mit seiner Übersterblichkeit die Peaks starker Grippewellen sichtbar überschritten, das gilt nach der Datenbank Human Mortality Datenbase für England, Belgien, Frankreich, Italien und Spanien in Europa. Obduktionen in Deutschland zeigen bei etwa der Hälfte der Covid-Opfer Thrombosen mit Lungenembolien in Folge der Infektion als definitive Todesursache. Auch in Deutschland verstarben von März bis Mai mehr Menschen als in diesem Zeitraum in den Jahren zuvor. Das  Fachmagazin Nature zeigt in mehreren Ländern zusätzlich einen Anstieg der Sterbefälle  bei denen keine Corona-Infektion diagnostiziert wurde. In den USA um 25 Prozent und in Spanien um 35 Prozent. Möglicherweise sind keine entsprechenden Testungen durchgeführt worden. Oder wurde die Inanspruchnahme medizinischer Versorgung bei anderen Erkrankungen aus Angst vor Ansteckung vermieden? Auch konnten aufgrund der Überlastung von medizinischen Einrichtungen Patienten mit anderen Erkrankungen zeitweise nicht adäquat versorgt werden. Dieses Fiasko kann auch bei uns leider noch eintreten. Stellen sie sich einen Unfall auf der Autobahnfahrt von Münster nach Hamburg bei Bremen vor. Die Region hatte bereits vor Corona Engpässe in der Intensivmedizinischen Versorgung aufgrund von Fachkräftemangel. Wenn die Intensiveinheiten überfüllt sind fliegt ein Hubschrauber sie von Bremen nach Hamburg oder in das Ruhrgebiet dort wird um ein Bett für sie gebeten. Auch Menschen mit Blinddarmentzündungen benötigen medizinisches Personal und ein Beatmungsgerät. Die Bundesregierung möchte solche Szenarien auf jeden Fall vermeiden. Jetzt kann sie wie bei der Einführung der APP erneut Verantwortung an die Bürger geben. Schnelltests für alle. Anders als bei einer App gibt es nach Anwendung des Tests 15 Minuten später ein Ergebnis auf das wir neugierig sind. Wir machen den Test gerne vor dem Besuch der Oma oder vor dem Besuch eines Konzertes oder eines Fußballspiels. 10 Milliarden Euro aus der digitalen Druckerpresse will die Bundesregierung nur für November als Entschädigung für die vom Lockdown durch Schließung betroffenen Unternehmen auszahlen. Das sind Zehntausend Millionen Euro, dafür bekäme man 2000 Millionen Tests entsprechend 24 Tests für jeden Bürger. 3 Monate könnte jeder Bürger sich 2 mal wöchentlich testen, oder getestet werden. Positiv setzen sich sofort 2 Wochen in Quarantäne. Alle Heime, Hotels, Schulen, Kitas, Krankenhäuser und Betriebe testen ihre Mitarbeiter organisiert regelmäßig, auch die Gäste oder Patienten. Ebenfalls Testungen vor Flügen und Bahnreisen oder beim Grenzübertritt. Und das alles bis ein Impfschutz besteht. Packen wir es an. Nahezu alle Bürger werden sich solidarisch verhalten, für die anderen gibt es klare Regelungen. Und fast jeder hat mit seinem negativen Testergebnis ein Erfolgserlebnis mit ein gutem Gefühle gegenüber seinen Mitmenschen. Deutschland könnte in Europa der Vorreiter sein, Europa wird rasch folgen. Dann können wir Sommerurlaub 2021 planen, die Hochzeit feiern, das Restaurant erweitern.

 

Lost in Corona V

 

Donnerstag, der 5.11.2020

Trump gegen Biden, die Entscheidung

2016, bei der letzten Wahl des amerikanischen Präsidenten wachte man am Tag nach der Wahl in Deutschland auf, und Trump war es. Gestern Morgen hingegen war alles anders. Beide Kandidaten waren weiter im Rennen, die Auszählung lief und es schien ein Kopf an Kopf Rennen zu sein. Für einen Sieg sind 270 Wahlstimmen nötig, im Laufe des gestrigen Tages stieg der Vorsprung Bidens an, um Mitternacht vereinte er 253 Wahlmännerstimmen für sich, Trump abfallend lediglich 214 Stimmen. Biden verwies jetzt staatsmännisch darauf das man auf einem guten Weg sei. Trump dagegen erklärte sich zum Sieger und verlangte den Stopp der Auszählungen von Briefwahlstimmen. In Pennsylvania, Wisconsin, Georgia und Michigan reichte  er Klagen ein. Bei einer sehr hohen Wahlbeteiligung, 160 Millionen Wähler gaben knapp 100 Millionen Wähler coronabedingt ihre Stimme per Briefwahl oder durch das early Voting vor dem Wahltag ab. Vor vier Jahren waren es zum Vergleich 47 Millionen Stimmen auf diesem Wege. Die Auszählung der Briefwahlstimmen dauert in einigen Bundesstaaten auch heute Morgen noch an, der Anteil der Briefwähler ist besonders in den stark bevölkerten Staaten höher als in  ländlichen Regionen im mittleren Teil in USA, unter den Briefwählern sind mehr Wähler der Demokraten als unter den Direktwählern und Briefwähler votieren tendenziell mehr zu Biden. So unterstellt Trump  öffentlich einen Wahlbetrug  und beantragt gerichtlich den Stopp der Auszählungen von weiteren noch nicht ausgezählten  Briefwahlstimmen in mehreren Bundesstaaten. Er bezeichnet sich in schamloser Form als Sieger. Es ist wie in einem kurz vor der Wahl in den sozielen Medien kursierendes Video, in dem Trump auf einem Hüpfball durch einen Kindergarten hüpft. Als er nach Hause gehen soll sträubt er sich und wälzt sich laut schreiend und trotzig  auf dem Boden, ein eigentlich peinliches Video. Aber so scheint es Narzissten ohne Scham zu ergehen. Schon bei der Wahl von Trump 2016 und auch jetzt wählen offenbar viele Amerikaner ihr  Wunschbild vom starken USA-Mann. Stimmberechtigte Minderheiten haben mit knapp 5 Prozent und die Afroamerikaner/innen mit knapp 12 Prozent Anteil an den Wahlberechtigten in den USA. Vor Corona hatte die USA unter Trumps Wirtschaftspolitik nahezu Vollbeschäftigung erreicht. In den USA leben inzwischen um die 60 Millionen Latinas. 32 Millionen dieser hispanischen Wähler sind stimmberechtigt, etwa ein Drittel davon sollen für Trump votiert haben, ebenso 13 Prozent der afroamerikanischen Bürger in den USA. Nun Trump wird noch weiter Theater machen, Götter und Könige lassen sich schließlich nicht so einfach davonjagen. Aber Völker finden immer wieder Wege sich ungeliebter Herrscher zu entledigen, notfalls durch eine Revolution. Nun besitzt Trump den  Vorteil, während seiner Amtszeit nicht Bescheidenheit und Freundlichkeit eingebüßt zu haben, diese Eigenschaften fehlten ihm ja offensichtlich schon vorher. Aber er zeigt immer deutlichere soziopathische Züge, was eine  Anhänger nicht erkennen. Schamlose Politiker können Dinge tun, die für andere schier unmöglich sind. Seine Nulltoleranzpolitik hatte  2017 und 2018 dazu geführt dass illegal eingewanderte Familien von ihren Kindern abgetrennt wurde. Papst Franziskus schrieb dazu auf Twitter „ Die Würde des Menschen hängt nicht davon ab ob er Staatsbürger ist, Einwanderer oder Flüchtling“. Sogar seine Gattin Melanie Trump hatte sich von seiner Migrationspolitik distanziert, so beendete er dies Maßnahmen 2018 per Dekret mit den Worten: „Jedem, der ein Herz hat muss das gut gefallen“. Im Verlauf sollen viele dieser von ihren Eltern getrennten Kinder aufgrund einer Datenchaos nicht mehr rückgeführt worden sein. US-Medien zeigten 2018 Aufnahmelager in denen Kinder in Maschendrahtkäfigen nächtigten. Trump hat einmal erwähnt das seine Anhänger ihn auch dann noch lieben würden wenn er auf der Fifth Avenue in New York jemanden erschießen würde. Er sagt ja nicht erstechen oder erschlagen oder umbringen, sondern explizid erschießen. Natürliche würden ihn viele weiter lieben, viele seiner Anhänger sind bewaffnet, und wenn so ein Schuss losgeht wird es dafür schon einen Grund  geben. Und genau hier weiß Trump seine ewigen Anhänger hinter sich, für sie verkörpert er den Amerikaner. Wir hatten in Deutschland schon einmal eine ähnliche Politfigur in Miniatur, nämlich Franz Josef Strauß, der CSU-Mann in Bayern. Solche starken lauten Männer die Wahrheiten verrücken wie es ihnen passt gibt es immer wieder. Sie prahlen mit der Größe ihres Geschlechts und auch wenn man sie erwischt lügen sie weiter und haben die seltene Eigenschaft dabei nicht zu erröten. Vater Fred Trump hat seinem Sohn gezeigt wo Lügen die Position verbessern indem er nach dem zweitem Weltkrieg seine deutsche Abstammung  leugnete und sie gegen eine dänische Familienlegende einfach  austauschte. Für das Ansehen der Familie und für das Geschäft besser. So etwas verzeihen die Wähler ansonsten werden solche Informationen als Fake News gewertet und dargestellt. Diese starken Männer berufen mit einfachen,  teilweise vulgären Worten auf klare Werte: Familie, Eigentum, Selbstverteidigungsrechte. Gegen Kommunismus, gegen Abtreibung, gegen Homosexuelle und gegen Ausländer. Jeder fleißige kann es gemäß dem American Dream doch zu etwas bringen. Technischer Fortschritt ist erwünscht wenn er die Wirtschaft fördert, aber nur wenn er nicht zu viel Macht gewinnt und die geistigen Eliten sich damit nicht absetzen. Lieber weiße Männer ohne zu viel Bildung. Hier in Deutschland laufen während des USA-Politkrimis die Fernseher und die Medien heiß. Mal ein anderes Thema alternativ zu Corona. Fast jede zusätzliche Stimme in der laufenden Auszählung wird kommentiert und interpretiert. Wir erfahren viele Hintergründe über die USA und deren Wählerverhalten. Selbst das komplexe Wahlrecht der Vereinigten Staaten wird den Europäerinnen und Europäern aufgrund der täglichen Erklärungen während der Wahlauszählung näher gebracht. Und keine Angst, die amerikanische Demokratie lebt mit ihrer Verfassung seit 1788, eingebaut ist eine Gewaltenteilung durch ein komplexes System bezeichnet als „Checks and Balances“ . Grundlage dazu soll die ausgeklügelte Stammesverfassung des indianischen Volkes der Irokesen gewesen sein. Zwar wird  der USA-Präsident in seiner Doppelfunktion als Staats-und Regierungschef mit viel Macht ausgestattet. Er muss aber in Abstimmung mit Regierungsorganen, der Gesetzgebung und der Rechtsprechung die getrennt voneinander arbeiten handeln. Diese Gewaltenteilung in den USA kontrolliert sich durch viele Verschränkungen und Vorschriften gegenseitig. Die Wählerinnen/en wählen in den einzelnen Bundesländern Gouverneure. So haben die Bundesstaaten eigene Gesetzte, in einigen  ist z.B. der Konsum von Cannabis legalisiert, so wie in Europa in den Niederlanden. Die Wähler aller Bundesstaaten entscheiden in jedem Bundesland getrennt voneinander alle vier Jahre über den USA-Präsidentschaftskandidaten und den Vizepräsidentschaftskandidaten, und senden dann entsprechend der Einwohnerzahl angepasst Wahlmänner nach Washington zur Wahl des Präsidenten. Alle zwei Jahre wählen die USA-Bürger die Zusammensetzung von Repräsentantenhaus und Senat, in jedem viertem Jahr wird dabei gleichzeitig der Präsident gewählt. Die Menschen in der als  gespalten dargestellten Nation werden nach dem Wahlkampf wieder miteinander sprechen. Trump ist raus, ein diplomatischer besonnener und  politisch erfahrener älterer Herr repräsentiert die USA ab 2021 international. Der Spagat zwischen Schutz vor Corona und Schaffung neuer Arbeitsplätze ist zu stemmen, die Impfungen werden es wahrscheinlich richten. Die USA , Europa und Asien haben die gemeinsame Aufgabe das Klima für kommende Generationen zu stabilisieren, in jedem ihrem Sinn.

Freitag, der 6.11.2020

Wahlbetrug an Trump? Die Kennedys, Cuba und wie die Welt vor einem atomaren Krieg stand.

QAnon auf Reddit, Querdenken 711 und andere Verschwörungstheorien

Wieder ein Corona-Traum. Ich stehe mit Gesichtsmaske in unserer Bäckerei im Dorf an der Theke, es wird voller. Da stellt sich jemand von kleinerer Statur mit dem narbigen Gesicht eines Bösewichts ohne Schutzmaske neben mich und drängelt mich zur Seite, auch nachdem ich ihn anspreche. Mit meiner starken Linken schlage ich in seine Richtung. Da scheppert es im Schlafzimmer, mit der Faust habe ich meine Nachttischlampe getroffen. 4 Uhr morgens, ich bin wach. Das iPaD zeigt: Biden 264 Stimmen, Trump 214. Die Nachrichten berichten dass die Ansprache von Trump über seinen Gewinn bei legaler Auszählung von USA-Sendern einfach unterbrochen wurden. So wird das also in den USA geregelt. In Michigan soll eine Richterin die Klage gegen die Stimmauszählung bereits abgewiesen haben, sie beruhe nur auf Hörensagen. In der Menschheitsgeschichte haben die Menschen immer wieder Wege gefunden ihre Herrscher zu zähmen, nicht immer ist ihnen  aber gelungen. Und wenn, dann kam im Schafspelz oft schon der nächste Tyrann. So ist es nach der französischen Revolution 1789 mit Napoleon geschehen, ebenso nach der Russischen Revolution 1917 mit Stalin. Im Arabischen Frühling 2011 wurde in Ägypten Mubarak gestürzte, der folgende Präsident Mursi zeigte sich rasch autoritär und wurde durch einen Militärputsch 2013 gestürzt. Das Amt bekleidet seit dem der militärische Befehlshaber Abd al-Fattah as-Sisi. Eine besondere Geschichte über politische Wölfe im Schafspelz schreibt Kuba. Nach der Revolution 1933 auf Kuba waren die sozialen Ziele der Revolution kaum umgesetzt worden. Der unpopuläre Präsident Carlos Prio dem man u.a. Korruption vorwarf wurde von dem Oberbefehlshaber der Streitkräfte,  Batista, in einem unblutigem Putsch gestürzt. Batistas Regime setzte versprochene Wahlen und sozialistische Ziele nicht um, sondern baute er ein repressives System auf. Der junge Rechtsanwalt Fidel Castro klagte vor dem obersten kubanischen Gericht erfolglos gegen ihn. Castro arbeitete daraufhin mit Studenten und Intellektuellen sowie Parteifreunden aus der orthodoxen Partei Umsturzpläne aus. Der erste Umsturzversuch scheiterte blutig, Castro wurde eingesperrt und avancierte dadurch zum Volkhelden. In seiner Gefangenschaft verfasste er ein politisches Manifest, der politische und öffentliche Druck  führte zu seiner Amnestie. Im Exil in Mexico versammelte Castro zum Kampf kubanische Exilanten und andere Sympathisanten zum Kampf, dazu gehörte auch der  gutaussehende argentinische Arzt Che Guevara. Den hatte ich mal früher an der Wand hängen, als Zeichen für Freiheit. Während des zweijährigen Guerillakampfes von 1956 bis 1958 konnte Castro immer mehr Menschen für seine Ziele begeistern. 1959 konnte er sich nach weiterer Bewaffnung seiner Widerstandsorganisation gegen Batista militärisch durchsetzen und inthronisierte sich selbst zum kubanischen   Machthaber.  Er verstaatlichte Vermögenswerte durch Enteignung. Die medizinische Versorgung verbesserte sich für alle, auch die Versorgung mit Nahrungsmitteln. Castro entferne sich aber rasch von seinen zuvor propagierten politischen Idealen und wendete sich von  rechtstaatlichen Prinzipien ab. Gegner seiner Politik wurden inhaftiert oder kamen auf mysteriöse Art ums Leben. Nahezu die komplette kubanische Oberschicht wanderte 1959 meist in Richtung USA aus. Diese Exilkubaner stellen heute zwei Millionen Einwohner in den USA. Nachdem Eisenhower die angefragte Unterstützung und Angebote zu guten Beziehungen  verweigerte fundamentierte Castro den kommunistischen Weg. Er  begann mit der  Enteignungen von amerikanischem Besitz in Kuba und nahm wirtschaftliche Beziehungen zur UDSSR ( Union der sozialistischen Sowjetrepubliken ) auf. Kuba und die UdSSR sollten somit zum Vorbild auch für andere lateinamerikanische Staaten  werden. Im April  1961 bombardierte die USA auf Befehl des USA-Präsidenten Eisenhower drei kubanische Luftwaffenstützpunkte mit B26-Bombern welche in Nicaragua gestartet waren. Am nächsten Tag scheiterte eine vom CIA unterstützte militärische Invasion von rund 1500 Exilkubanern  in der kubanischen Schweinebucht kläglich. 1958 hatte die UdSSR mit der Aufstellung atomarer Mittelstreckenraketen in der DDR begonnen, die USA stationiert solche in der Türkei und in Italien.1962 begann die UdSSR auf Kuba mit der Stationierung von Militär, der Bundesnachrichtendienst deckte dann die Stationierung von sowjetischen Raketen auf Kuba auf. 1960 gewann der beliebte 43-jährige JFK / John Fitzgerald Kennedy von den Demokraten die USA-Präsidentschaftswahl. Am 16 Oktober 1962 wurde Kennedy morgens über die Existenz von sowjetischen Raketenstartrampen auf Kuba informiert. Somit schien ein atomarer russischer Erstschlag auf Amerika innerhalb von 5 Minuten mit über 30  Mittelstreckenraketen möglich. Die USA hatten durch neue Entwicklungen mit Abschussmöglichkeiten von Raketen mit Atomsprengköpfen von U-Booten aus bereits ein Drohpotential aufgebaut. Während der russische Außenminister Gromyko in den USA zu Gast war thematisierte Kennedy zur weiteren Geheimhaltung das Kubaproblem nicht, sondern eilte zu diesem Thema auf mehrere Sondersitzungen im Hintergrund. Aufklärungsfotos von Lockheed U-2 Flugzeugen wurden ihm vorgelegt. Da eine garantierte Ausschaltung aller Raketenbasen militärisch nicht sicher erschien wurde Kennedy von seinem General LeMay (General oft the Air Force ) die Invasion in Kuba nahegelegt. „ Der rote Hund gräbt im Hinterhof der USA und muss bestraft werden“. Justizminister Robert F. Kennedy der Bruder des Präsidenten prüfte die Rechtsgrundlage für die alternative Seeblockade Kubas, die Ergebnisse wurden in einem am 16 Oktober 1962 gegründetem informellen geheimen Ausschuss aus nationalem Sicherheitsrat und hochrangigen Militärs und Politikern diskutiert. Die Kennedys votierten für die Blockade. Am 22 Oktober wurde Kanada und die Regierungen Europas sowie die Vereinten Nationen informiert. Den Kubanern kündigte man auch nächtliche amerikanische Aufklärungsflüge an. Der sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow wurde zum Abzug der Raketenstellungen aufgefordert und für den Angriffsfall ein atomarer Gegenschlag angedroht. Am 23 Oktober appellieren  mehrere hundert Frauen in New York mit Placken an den Präsidenten: „ PRESIDENT KENNEDY BE CAREFULL „ oder „ PEACE or Perish /  Umkommen “. Präsident Kennedy bezeichnete die Seeblockade als Quarantäne, sie begann am 24.10.1962. Am 26 Oktober fordert Castro einen Atomaren Erstschlag falls die USA auf Kuba landen würden. Daraufhin antwortet Chruschtschow: „ … Lieber Genosse Castro, ich halte ihren Vorschlag für unkorrekt…Dies wäre nicht ein einfacher Schlag, sondern der Beginn eines nuklearen Krieges… “. Die Völkerfreundschaft, ein Urlaubschiff der DDR mit 500 Passagieren an Bord ignorierte den Blockadering der USA, Kennedy sorgte persönlich dafür das es in Havanna einlaufen konnte. Was für eine Situation, da zeigt sich das Gute im Menschen als Signal. Am Samstag den 27 Oktober 1962 zwang ein US-Zerstörer mit Wasserbomben ein sowjetisches U-Boot mit einem Nukleartorpedo an Bord zum Auftauchen. Der U-Boot Offizier  Wassil Alexandrowitsch Archipow hatte für solche Situationen eine prinzipielle Abschussfreigabe, es gab noch keine letzte Kontrolle durch das russische Staatsoberhaupt. Er führte aber den Abschuss bei fehlendem letzten Befehl aus Moskau nicht aus. Um 1945 fand ein Geheimtreffen zwischen Robert F. Kennedy und dem sowjetischen Botschafter Dobrynin statt. Kennedy willigte in die tagsüber schriftlich  gestellten Forderungen über einen Abzug der atomaren amerikanischen Mittelstreckenraketen aus der Türkei ein. Spätnachts entschieden die UDSSR wie gefordert den Abzug ihrer Raketen aus Kuba. Der Abbau der Raketen in der Türkei fand insgeheim von der Öffentlichkeit verborgen statt. Die Amerikaner lösten die Seeblockade im November auf. Beide Staatsmänner hatten sich Zeit gegeben und waren nicht den Ratschlägen ihrer militärischen Berater gefolgt. Nach der Krise begannen Abrüstungsgespräche. 1963 wurde der heiße Draht, eine direkte Fernschreibverbindung zwischen dem Kreml und dem weißen Haus eingerichtet. Beide Staatsmänner nahmen den Militärs die Verfügung über die Atomwaffen, indem sie einen präsidialen Freischaltcode einrichteten. Im November 1963 wurde John F. Kennedy  bei einem öffentlichen Besuch der Südstaaten in Dallas im offenen Wagen neben seiner Ehefrau erschossen, die Motive des vermuteten Einzeltäters wurden letztendlich nicht geklärt. Der Täter selbst wurde zwei Tage später ermordet, er hatte sich zwei Jahre zuvor für längere Zeit in der Sowjetunion aufgehalten und später vergeblich ein Visum für Kuba beantragt. Auch John F. Kennedys Bruder Robert. F. Kennedy kandidierte 1968 für das Präsidialamt, er wurde im Juni 1968 von einem palästinensischen Einwanderer erschossen, noch eine weitere unbekannte Person soll bei dem Attentat zugegen gewesen sein. Aus seiner Ehe stammen elf Kinder. Auch der Präsident Ronald Reagan wurde 1981 von einem Attentäter angeschossen, er konnte erfolgreich an der Lunge operiert werden und überlebte. Biden muss sich also vorsehen. 2019 kamen ca. 15000 Menschen durch Schusswaffen in den USA zu Tode, Selbstmorde nicht mitgezählt. Die Senatsverhältnisse werden Biden möglicherweise keine wesentlichen Änderungen der Waffengesetze ermöglichen. Auch hat Trump in seiner Amtszeit über 400 Richter, davon 220 Bundesrichter und sogar drei Richter in das oberste Gericht der USA, den Supreme Court berufen können. Barbara Lagoa hat er für ein  Bundesberufungsgericht ernannt. Ihre kubanischen Eltern waren vor Fidel Castro geflohen.  Sie ist Anhängerin einer Philosophie die sich „ Originalismus “ nennt. Dabei wird die Verfassung der USA im engen Sinne nach den Absichten der Gründerväter der USA ausgelegt. Zuletzt hat Trump in umstrittener Eile noch die konservative Amy Barret am 18 September auf Lebenszeit in das oberste Gericht berufen.  Sie ist eine Gegnerin der Abtreibung, mit ihrer  Berufung haben nun die Konservativen die Mehrheit im obersten Gericht der USA, das Recht auf Abtreibung in könnte in der USA also gekippt werden. Die höchsten Richter können Gesetze wegen Verstoßes gegen die Verfassung für ungültig erklären. Das Recht auf Waffenbesitz kann Biden nicht einfach kassieren, die USA-Bürger werden sich also zunächst  weiter gegenseitig  abschießen können, dazu besitzen sie mehr als 300 Millionen private Schusswaffen. Die verkaufte Anzahl von Schusswaffen steigt sprunghaft seit Beginn der Corona-Pandemie auf bis 2,5 Millionen Stück in den Sommermonaten dieses Jahres. Als wenn der US-Amerikaner beabsichtigt die Knarre auf Corona zu richten. Vielleicht sind es auch Gefühle von Unsicherheit und Ängste vor Unruhen, oder die von Trump geschürte Angst vor den roten Socken, dem Kommunismus unter einer Biden-Regierung. Die Partei der Republikaner bekam Anfang der Neunzigerjahre Zulauf als sie sich gegen das angeblich korrupte System in Washington wandte, gegen das elitär Establishment des Kapitalismus aus denen die Regierungsmitglieder stammten mit Sex vor der Ehe und außerehelich. Den Kern der republikanischen Wählerschaft bildeten etwa 80 Millionen evangelikale Christen. Newt Gingricht machte aus der braven Partei eine populistische Bewegung gegen Banker mit Riesenboni und gegen Milliardäre ohne Steuerbeitrag. Die Republikaner erhielten 1994 die Mehrheit im Repräsentantenhaus, wie auch 2020. Trump hat mit seiner schrillen Rhetorik auch Wähler unter den  Rassisten und rechten Extremisten für sich vereinnahmen können. Republikaner bewerben sich als Abgeordnete für den US-Kongress und einige sind offenkundige Anhänger der QAnon-Bewegung ( Q anonym). Schon im Wahlkampf 2016 wurde von Trump-Anhängern die These im Netz verbreitet dass hochrangige Politiker der Demokraten einen internationalen Kinderhändlerring zur Prostitution betreiben. 2017 begann ein Benutzer mit dem Kürzel Q Kurzbotschaften im Netz zu posten. Q wechselte dann auf die Plattform 8chan, heute 8kun auf der sich Beiträge mit Hasspamphleten und rassistischen Inhalten finden lassen. Q gibt vor ein hoher Regierungsangestellter zu sein und als „Qclearance“ Zugang zu streng geheimen Staatsgeheimnissen zu haben. Q behauptet das er als Geheimdienstmitarbeiter von Trump internationale Pläne gegen Trump mit aufdecke. Im Oktober 2020 wurde ein auf den Philippinen lebender US-Bürger als „Q“ identifiziert, der dies bestreitet. Er betreibt QMaps mit ungefähr zehn Millionen Besuchern im Monat und profitiert finanziell davon. Die rechte Radiomoderatorin Tracy Diaz, eine Anhängerin Trumps, erklärte Q als authentisch und verbreitete Meldungen rund um QAnon auf der Online-Plattform Reddit ( Webseite auf der registrierte Benutzer Inhalte einstellen können ) damit Nutzer sie auf Facebook, Twitter und You-Tube weiterverbreiten können. Reddit hat den Streamvon Tracy Diaz ( Kontinuierliche Datenübertragung über ein Netzwerk) inzwischen   gesperrt. Diaz betreibt nun mit zwei weiteren Moderatoren einen eigenen YouTube-Kanal mit Videos die sich mit Q befassen. Ein Drittel der Republikanischen Wähler soll an die von Q aufgestellten Thesen glauben. Trump retweetete ( Auf Twitter einen Beitrag/Tweet anderer Nutzer an die eigenen Follower weiterleiten ) ein Video das Joe Biden als Pädophilen darstellte und erklärte später in einem Interview, Biden würde von „ dunklen Mächten gesteuert “.  Im August 2020 verurteilte das Repräsentantenhaus QAnon als gefährliche Bedrohung der amerikanischen Politik. 371 Abgeordnete votierten für die Resolution, 17 Republikaner dagegen. Im gleichen Monat teilte Trump eine QAnon-Verschwörungsthese auf Twitter. Sein Amtsvorgänger Barack Obama und dessen Vizepräsident Joe Biden hätten den Tod von Osama bin Laden  vorgetäuscht, worauf Twitter den von Trumpgeteilten Account sperrte. Trump hat im Oktober häufig QAnon-Thesen durch Retweets weitergegeben, viele zur Corona-Pandemie. Möglich dass die Corona-Infektion oder die dagegen eingesetzten Medikation den Präsidenten verwirrten hatten. Seine Corona-Infektion  wurde am 2. Oktober bekannt gegeben, Trump und seine ebenfalls infizierte Ehefrau gingen in Quarantäne. Am 3 Oktober begab sich der Präsident in das Walter-Reed Militärkrankenhaus wo er mit Remdesivir und 2 verschiedenen bisher noch nicht zugelassenen Antikörpern ( Antikörper gegen SARS-VoV-2 werden von Spendern gesammelt die eine Corona-Infektion bereits durchlaufen haben) erfolgreich therapiert wurde. Auch Dexamethason soll eingesetzt worden sein. Im Umfeld Trumps wurden zur gleichen Zeit verschieden Personen positiv getestet, Hauspersonal des Weißen Hauses, der Wahlkampfleiter Bill Stepien, die Trumberaterin Kellyanne Conway, die republikanische Parteivorsitzende und die Pressesprecherin des Weißen Hauses. Da war im Weißen Haus wohl ein Superspreader unterwegs. In der Quarantänezeit Zeit hat Trump besonders viele Retweets zu diesen Verschwörungstheorien weitergeleitet. Auch in Deutschland verbreiten Verschwörungstheoretiker ihre Meinung im Netz. So warnte jetzt das Schulministerium von NRW/Nordrheinwestfalen vor einer Aktion von Maskengegnern am 9 November. Dem Schulministerium waren wohl interne Details einer Initiative „ Querdenken 711 “ bekannt geworden in der Anhänger der Initiative andere Kinder und Eltern auf die Unwirksamkeit der Masken ansprechen wollen und eine CO2 Messung anbieten würden. Der Gründer Michael Ballweg bekundet eine solche Aktion sei nicht geplant. Auf seiner Webseite wird für die nächste Aktion für heute in Leipzig aufgerufen und Querdenken 711 „ ruft alle Initiativen bundes- und europaweit dazu auf, sich am 31.12.2020 an den Feierlichkeiten für das Jahr 2021 zu beteiligen. Falls die Stadt Berlin keine Veranstaltung durchführt werden wir unsere Versammlung Willkommen 2021-Das Jahr der Freiheit und des Friedens auf Basis Grundgesetzt Artikel 8 durchführen. Pressemitteilung“. Eben habe ich einmal die Pressemitteilung „ Corona Fakten. Drei zentrale Mythen der Corona- Pandemie „ heruntergeladen. Als Mythos wir dabei die extreme Ausbreitung des Virus und dessen unkalkulierbare Gefährlichkeit aufgezählt. Als weiteren  Mythos wir die fehlende Immunität der Bevölkerung dargestellt, sie wird in Frage gestellt. Der dritte Mythos: Die völlig neuartige nicht validierte globale RNA-Impfung. Unter Achtung Lebensgefahr rät der sich selbst als erfahrenen Impfarzt ausweisende Guido C. Hofmann strikt von einer Impfung ab. „Lasst euch niemals, zumal gegen euren Willen, impfen. Die Risiken sind nicht abschätzbar. Hier spielt er dann auf Bill Gates der im Jahr 2000 das Impfstoffkartell GAVI ( Global Aliance for Vaccines and Immunisation ) in Davos mitgegründet hat. Bill Gates hätte unumwunden zugegeben, das bei 7 Milliarden Menschen, die er impfen wolle mit 700.000 Impfschäden gerechnet werde. Nun, wer Lost in Corona liest  ist über GAVI informiert. Gavi, die Allianz aus vielen Ländern und Firmen ermöglicht ärmeren Ländern, den von der WHO empfohlenen Impfplan auch dort in ihren Ländern umzusetzen. Der Großteil der bereitgestellten Gelder wird für die Impfungen selbst ausgegeben. Die Bill &Melinda Gates Foundation hat im Juni erneut eine Spende  über 1,6 Milliarden US-Dollar zugesagt. Auf der Geberveranstaltung von GAVI im Juni 2020 wurden insgesamt 7, 8 Milliarden Euro eingesammelt, Angela Merkel sprach 0,6 Milliarden Euro zu. Damit werden folgende Impfungen finanziert: Diphterie, Tetanus, Meningitis ( HiB, ein Erreger der Meningitis ), Keuchhusten, Hepatitis B, Gelbfieber, Pneumokokken, Rotaviren ( Durchfallerkrankungen ). Ein universeller Zugang zu einer COVID-19 Impfung soll ebenfalls unterstützt werden. Wer hier eine Verschwörung vermutet hat vermutlich mit sich selbst ein großes Problem. Die persönliche Betroffenheit von ganzen Berufs-und Bevölkerungsgruppen durch die erneuten Corona-Maßnahmen ist nur zu gut verständlich. Und es ist das Recht eines jeden auf Verbesserungen hinzuweisen. Wenn man unsere Onkologische Versorgungsstruktur  zwangsschließen würde hätte ich auch Einwände, allerdings mit anderen Argumenten. Die Pandemie ist nicht zu leugnen, das Ausmaß kann nur durch noch weitere differenzierte lokale Maßnahmen stabilisiert werden. Die Theorie des normalen biologischen Weges einer Durchseuchung halte ich für absurd, das zeigen alleine schon die Zahlen in Schweden. Dort ist bei weitem keine Herdenimmunität erreicht, die Zahl der Todesopfer ist aber viel höher als in den Nachbarländern. Die Möglichkeit von mehreren Corona-Infektionen von einer Person hintereinander selbst in einem Jahr und die möglicher erneuter Infektiösität von bereits zuvor Corona-Erkrankten haben die Verantwortlichen in Schweden erst gar nicht erwogen. Zu den Gefahren bei Einbringung von RNA in unseren Körper werde ich mein Wissen vertiefen und berichten. Man sollte nie „nie“ sagen. Über Impfrisiken sammele ich zur Zeit Informationen, das Thema kommt später. Auch werden uns ja bei der vorgezogenen Zulassung des BionTech-Impfstoffes in Großbritannien direkt neue Daten zur direkten Verträglichkeit zur Verfügung stehen. Diese Impfungen stehen dann im Rampenlicht der Weltgemeinde, eine Meldung über eine deutliche Nebenwirkung wird zu Anfang der Impfungen Börsenkurse bewegen können. Da ja zunächst Hochrisikogruppen, als betagte und  multimorbide Menschen geimpft werden muss in dieser Gruppe mit einer  häufigeren Nebenwirkungsrate als in den Studien gerechnet werden. Jedenfalls ist die RNA-basierte Impfung wenn sie gut funktioniert ein Quantensprung im Bereich des Impfschutzes. Auf dieser Basis lassen sich wesentlich schneller Impfungen gegen auch noch unbekannte Erreger herstellen sobald deren genetischer Code bekannt ist. Auch ist die Produktion großer Mengen einfacher als bei den herkömmlichen Herstellungsverfahren. Die mRNA-Impfstoffe werden synthetisch hergestellt. Grundsätzlich treffen alle SARS-CoV-2 Impfungen auf ein mögliches Problem. Können diese Impfungen bei einigen Menschen die bereits Kontakt mit dem SARS-CoV-2 oder  ähnlichen Corona-Viren hatten eine übersteigerte Immunantwort auf die Impfung hervorrufen. Auch können, wie bei allen Impfungen, ungewollte Immunreaktionen gegen Strukturen des eigenen Körper in Gang gesetzt werden, und das sogar zeitverzögert. Eine Durchimpfung direkt der gesamten Bevölkerung in 2012 halte ich, obwohl ich mich als Impfbefürworter bezeichne, nicht für sinnvoll. Auch ist eine generelle Impfpflicht für diese neuen Corona-Impfungen aufgrund des noch geringen Kenntnisstandes abzulehnen.

Samstag, der 7.11.2020

Tiere mit Corona, Prione als Krankheitserreger,

Heute ist Essensrunde bei uns, beim Einkauf gestern in der Mittagszeit war der große Supermarkt so voll wie vor Weihnachten. Fast alle kochen am Wochenende selbst, der Regalgang mit Backzutaten war besonders frequentiert, Bio-Mehl ist vorhanden, einige Mehlsorten sind aus. Sonst ist alles ist zu bekommen, keine leeren Regale, genug Toilettenpapier für alle vorhanden, das beruhigt. Beim Lachskauf erinnere ich mich an eine Meldung im Sommer dieses Jahres über einen regionalen Corona-Ausbruch in Peking. Der große Zentralmarkt wurde als Ansteckungsquelle vermutet, dort fand man auf Schneidebrettern für Lachsforellen Corona-Viren. In Deutschland werden Infektionskrankheiten von Tieren auf der Insel Riems durch das Friedrich-Loeffler Institut untersucht. Bei den Untersuchungen wurden keine Empfänglichkeit für das SARS-CoV-2 Virus für Schweine, Hühner und Meerschweinchen festgestellt. Bei Rindern die mit hohen Virusdosen über die Nasenschleimhäute infiziert wurden  zeigten zwei von sechs Rindern eine geringe Virusvermehrung verbunden mit einer Antikörperbildung. Drei Kontakttiere infizierten sich nicht. Die Ergebnisse sind auf dem Preprint-Server bioxiv veröffentlicht. Infektionen von Rindern untereinander sind bisher nicht bekannt geworden. Besteht hier doch ein Zusammenhang zwischen Schlachtung von Tieren mit Corona-Viren und den weltweit hohen Ansteckungsrisiken von Personal in den Schlachthöfen. Auch die Massentierhaltung oder Schlachtfabriken können Verteiler für Infektionserreger sein die auf den Menschen überspringen. Auch leben diese Tiere ja nicht völlig abgeschirmt von der Umwelt, Mücken und Nager z.B. übertragen Krankheitserreger auf Tier in Massentierhaltung. Dabei scheint ein hohes Expositionsniveau für einen Übertritt von Viren auf Menschen förderlich. Jäger die ein Tier häuten und zerlegen sind viel häufiger durch dessen Viren gefährdet als jemand der Stücke des Wildfangs zubereiten. Durch Erhitzen von Fleisch werden die enthaltenen Viren und Bakterien denaturiert, zerstört. Noch kleinere Krankheitserreger, Prione welche z.B. BSE auslösen, wiederstehen nur sehr hohen Temperaturen nicht. Prione sind sehr kleine Eiweißstrukturen noch mindestens 10 mal kleiner als Viren mit einer Größe von  10 bis 15  nm. Sie vermehren sich nicht durch Teilung sondern können gutartige Nachbarstrukturen zu einer Veränderung in die krankmachende Form des Eiweißgebildes bewegen. Sie kommen als körpereigene Eiweiße besonders in gesundem Nervengewebe vor und üben dort Schutzfunktionen aus. Wahrscheinlich stabilisieren physiologische Prione die Nervenfunktion, also unter anderem die Gedächtnisleistung. Prione sollen aber auch andere Zellsysteme  wie unser Knochenmark stabilisieren. Nun beruhen viele bisherige Impfungen auf Herstellungsprozessen wo irgendwo Kontakt mit Zellen von Tieren stattfindet. Wie bei der Polioimpfung in Amerika können dabei ungewollt Erreger wie Viren und Prione auf die Impflinge übertragen werden. Bei den Impfungen die mRNA basiert sind bestht diese Gefahr einer Erregerübertragung nicht, es werden keine tierischen Zellen für die Herstellung benötigt. Nach konventionellen Impfungen können etwa neurologische Krankheiten oder auch Krebs induziert werden. Beispiel ist der viral verseuchte Polioimpfstoff in den 60er Jahren in den USA. Das alles ist unwahrscheinlich oder sehr selten, der Segen unserer Impfungen überwiegt die Risiken bei weitem. Trotzdem ist eine Beschäftigung mit dem Thema wichtig. Bei Impfstoffen die mit Kontakt zu teierischen Zellen hergestellt wurden  ist eine mögliche Übertragung von pathogenen/krankmachenden Prionen durch Impfungen nicht völlig auszuschließen. Das Prione Krankheitserreger sein können lehrte uns BSE, die zunächst rätselhafte Infektionskrankheit der Rinder. Prione waren über die Nahrung mit tierischen Bestandteilen im Tiermehl in die Tiere gekommen. Prinzipiell könnten sowohl für einige Formen von Alzheimer aber auch für die Amyotrophe Lateralsklerose/ALS eine Infektion mit pathogenen Prionen ursächlich sein. Die ALS tritt mit einer Häufigkeit von etwa 2 neuen Fällen auf 100.000 Einwohnern pro Jahr  in Europa auf. Bei dieser Erkrankung verkümmert das Nervensystem, die Betroffenen leiden an fortschreitenden Lähmungen und werden Rollstuhlpflichtig. Ihre geistigen Fähigkeiten bleiben erhalten, ihre Atemmuskulatur reduziert sich immer weiter. Gegenüber der sehr seltenen vererbten Form kommt viel häufiger eine sporadische Form bei Menschen meist ab dem 50. Lebensjahr vor. Warum diese sporadische Form auch in manchen Gebieten häufiger, also endemisch auftritt, ist ungeklärt. In Europa ist die Erkrankung häufiger als auf anderen Kontinenten. In den Nerven von Tieren sind bekannte krankmachende Prione bei BSE ( Rinderwahn ) und Scrapie ( Traberkrankheit bei Schafen ) nachgewiesen. Diese Prione sind deformierte/falsch gefaltete Eiweiße und lagern sich in das Hirngewebe ein, die üblichen Abbauwege für solche  überflüssigen Gebilde scheinen überlastet zu sein. Es kommt zum Absterben von Nervenzellen. Bei Menschen lösen sie wahrscheinlich die Creuzfeld-Jakob-Krankheit mit motorischen Störungen aus. Bei der Alzheimer Erkrankung finden sich ebenfalls räumliche Änderungen von Eiweißen mit Fehlfaltungen, Prione scheinen aber hierbei keine Ursache zu sein. Im Tierversuch bei Mäusen kann nach Übertragung von Hirnbestandteilen von an Alzheimer erkrankten Mäusen auf gesunde Mäuse die Alzheimer auslösend auslösende Beta-Amyloidose des Gehirns nachgewiesen werden. Fehlfaltungen von Eiweißen machen bestimmt Blätter der Eiweißfaltungen starrer und führen zu Anlagerungen von anderen Eiweißen mit Bildung von starren Aggregaten die mobil sind und sich an gesunde Nervenzellen anlagern. Die Blut zu Blut Übertragung solcher Aggregate ist beim Menschen bisher nicht nachgewiesen, weder bei Morbus Alzheimer noch beim Morbus Parkinson oder der MS/Multiplen Sklerose.

Zurück zu den Viren. Meines Erachtens kann für die Infektionshäufigkeit mit Corona-Viren bei Schlachthofmitarbeitern eine Verteilung der Viren in der Zerteilungshalle durch wenige mit Corona infizierte Rinder noch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Dann könnten aber auch Produkte dieser Schlachthöfe mit geringer Viruslast in den Verkauf kommen, und in rohem Zustand letztendlich eine Infektionsquelle darstellen. Fleisch für METT/Hackfleisch wird vermischt und kann aus Bestandteilen tausender Tiere bestehen. Die Viruslast dürfte, wenn sie überhaupt vorhanden ist, denkbar gering sein. Infektionen über solche Infektionswege mit geringen Virusmengen sind bisher nicht berichtet. Trotzdem vermeide ich den Verzehr von  rohem Fleisch und wasche rohes  Fleisch vor der Bearbeitung kurz kalt ab. Auch achte ich auf Hygiene bei den Kochutensilien und trenne zwischen einer Gabel für Rohes und dann neuem Besteck für gegartes Fleisch. In Belgien ist eine Übertragung des Corona-Virus von Menschen auf  Katzen dokumentiert, die Katze blieb asymptomatisch. Katzen könnten auch Überträger für das Corona-Virus auf Nerzfarmen sein, aber auch das dort verfütterte Rohfleisch. Den infizierten Tiger im New Yorker Zoo hatte ich früher schon erwähnt, in Hongkong ist die Infektion zweier Hunde bekannt geworden, einer soll später eher altersbedingt gestorben sein. Eine chinesische Arbeitsgruppe konnte in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Löffler Institut  experimentell SARS-CoV-2 Viren auf Frettchen, Hunde  und Katzen übertragen. Bei Hunden kommt es dabei zu einer kurzzeitigen Magen-Darm-Infektion. Eine Übertragung von Katzen auf Katzen und Frettchen ist bekannt. Die ausgestoßenen Virusmengen dieser Tiere scheinen keine Infektion beim Menschen zu ermöglichen. Umgekehrt können Menschen aber Haustiere anstecken. Es gilt engen Kontakt mit infizierten Tieren zu meiden, Katzen aus Quarantänehaushalten sollten keinen Kontakt zu anderen Katzen haben. Positiv auf SARS-CoV-2 getestete Tiere müssen nicht eingeschläfert werden. In einer italienischen Studie  haben Forscher 540 Hunde und 277 Katzen aus Haushalten mit Corona-Patienten in der Lombardei getestet. Die Abstriche waren bei allen Tieren negativ, die Ausscheidung im Kot endete nach zwei Wochen. In einer Studie aus Hongkong wurde bei zwölf Prozent der untersuchten Katzen aus Haushalten mit COVID-19 Patienten eine Infektion der Katzen aus diesen Haushalten nachgewiesen, bekannt ist auch eine Ansteckung von Katzen untereinander. Anders ist es mit Frettchen und Nerzen. In Nerzfarmen in den Niederlanden, Spanien und Dänemark waren fast alle dort untersuchten Tiere infiziert. Nachdem auf der Nerzfarm La Puebla de Valverde in einem 500-Einwohnerdorf in Spanien 14 Mitarbeitende auf SARS-CoV-2 positiv getestet wurden entdeckte man einen Anteil von 90 Prozent infizierter Nerze auf der Farm. Auf Anordnung der Behörden wurden 920000 Nerze gekeult. Auch in den Niederlanden wurden die Tiere auf betroffenen Nerzfarmen gekeult, bisher allein 1,1 Millionen. Am 4.11.20 gab die dänische Ministerpräsidentin Mette Fredriksen bekannt dass alle Nerze in Pelztierfarmen gekeult werden müssen. Bei einem Teil der Tiere wurde eine Variante des Sars-CoV-2 Virus, der Cluster 5 nachgewiesen. 214 Menschen haben sich in Dänemark nachweislich mit dieser Variante infiziert, die Anzahl weiterer Fälle mit diesem Cluster scheint aber rückläufig. Es sind keine weiteren Infektionen mit diesem Cluster mehr veröffentlicht worden, möglicherweise haben die Maßnahmen der Isolation gewirkt. Die Veränderung dieser Cluster 5 Mutation betreffen einzelne Aminosäuren am Spike-Protein, den Erkennungsstrukturen des Corona-Virus mit denen er an menschliche ACE-Zellen andockt. Wie aus dem dänischen „Statens Serim Institut“ berichtet wird vermehren sich diese Corona-Viren einige Tage langsam, aber später rascher. Seren mit neutralisierenden Antikörpern wirken auf diese Cluster erst mit höherer Dosierung. Auch nach  Zugangsstopp für Menschen auf bestimmte Nerzfarmen ohne infizierte Tier brach der Erreger im Verlauf auch bei diesen aus. Katzen könnten hierbei der Überträger gewesen sein, oder doch Viren im Futter der Tiere, im rohen Fleisch? Ob die jetzt bereits in Produktion befindlichen Impfungen auch vor der neuen nachgewiesenen SARS-CoV 2-Variante schützen können ist zunächst ungeklärt. Etwa 17 Millionen Nerze wurden in Dänemark gekeult. Dänemark stellte bisher 40 Prozent der globalen Nerzproduktion. In der Region Nordjütland wurde der Nahverkehr eingestellt, die Bewohner sollten in ihren Kommunen bleiben. Auch Marderhunde, Waschbären und Minks  sind Träger von SARS-CoV-2. Marderhunde werden in großem Stil in China gefangen und auch auf Farmen gezüchtet. Hamster können ebenso infiziert werden und das Virus zumindest unter Laborbedingungen an ihre Artgenossen weitergeben, sie zeigen milde Symptome. Über die Fledermäuse als Virusträger mit einem hochpotenten Immunsystem habe ich schon früher berichtet. Bereits im April 2020 zeigten erste Berichte eine Infektion von Hunden durch den Menschen. In dem Wissenschaftsmagazin Nature wurden die entsprechenden Berichte veröffentlicht. An der Universität Hongkongs wurden 15 Hunde untersucht die aufgrund einer COVID-19 Infektion  ihrer Besitzer in staatlicher Obhut waren. Bei zwei Tieren, einem Zwergspitz und einem Deutschen Schäferhund wurde das Virus nachgewiesen. Der genetische Aufbau des SARS-CoV-2 Virus war bei Hund und Besitzenden gleich. Bei einem weiteren Hund aus dem Haushalt des infizierten Schäferhundes wurde keine Infektion nachgewiesen. Die Übertragung von Menschen auf Katzen scheint nicht häufig vorzukommen. In einer weiteren im Mai 2020 veröffentlichten Studie sind alle 4000 Proben von Katzen, Hunden und Pferden in Orten mit vielen menschlichen Corona-Infizierten negativ geblieben.

Sonntag, der 8.11.2020

Von Suffragetten, Geoengineering, Indoor-und Verticalfarming, CRISPR gegen Pestizide

Schöne Essensrunde mit zwei lange befreundeten Pärchen, ein weiteres Pärchen hat aufgrund der ihrer eigenen  Risikoprofile abgesagt, wie bereits beim letzten Mal. Wir saßen gestern an unserem großen Tisch für 12 Personen mit Abstand zu sechs. Gelüftet wurde regelmäßig, von einem Schnelltest haben wir abgesehen, es waren aber auch bereits kürzlich negativ getestete Lehrer dabei. Meine Frau und ich haben mit Freude bereits seit Freitag das Menü vorbereitet, ganz in Ruhe. Wir hatten Spaß  beim Kochen und an der Vorfreude. Mit guten Freunden zusammensitzen und über alles sprechen können. Es gab frittierte Kartoffelscheiben mit Frischkäse und Lachskaviar vorweg, selbst gebeizten Lachs mit Bier-Panna Cotta, Maronencremesuppe mit Apfel-Nusstopping, weißen Heilbutt auf Zucchini Spaghetti mit Venusmuschelsoße und als Dessert ein herrliches selbstgemachtes Basilikum-Orangen. Parfait. Und alles gelang so  wie wir uns das vorgestellt hatten.

Gute Stimmung, hier bei uns zu Hause und bei den Demokraten in den USA. Joe Biden und die künftige Vizepräsidentin Kamala Harris haben in einer Ansprache an die Nation ihren Sieg klar und überzeugend mit strahlenden Augen in Anspruch genommen. Dabei betonte Biden  staatsmännisch das Land versöhnen zu wollen und ein Präsident für das ganze Land zu sein. Ihre Ziele umrissen sie mit: Kampf gegen das Corona-Virus, für Gerechtigkeit zu sorgen und strukturellen Rassismus auszurotten, die Wirtschaft aufzubauen  und die Klimakrise abzuwenden. Kamela Harris trat dabei in einem cremefarbenen Kostüm auf, meine Frau wies mich auf die Bedeutung des Outfits hin. Weiß dient als Farbe der Frauenrechtlerinnen. Die Frauen der Suffragetten-Bewegung hatten Anfang des 20 Jahrhunderts in den USA für ein flächendeckendes Frauenwahlrecht in Weiß demonstriert. Im 18 Jahrhundert hatten amerikanische Frauenrechtsbewegungen bereits erfolgreich gegen Sklaverei und weniger erfolgreich gegen Alkoholmissbrauch gekämpft. Die American Woman Suffrage Association, eine Frauenwahlrechtsvereinigung, war seit 1880 ein gemeinsamer Verband von Frauenrechtlerinnen und erreichten 1920 die gesetzliche Verwirklichung des Frauenwahlrechtes. In Deutschland gibt es das Wahlrecht für Frauen seit 1918. Als ich die beiden Designierten im Fernseher sehe bin ich beruhigt. Sie werden zusammen vor zwei großen amerikanischen Flaggen gezeigt, zwei authentische Menschen mit funkelnden Augen. Ich musste lächeln. Die beiden entpuppen sich wie bisher von ihren Gegnern beschmierte Statuen die jetzt  lebendig strahlend erwachen. Vielleicht erleben auch Republikaner das wohltuende an den beiden und an ihren versöhnenden Ansprachen. Nun ließ die internationale Presse an Trump meist kein gutes Haar mehr, der Golem-Effekt hatte ihn zuletzt im Griff. Man ist Trump mit schlechten Erwartungen begegnet, in Europa äußerten  viele Angst vor seiner Wiederwahl. Dass die Corona-Opfer,  die Arbeitslosigkeit und die Gewalt auf den Straßen weiter stiegen hatte man unter Trump erwartet, er hat die Erwartungen erfüllt. Arbeitslosigkeit und wachsende Fallzahlen hätte es zuletzt jedoch auch mit einer anderen Person in der Führung gegeben, das erlebt Deutschland sogar unter Frau Merkel. Trump aber fehlt das Herz für alle, das soziale, der Teamgeist. Das haben Amerikanerinnen und Amerikaner bemerkt. Trotzdem könnte Trump einer der amerikanischen Präsidenten sein durch dessen Befehle in seiner Amtszeit die wenigsten Menschen getötet oder verletzt wurden, der nahezu Vollbeschäftigung in den USA erreichte ( im Winter 2019/20 ) und unter dem mehr amerikanische Soldaten heimkehrten als in die Welt gesendet wurden ( Truppenabzug aus Syrien und Afghanistan ). Darüber mögen etliche amerikanische Familien, deren  Angehörigen in Krisengebieten waren, glücklich geworden sein. Weniger Gewehre, weniger Schüsse, Kaufleute machen keine Kriege, schlecht für die Geschäfte. Und zumindest könnte er Visionär sein wenn er den Kampf gegen die globale Klimaerwärmung eher mit  technischen Errungenschaften zu lösen glaubt. So etwas nennt sich Geoengineering. Ideen dazu gibt es. Die EU hat entsprechende Förderprogramme für verschiedene Projekte aufgelegt. So könnte die Sonneneinstrahlung mit gigantischen Spiegeln im All gesteuert werden, Solar Radiation Management kurz SRM genannt. Oder in die Stratosphäre gesprühte kleinste Partikel wie Schwefeldioxidaerosole, Aluminium oder Karbonate die alle Licht reflektieren. Oder CO2 Entnahme aus der Luft, mit Direct Air Capture. Mit Ventilatoren wird Luft angezogen und C02 gefiltert. Aus dem CO2 könnte dann durch Zugabe von Wasser ein Synthesegas hergestellt werden. Mehrere solcher Anlagen werden in Europa schon betrieben. Negative Emissionstechnologien wie CDR / Carbon Dioxid Removal, stellen weitere Lösungen dar indem ausgestoßenes CO2 zurückholt wird. Pflanzen entziehen der Atmosphäre während der Photosynthese Kohlendioxid ( CO2 ) und binden es in Biomasse. Dieses CO2 wird aber beim Verbrennen oder Zersetzen der Biomasse wieder frei.  Hier setzt CDR an und entzieht das CO2  dem Kohlenstoffkreislauf, selbst eine Speicherung in großen Erdspeichern wäre denkbar. Im Meer könnte das Algenwachstum durch Algendüngung gefördert werden, mehr CO2 würde dadurch in Algen gebunden. Ein Teil der zukünftigen Eiweißproduktion für die Ernährung wird in Fabriken gengesteuert möglich werden, Fleisch wächst dann auf Zellkulturen in biologischen Nährlösungen  heran. Ebenfalls können Gemüse und Kräuter auf wässrigen Nährstofflösungen schon heute bei künstlichem Licht in Gebäuden auf vielen Produktionsetagen wachsen. Es gibt sogar Restaurants die Kräuter und Salat in Bioqualität vor Ort in Glasvitrinen anbauen. In Berlin werden sie dabei von der Firma Infarm unterstützt. Auf mehreren Etagen wird beim Indoor-Farming künstlich beleuchtet und belüftet, Temperatur und Nährstoffzusammensetzung der Aquakulturen per Computer berechnet. Diese Farmen entstehen in den Städten auch in Kellerbereichen oder Lagerhallen, die Versorgung der Städter hat dann kurze Transportwege. Bei dem sogenannten Vertical Farming werden Gemüsepflanzen auf dem Boden technisch optimierter Prozesse mit minimalem Platzverbrauch angebaut. In Berlin werden seit 2013  von der Firma Infarm Gemüse, Salat und Kräuter in großen hohen Regalen mit Nährlösungen  angebaut. LED Lampen sorgen für Licht. Die Firma Bayer mit ihrem Partner Unfold entwickelt für diese Methode spezielles Gemüsesaatgut. Diese Sorten benötigen bis zu 90 Prozent weniger Anbaufläche und auch bis zu 90 Prozent weniger Wasser. Und diese Anbauweise benötigt keine Pestizide und ist unabhängig von der Jahreszeit. Die Firma Aixponic bei Aachen verbindet die Methode der Aquaponik mit der Fischzucht, also mit Aquakultur. Die Ausscheidung der Fische, das Ammoniak, wird in Nitrate umgewandelt welches die Pflanzen zum Wachstum benötigen. Auf den Feldern mit heutigen Monokulturen können zum einen CO2 verarbeitende Pflanzen angebaut werden. Auf den noch notwendigen übrigen Feldern werden Drohnen und Roboter zur Boden-und Pflanzenprobeentnahme und Analyse eingesetzt. So entsteht eine digitale Landwirtschaft. Auch die Ernte erledigen selbstverständlich Ernteroboter. Die Pflanzen der Zukunft werden sicherlich wieder pflegeleichter und gesünder. Sie werden mit der Genschere CRISPR / Cas9 bearbeitet. Pestizide oder Fungizide, meine optimistische Einschätzung, werden überhaupt nicht mehr benötigt. Die natürliche Abwehr der so manipulierten Pflanzen ist wieder gekräftigt. Gene die zum Abflauen von bestimmten natürlichen Abwehrmechanismen von Pflanzen führen  werden mit der CRISP-Genschere deaktiviert. Reben oder Getreidepflanzen werden resistent gegen Pilzbefall und aktivieren ihre eigenen Abwehrmechanismen gegen  Schädlinge. Sie bleiben gesund. Mit CRISPR lässt sich die Erbsubstanz schneiden und verändern. Die französische Biologin Emmanuelle Charpentier entdeckte den Mechanismus 2012 beinahe zufällig als sie scharlachauslösende Bakterien untersuchte. Die bis dahin schon verwendeten Genscheren waren umständlich und weniger präzise in der Anwendung. 2020 erhielt sie den Nobelpreis für Chemie. Selbst Die Grünen lehnen innovative gentechnische Methoden nicht mehr kategorisch ab, auch sie erkennen Chancen für eine nachhaltigere Landwirtschaft. Die aktuelle Heuschreckenplage in Afrika oder die Bedrohung weiter Teile der  Landwirtschaft durch andere Schädlinge wie z.B. Eulenfalter sind mit Pestiziden nicht beherrschbar. Die unscheinbaren Schmetterlinge, deren Raupen ganze Maisfelder fressen vernichten in Amerika und Afrika bis 50 Prozent des angebauten Mais. Es bestehen Überlegungen die Plage durch Manipulation des Erbgutes dieser Tiere zu beenden. Das biotechnische Unternehmen Oxitec, welches zum Bayer-Konzern gehört, will männliche Falter mit manipulierten Genen züchten und aussetzen. Dieses selbstlimitierende Gen soll verhindern das bei der Paarung weiblicher Nachwuchs entsteht. Es gehe dabei nicht um die Ausrottung einer ganzen Population, sondern um die Kontrolle der Populationsgröße. Natürlich steht diese CRisp Methode auch zur Manipulation von anderen Lebewesen zur Verfügung. An anderer Stelle habe ich über die ersten erfolgreichen Behandlungen von bestimmten Bluterkrankungen durch behandeltes Erbgut von Blutzellen berichtet. Für jeden Leser ist nun nachvollziehbar das die Weltengemeinschafft universell gültige Kontrollgesetze zur Gentechnik benötigt, ehe Eingriffe mit CRISPR und anderen Verfahren in unser eigenes Erbgut eine schöne neue Welt schaffen. Zu schaffen ist eine Institution aller Länder die genetische Eingriffe an allen Lebewesen unter ethischen Aspekten beurteilt, und die Gefahren auch bei Eingriffen in pflanzliche Gene und in Viren und Bakterien beurteilt und reguliert. Eine weitere Instanz hätte die Einhaltung der  Entscheidungen zu überwachen. Bekommen sie nun  neue Ängste neben einer latenten Corona-Angst? Vor den Folgen von Genmanipulationen oder gar vor künstlichen Menschen?

Gerade ist die Angst vor Trump vorbei und der Angst vor dem Virus scheint in Bälde durch die fassbaren Impfungen die Grundlage genommen zu werden. Bleibt die Angst vor finanziellen Verlusten durch das Virus, sogar vor Armut oder Krankheit. Angst vor dem allgemeinen Schuldenberg, vor Inflation, Existenzängste. Und es gibt auch Angst vor der Regierung, vor der Anordnung (oder dem Gegenteil) von  Maßnahmen unter denen man leiden könnte. Vielleicht haben die Impfungen versteckte Nebenwirkungen. Jeder hat anders gelagerte Ängste. Eigentlich ist jede dieser Ängste eine eigentliche Angst vor dem Tod.  Virus, Krankheit, Einsamkeit, Armut, Hunger, Tod. Regierungsgewalt, falsche Entscheidungen, Gefängnis. Unsere Ängste laufen in unseren Nerven ab, darüber denken wir normalerweise nicht nach. Gesteigerte Ängste können allerdings  zu einem Nervenzusammenbruch führen. Das sollten Sie abwenden. Geben Sie ihren Gedanken neue Bahnen, jeder kann in seinen über 100 Milliarden Neuronen im Gehirn neue Verknüpfungen herstellen. Jeder kann Neues lernen, alternativ zur Vertiefung seiner Ängste. Denken über Positives kann auch neues bahnen. Das eigene Dach ist dicht, es ist warm, im Supermarkt sind die Regale voll, am Ende des Monats kommt Geld vom Sozialamt. Es gibt aber Gedanken die nicht stimmen. Man glaubt etwas Unwahres. Diese Gedanken provozieren Ängste. Das Risiko, an dem neuen Corona-Virus zu versterben ist in Europa etwa sechsmal geringer als der Tod durch Schlaganfall und Herzinfarkt. In der 44 Kalenderwoche 2020 starben in Europa 12800 Menschen an COVID-19, 8900 an Lungenkrebs und 66800 an Schlaganfall oder Herzinfarkt. Haben wir lieber Angst vor der eigenen Depression, die ist bei Menschen in der ersten Lebenshälfte deutlich gefährlicher als eine SARS-CoV-2 Infektion.

Samstag, der 14.11.2020

Menschen lügen, die Rolle der Aufsichtsbehörden, Impfskandale der Vergangenheit, Virusverbreitung durch Polio-Impfung, Epilepsie durch Adjuvanz,  mRNA-Impfungen und neue Modelle zur Herdenimmunität

Und somit zurück zu Trump. Trump hat in seiner Amtszeit oft gelogen. Laut den Faktencheck der  „Washington Post“ brachte er es bereits in den ersten zwei Amtsjahren auf über 5000 Lügen die er per Twitter oder anderweitig verbreitete. In den 70er Jahren hatte der US-Psychologe Jerald Jellison behauptet wir Menschen würden 200 Unwahrheiten am Tag hören, daraus entwickelte sich später die falsche Information das jeder Mensch täglich über 200 Mal lügen würde. Eine spätere Studie in der die Probanden bei ihrem Gegenüber einen möglichst guten Eindruck machen sollten, zeigte, das 40 Prozent der Studienteilnehmer prinzipiell die Wahrheit sagen, während andere etwa zweimal während des Gesprächs flunkerten. Die meisten Studien zeigen das Menschen etwa zweimal am Tag die Unwahrheit sagen, sie fangen schon als Kinder im Alter von 3 Jahren damit an. Die meisten schummeln dabei nur ein bisschen und nur einige wenige lügen oft. Zu denen gehört nun einmal Trump. Auf der Plattform „pro-contra.at“ wurde unter der Rubrik „Pro Trump“ etwa solche Antworten gegeben: Er hat Geld, er ist kein Sozialist, er ist absolut männlich, er tritt seinen Gegnern gewaltig in den Arsch. Bei den Antworten zu Kontra sticht hervor: „Eine lebende Dummheit“. Die Dummheit erkenne ich nicht. Dafür drücken für mich seine Mimik und Gesten eine fehlende Wertschätzung für viele  Menschen und sogar ganze Gruppen von Menschen aus. Seit gestern sind alle Stimmen in den USA ausgezählt. Heute wurde die Zahl von 306 Wahlleuten in den USA genannt, 270 waren für den Sieg notwendig. Gestern gestand  Trump erstmals offiziell Zweifel an seinem Wahlsieg, welchen er über Gerichte einfordert, ein: „ …was auch immer in Zukunft passiert, wer weiß welche Regierung es sein wird“. Bei den landesweiten Wählerstimmen liegt Biden mit knapp 78 Millionen Stimmen etwa 5 Millionen vor Trump. Der von Pfizer und Biontech entwickelte Impfstoff, so verkündete der Präsident, werde sehr schnell zugelassen. Die USA habe sich vertraglich bereits die Lieferung von 100 Millionen Impfdosen und die Option über weitere Millionen Dosen gesichert. Im November soll in den USA noch eine Notfallzulassung bei der FDA/Food and Drug Asministration beantragt werden. Für eine solche Zulassung sind die Anforderungen nicht sehr hoch, eine solche Substanz muss, lapidar gesprochen, mehr helfen als schaden. Im Anschluss an die gestrige Rede des Präsidenten verkündete der für das Impfprogramm der Regierung zuständige Moncef Slaoui, das noch im Dezember 20 Millionen Menschen geimpft werden sollen, in den Folgemonaten jeweils bis 30 Millionen. Das erscheint für mich unwahrscheinlich, die USA Zulassungsbehörden werden sich die Daten auch vor einer Notfallzulassung bis in den Dezember hinein sehr genau ansehen. Nach Aussagen Trumps soll der Impfstoff zunächst nicht in den Bundesstaat New York geliefert werden. Dort hatte der demokratische Gouverneur Andrea Cuomo eine eigene separate Überprüfung des Impfstoffes angekündigt. In der kommenden Woche wird die Entblindung der ebenfalls auf mRNA-Technik beruhenden Impfung von der Firma Moderna erwartet. Zur vollen Zulassung der Impfungen in den USA gelten deutlich höhere Hürden als bei einer Notfallzulassung. Wie bei der Notfallzulassung wird die FDA auch hier tunlichst Fehler vermeiden und genaueste Prüfungen vornehmen müssen. Diese Zulassung wird auch zu Impfungen von jüngeren Menschen, die nicht zur Corona-Risikogruppen zählen, führen. Zum Versagen einer USA-Aufsichtsbehörde wurde erst vor zwei Monaten der Untersuchungsbericht des US-Repräsentantenhauses zu den Flugzeugabstürzen zweier Boeing 737 Max mit 346 Todesopfern veröffentlicht. Mit dem Fazit, dass technische Fehler und Aufsichtsversagen zu den Abstürzen führten. Der US-Flugsicherungsbehörde waren vor der Zulassung entscheidende Informationen von Boeing vorenthalten worden. Selbst den Kunden und auch auf Schulungen für die Piloten sei die Existenz eines automatisch einsetzenden Korrektursoftwaresystems bei Strömungsabrissen verschwiegen worden. Dieses System arbeitete mit Daten nur eines Sensors. Zusätzlich waren bestimmte Aufsichtsaufgaben gegen die Richtlinien nicht von Behördenmitarbeitenden, sondern von Angestellten der Firma Boeing selbst durchgeführt worden. Alle 387  Maschinen dieses Typs wurden mit einem Flugverbot bis zum Abschluss der notwendigen Nachbesserungen von  März 2019 bis November 2020  belegt. Jede Industrie hat ihre Skandale, auch die Pharmaindustrie. Contergan mit zunächst unbemerkten schweren Schäden an den Föten wurde von 1957 bis 1961 als Schlafmittel vertrieben, etwa 10000 geschädigte Kinder wurden weltweit geboren.   1993 dann  der Skandal um HIV-kontaminierte Gerinnungspräparate für Hämophilie-Patienten, auch als Bluter bekannt. Einige Spezialisten, alle renommierte Professoren an  Universitäten, hatten die Zusammenhänge von HIV-Infektionen nach Gabe von Gerinnungsprodukten über längere Zeit geleugnet. Nachdem 1500 Menschen durch solche Produkte mit HIV infiziert wurden und auch das Bundesgesundheitsamt aufgrund von Inkompetenz und Chaos nicht reagierte, löste der damalige Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer das Bundesgesundheitsamt in einem Paukenschlag kurzerhand auf. 11000 unbearbeitete Anträge auf Arzneimittelzulassungen, meist Generika betreffend, wurden vorgefunden. Seehofer verteilte die Aufgaben an einzelne übersichtliche Institute. In den letzten Jahren waren erneut viele Zulassungen von Generika durch das BFArM/Bundesamt für Arzneimittelsicherheit in Zusammenarbeit mit der EMA/Europäische Arzneimittelbehörde zu überprüfen. Die indische Firma GVK Biosciences hatte wohl Studiendaten für  Medikamentenzulassungen von Generika verfälscht, französische Behörden hatten die schweren Mängel aufgedeckt. Auch in Impfstudien könnten Ergebnisse gefälscht, geschönt oder nicht signifikant sein. 1978 und 1979 wurden in der damaligen DDR  bei einer Pflichtimpfung 5000 Frauen mit dem Hepatitis C-Virus infiziert. Die Immunglobuline zur vorgeschriebenen Anti-D-Immunprophylaxe zum Schutz von Kindern rhesusfaktornegativer Mütter waren mit Hepatitis C-Viren verseucht. Der leitende Arzt des „Bezirksinstitut für Blutspende-und Transfusionswesen Dr. Wolfgang Schubert hatte für das Verfahren der Anti-D-Prophylaxe 1976 den Nationalpreis der DDR erhalten. Zwei Jahre später waren zu wenig Plasmaspender für die eine hinreichende Herstellung der Prophylaxe vorhanden, in der Not und gegen alle Regeln verwendete Dr. Schubert auch Plasma von an Hepatitis C Erkrankten Spendern. Er hoffte auf den Verlust der Infektiosität durch die starke Verdünnung mit reichlich Plasma von gesunden Spendern. Die zuständigen Behörden vertrauten Dr. Schubert blind. Er wurde später in der DDR zu zwei Jahren Haft verurteilt. Die DDR-Behörden versuchten den Skandal weitgehend zu vertuschen, den ahnungslosen jungen Müttern wurden die Umstände warum sie zu Untersuchungen mussten und sogar aufgrund der diagnostizierten Hepatitis C eine Isolierung angeordnet wurde verschwiegen. Schmerzensgeldzahlungen erfolgten zu DDR-Zeiten nicht, eine vollständige Aufarbeitung erfuhr der Skandal erst nach dem Fall der Mauer. Inzwischen ist wie bereits erwähnt die Hepatitis C in den meisten Fällen durch eine Tabletteneinnahme in kurzer Zeit heilbar. 2018 erlebte China einen Impfskandal bei der Herstellung eines Impfstoffes gegen Tollwut. Die Firma Changchun Changsheng hatte Unterlagen über den Herstellungs-und Inspektionsprozess gefälscht und wurde in China zu einer Geldstrafe von umgerechnet 1,1 Milliarden Euro verurteilt. Erst einige Monate zuvor waren mehrere Mitarbeiter der gleichen Firma wegen der Produktion minderwertiger Kombinationsimpfstoffe gegen Masern/Mumps/Diphterie verhaftet worden. Über 200.000 Kindern war unwirksamer Impfstoff verabreicht worden. Die USA-Bürger sind  in den 1950er und 60er Jahren an einer Impfkatastrophe durch Glück vorbeigekommen. Die USA-Polioimpfstoffe wurden auf Zellkulturen von Makakennieren hergestellt. Makaken sind mittelgroße Affen wie Bartaffen und Rhesusaffen. Einige dieser Affennieren waren mit dem Virus SV40 infiziert und durch Verdünnung wurde der gesamte Impfstoff mit diesen Viren bis in das Jahr 1963 belastet. In den USA waren fast 90 Prozent aller Kinder damals mit diesem Impfstoff geimpft und dem Virus in Folge ausgesetzt worden. Bei Nagern ruft das Virus Krebs hervor, Studien in den USA zeigten keine erhöhten Krebsraten bei den geimpften Menschen. Neuere Studien zeigen aber dass das SV40-Virus von Mensch zu Mensch z.B. über Speichel übertragen werden kann. Bei auffällig vielen Krebsleiden kann die Erbsubstanz von SV40 in den Tumorzellen nachgewiesen werden, bisher wurde von einer unbeteiligten Anwesenheit ausgegangen. Bei Non-Hodgkin- Lymphomen finden sich diese Virusbestandteile in etwa 60 Prozent der Fälle. Theoretisch könnte das Virus im Körper durch unser Immunsystem inaktiv gehalten werden, und nur bei immunschwächenden Ereignissen plötzlich aktiv werden. Diese Aktivität kann dann zu einem Abschalten tumorunterdrückender Eiweiße wie p53 und pRB führen. Als die WHO 2009 die Schweinegrippe/(A(H1N1 Influenza) zur Pandemie erklärte wurden die Impfstoffe in Eile zugelassen. Der Impfhersteller GlaxoSmithKline konnte durch Zusatz mit einem Adjuvans/ bezw.Impfverstärker zu seinem Impfstoff mit dem Namen Pandemix mehr Impfdosen ausliefern als der kanadische Konkurrentseines Produkts Arepanrix. Unter 30 Millionen Impflingen in Europa kam es nach der Verabreichung von Pandemix mit dem neuen Impfverstärker zu etwa 1300 Fällen von unheilbarer Narkolepsie, einer Form der Epilepsie bei der die Erkrankten plötzlich wegsacken oder einschlafen. Dem Impfaufruf der schwedischen Regierung waren ca.60 Prozent der Bürger gefolgt.  Betroffene wurden  bisher in Schweden mit etwa 10 Millionen Euro entschädigt. Dem Paul-Ehrlich-Institut waren bei etwa 7 Millionen Geimpften in Deutschland bis 10.12.2009 nach der Impfung mit Pandemix 1091 Personen mit 3518 unerwünschten Ereignissen gemeldet worden. Dabei war die Anzahl neurologischer Nebenwirkungen auffällig erhöht. 93 Fälle von Schwindel und 85 Fälle mit Kollapsen. 23 Krampfanfälle wurden gemeldet, davon 13 am Tag der Impfung. Erst später kam es in Schweden, Finnland und Norwegen zu Berichten über Narkolepsie bei geimpften Kindern und Jugendlichen. Bis 2015 wurden 1300 Fälle, einige auch aus Deutschland,  der Europäischen Arzneimittelagentur gemeldet. Da das Produkt Focetria von Novartis nicht betroffen war wurde die Erkrankung wahrscheinlich durch die von GlaxoSmithkline/GSK verwendeten Zusätze ausgelöst. Der Einsatz solcher Impfverstärker/Adjuvans ist durchaus bei Impfungen üblich, GSK setzte damals aber eine neue Substanz AS03 ein, bestehend aus Squalen, Polysorbat 80 und Vitamin E. Eine 2015  in Scienc Translation Medicien veröffentlichte Studie zeigt die Zusammenhänge auf. Antikörper gegen das Nukleoprotein 17 und 20 im Gehirn wurden zwar nicht bei allen an Narkolepsie Erkrankten in Folge der Impfung nachgewiesen, jedoch ausschließlich im Blut von Impflingen mit dem Produkt von GSK. Diese erkranken aber längst nicht alle. Die durch den Impfverstärker induzierten Antikörper erkennen Abschnitte auf Nervenrezeptoren als fremd und scheinen die Autoimmunkrankheit auszulösen. In Folge erkrankt das  Schlaf / Wach-Zentrum des Gehirns. Die Erkrankung kann auch viele Jahre nach der Impfung auftreten, dann wenn die gebildeten Antikörper aus anderen Gründen plötzlich die natürliche Bluthirnschranke passieren können. Das kann z.B. aufgrund anderer Infektionen geschehen. Von der Bundeswehr und der Deutschen Regierung wurde damals zur Eigenversorgung der richtige Impfstoff ohne Adjuvans und ohne Konservierungsmittel bestellt. Dieser wurde von der STIKO ebenfalls für Schwangere empfohlen. Für den raschen Einsatz neuer Impfstoffe lassen sich die Produzenten aufgrund des Fehlens von ausreichend klinischen Daten Haftungsfreistellungen von den Regierungen ausstellen. Gegen solche Risiken ist der überwiegende Benefit durch Impfungen zu betrachten, er ist ein Segen für die Menschheit. Vor Impfungen erlagen etwa 4,8 Millionen Menschen jährlich weltweit an den Pocken, heutzutage gibt es keine Opfer mehr. Es gab 17 Millionen an Diphterie-Opfer jährlich, heutzutage nur einige  wenige im Jahr. Masern 5 Millionen Todesfälle im Jahr, heutzutage unter 40, Röteln 4,7 Millionen, heutzutage unter 30 Todesopfer. Bei der Masernimpfung kann eine Entzündung des Gehirns mit Wahrscheinlichkeiten um 1 zu 1 Millionen Impfungen auftreten. Bei Maserninfektionen bekäme jeder Tausendste ebenfalls eine solche Hirnentzündung. Ähnlich sind die Impfschäden bei der Keuchhustenimpfung mit 1 Hirnerkrankung bei 10 Millionen Impfungen. Keuchhusten fordert  zwei Todesfälle auf 1000 Infizierte. Ich kann also Impfgegner nur auf die steigende Anzahl Opfer der Pandemie auch in Deutschland hinweisen. Corona fordert eine steigende Anzahl täglicher Todesopfer und längst nicht nur das Leben von multimorbiden und sehr alten Menschen. Die Zahl von demnächst vielleicht weit mehr als 10.000 Corona-Todesopfer alleine in Deutschland im Monat Dezember wird kommen, die Bilder von mehr als 10.000 Särgen nebeneinander sind unfassbar. Auch wenn es solche Bilder mit Massen an Toten gäbe würden europäische und deutsche Politiker die Veröffentlichung möglichst unterbinden um der Bevölkerung ihr eigenes politisches  Versagen nicht schon wieder vor Augen zu führen. In Europa besteht ohne maximalen Lockdown mit anschließender strengster Überwachung des Infektionsgeschehens und maximalem Tracking eigentlich keine andere Wahl. Dann hat die  Massenimpfung gefährdeter Personen zu folgen. Meine persönliche Einstellung als Person über 60 Jahre, mit Vorerkrankung und mit Tätigkeit im Gesundheitswesen ist Pro Impfung. Allerdings wünsche ich mir eine neues Formular vom Paul Ehrlich Institut zu Impfnebenwirkungen und Impferfolg. Dieses sollte jeder Impfling nach Eintrag seiner Impfnummer digital per registrierter  Mail oder über die Corona-App mit individualisierter Kennung versenden können. Natürlich können auch Ärzte wie bisher diese Meldungen per Post durchführen. Seltene Nebenwirkungen können möglicherweise in einem vereinfachten Meldesystem eher detektiert werden. Für zwingend erforderlich halte ich die Offenlegung wirklich aller Daten aus den laufenden Impfstudien bereits bei der Notzulassung, so kann sich jeder Impfarzt seine eigene ethische und fachliche Meinung zu möglichen Risiken bilden und Impflinge speziell beraten. Mit dem Auto vorfahren, Spritze bekommen und wieder weg. Nein, das ist totalitär.  Risiken mit später noch nach Jahren auftretenden Nebenwirkungen sind nicht auszuschließen. Zuerst wären die Risikogruppen in der Bevölkerung zu impfen bei denen der größte Nutzen im Verhältnis zum Impfrisiko anzunehmen ist. Vor einer Massenimpfung von jüngeren Menschen mit sehr geringem Letalitätsrisiko einer SARS-CoV-2 Infektion sind die Risiken der im Verlauf der Pandemie erhobenen Daten zu analysieren. Schon eine schwere Nebenwirkung auf z.B. 10.000 Impfungen kann zu viel sein, um für alle Bevölkerungsanteile eine Impfempfehlung auszusprechen.

Mitte Oktober wurden zwei der fünf großen Phase-3-Impfstudien zunächst vorrübergehend unterbrochen. Erkrankungen oder Nebenwirkungen von Studienteilnehmern mussten zunächst zugeordnet und die Zusammenhänge geklärt werden. Das ist ganz wichtig. Bei der Massenproduktion dürfen keine Nebenwirkungen verschwiegen werden. Besonders bei Impfungen von Menschen ohne Corona-Risikofaktoren ergibt sich auch bei selteneren schweren Nebenwirkungen kein Vorteil für den Impfling, sondern gar ein Überlebensnachteil. Bei Astra Zeneca wurde im September zunächst die Aufnahme weiterer Impfprobanden gestoppt. Es  war der Zusammenhang mit der Impfung und dem Auftreten einer Transversen Myelitis mit Lähmungen bei einem Impfprobanden in Großbritannien zu klären. Astra-Zeneca ist mit einem nicht mRNA basierten Impfstoffe ebenfalls bei der EMA in einem Rolling-Review-Verfahren in Prüfung. Die mit konventionellen nicht mRNA basierten Methoden an der Corona-Impfung arbeitenden Firmen, das sind die meisten, sind eher langsamer in der Entwicklung, die Produkte sind in der ersten Hälfte 2021 zu erwarten. Auch die Produktion dieser nicht auf mRNA-Technik beruhender Impfungen ist aufwendiger und zeitintensiver. So wären es dann  möglicherweise im Januar zwei Produzenten mit Notzulassungen, die zusammen über 300 Millionen Impfdosen pro Monat produzieren können. Auch Curevac mit seinem mRNA basierten Impfstoff wird Anfang 2021 seine Ergebnisse präsentieren können, die Impfung benötigt keine 70 Grad minus zur Lagerung. Das Nebenwirkungsprofil und die Wirkung sind aber die wichtigen Parameter. Möglich das Produktionen der Impfstoffe über Lizenzen auf andere Produktionsstandorte rasch ausgedehnt werden kann, möglich das auch weitere Notzulassungen von Corona-Impfungen von Curevac und anderen Firmen schon Anfang 2021 folgen. Bereits im Frühsommer könnte eine deutliche Herdenimmunität von etwa 30 Prozent in den Industrienationen erreicht werden. Wenn nichts dazwischen kommt. 2021 ist in einigen dieser Länder mit einer Herdenimmunität durch den „natürlichen Verlauf“ der Pandemie zwischen 5 und 20 Prozent zu rechnen. Eine unbekannte bleibt dabei zunächst die Dauer der Immunität sowohl nach einer Infektion wie auch nach einer Impfung. Eine Verzögerung der Pandemie durch steigende Herdenimmunität  wäre 2021 somit ohne Impfschutz oder andere Maßnahmen nicht zu erwarten. Auch wenn Forscher des Teams um Prof. Frank Jülicher vom Max Plank Institut zu dem Schluss kommen das besonders bei heterogenen Bevölkerungsstrukturen die Ausbreitung bereits bei 8 bis 37 Prozent Durchseuchung aufgrund einer Herdenimmunität stoppen könnte. Die Ergebnisse sind in der Publikation „Power-law population herterogeneity governs epidemic waves“ veröffentlicht. Das Team postuliert, das sich nicht alle Menschen gleich-schnell infizieren. Dabei gehen sie von einer unterschiedlichen Effektivität der Immunsysteme aber auch von soziokulturellen Unterschieden z.B. bei der Hygiene, aus. In dem Modell infiziert sich zunächst hauptsächlich der anfälligste Bevölkerungsteil und wird dann nach der Gesundung immun. Bei dem verbleibenden Bevölkerungsteil kann eine Widerstandskraft gegen das Virus heranwachsen oder schon vorhanden sein. Das Infektionsgeschehen verlangsamt sich und die Herdenimmunität kann früher erreicht werden. In einer homogenen Bevölkerung würde dies erst erreicht wenn die Mehrheit immun ist. In dieses neue mathematische Modell fügen sich nun Erkenntnisse ein das bei einem Teil der Menschen die Gedächtniszellen des Immunsystems, bestimmte T-Zellen ohne kürzlich durchlaufene Corona-Virusinfektion das neue Corona-Virus erkennen können. Es scheinen besonders Menschen zu sein die in den letzten Monaten und Jahren besonders viele Erkältungen durchlaufen haben. Diese Menschen haben möglicherweise kreuzreaktive Immunzellen und könnten dadurch weniger schwer an SARS-CoV-2 erkranken. Untersucht wird diese Hypothese in der Charite´-Corona-Cross-Studie. In Boston haben Forscher in einer großen Studie mit 16000 Probanden gezeigt, dass frühere Infektionen mit harmloseren Corona-Viren mit einer Schutzwirkung vor schweren COVID-Infektionen verbunden sind. Bei Menschen nach einer SARS-VoV-2 Infektion finden sich nahezu in 90 Prozent T-Gedächtniszellen gegen Corona. Aber auch bei Menschen ohne Kontakt und ohne nachweisbare Antikörper finden sich in etwa 35 Prozent spezifische T-Zellen die anscheinend eine Immunabwehr gegen das neue Corona-Virus in Gang setzen können. Nun, die Impfung kommt, und dabei wird sich wahrscheinlich der mRNA-Impfstoff durchsetzen, falls nicht noch irgendwelche bösen Überraschungen auftauchen sollten. Allein für die konventionelle Herstellung des Grippeimpfstoffes wurden jedes Jahr in über 500.000 Hühnereiern Influenzaviren gezüchtet. Diese neue Art die Bauanleitung für einen Bruchteil der Corona-Virusbestandteile in den  Körper zu senden und diese Bestandteile dort produzieren zu lassen ist nicht ganz neu. Die nachfolgende Reaktion des Körpers mit Produktion einer Abwehr funktioniert, unter anderem werden Antikörper gebildet. Viele bisherige Forschungsprojekte mit mRNA hatten eigentlich maßgeschneiderte Krebsimpfungen bei bereits Erkrankten zur personalisierten Steigerung der eigenen Immunabwehr zum Ziel. Als ein Problem erwies sich aber ebendiese Bauanleitung, die RNA in Körperzellen zu transportieren. In den letzten Jahren konnten diese Probleme überwunden werden.

Freitag der 20.11.2020

Schutz vor Corona, Ernährung und Bewegung, Gefährlicher BMI über 40 bei Menschen unter 60 Jahren, Vorteil bei ASS 100

Von unseren nahen Freunden ist eine Lehrerin in den wöchentlichen PCR-Routineuntersuchungen SARS-CoV-2 in der PCR-Untersuchung vor drei Tagen positiv getestet worden. Sie ist weiterhin asymptomatisch, trug in der Schule immer FFP-2 Masken. Die unterrichteten Schüler und Ihr Ehemann sind jetzt in Quarantäne. Jetzt stelle ich rasch etwas über Ernährung und Corona zusammen und werde es heute den beiden zuschicken. Wir können uns bis zum Beginn von Impfungen nur durch die bekannten Schutzmaßnahmen vor SARS-CoV-2 schützen. Gute Ernährung scheint keine sehr wesentliche Rolle zu spielen. Mangelernährung ist zu vermeiden. Prof. David Meitzer von der Universität Chicago hat in Auswertungen von 489 Vitamin D-Messungen bei Menschen einen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin D-Spiegeln und dem Risiko einer Corona-Infektion signifikant aufzeigen können. Vitamin D bildet sich bei genügend Sonnenlichtzufuhr, fünf bis zehn Minuten täglich reichen schon aus, Vitamin D wird dann in unserer Haut von selbst gebildet. Normalerweise werden dadurch 90 Prozent des Vitamin-D Bedarfs gedeckt. Der Rest wird über die Nahrung gedeckt. Aus den aufgenommen Vorstufen des Vitamin D3 und auch aus unfertigem Vitamin D3 aus der Haut entsteht in der Leber eine weitere Vorstufe, das Calcidiol. Die Messung diese noch inaktiven Vitamin D3 spiegelt sehr gut die eigentliche Vitamin D Reserven wieder. Der Spiegel im Blut wird durch Messung dieser letzten Vorstufe des aktiven Vitamin D3, dem Calcidiol mit „25-Hydroxy-Vitamin D3“ bestimmt und sollte über 30 Mikrogramm pro Liter Serum sein. Bei Menschen mit Überfunktion der Schilddrüse, Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen und bei Einnahme bestimmter Medikamente wie Barbiturate oder Antiepileptika kann der Vitamin D Spiegel abfallen. Auch bei Mangell an Sonnenlicht über mehrerer Wochen. Sehr viel Vitamin D enthalten fettreiche Fische wie Lachs mit 16 ug/100g, Hering mit 25 ug/100g, aber auch Innereien von Tieren. Pilze mit 1,9 ug/100g, Käse um 2ug/100g, Milch 0,18 ug/100ml. Im Winter kann besonders bei älteren Menschen ein Vitamin D-Mangel auftreten. Bei allen Produkten empfehle ich  vorwiegend Saisonware und Bioqualität, also Produkte die ohne Gift hergestellt wurden. Einen weiteren Artikel zu gesunder Ernährung finden sie auf www.Bioweinportal.de. Als das Immunsystem stärkend gelten Äpfel. Sie sollten mit professioneller Lagertechnik einschließlich optimaler Sauerstoff-und Kohlendioxidzufuhr mit gesteuerten Atmosphären über den Winter frisch gehalten werden. Die  gesunden Inhaltsstoffe bleiben so nahezu erhalten. Zur Stärkung des Immunsystems in vielfältiger Weise gelten die folgende Produkt als geeignet: Bohnen, Wintergemüse, besonders Brokoli, Fenchel, rote Beete, Feldsalat. Weiterhin Beeren, Karotten, Nüsse, Paprika, Zitrusfrüchtre wie Orangen und Zitronen. Jetzt im Herbst haben frische Trauben, Granatäpfel, Birnen und andere Früchte der Saison viel Vitamin C als Antioxidanz. Diese schützen die Tellstrukturen vor freien Radikalen. Frei Radikale werden bei gesteigerten Umbauvorgängen wie bei Infekten vermehrt im Körper freigesetzt, hier setzt in der Theorie ein Vorteil der Vitamin C reichen Ernährung bei Infekten an. Auch tiefgerorenes Gemüse und Obst behält durch die Schockgefriermethode den Vitamin C-Gehalt. Zink erfährt bei Infekten einen erhöhten Verbrauch, das Spurenelement ist besonders in Fleisch, Milch, Käse und in Hülsenfrüchten reichlich vorhanden. Nahrungsergänzungsmittel werden auch bei Infekten nicht empfohlen, außer im höheren Alter Vitamin D3. Das Immunsystem in „ Habachtstellung“ zu bringen heißt kein übermäßiger Alkoholkonsum, kein Nikotin, keine Drogen, kein deutliches Übergewicht. Schlafmangel, Stress, und Ängste führen zum Ausstoß des Stresshormons Cortisol welches das Immunsystem dämpft. Stabilität und eine stressreduzierte Tagesstruktur können für unseren Körper, der auf Routinen ausgelegt ist, förderlich sein. Übergewicht führt oft zu Diabetes Mellitus. Zuckerkranke haben ein vermindertes Abwehrsystem. Regelmäßiger Sport steigert die Immunabwehr, Lymphozyten werden aktiviert, bei einer Stunde Sport etwa 1 Milliarde. Selbst die Immunantwort auf eine Impfung könnte bei den körperlich aktiven Menschen gesteigerter ausfallen. Ob eine spezielle Ernährung gegen Corona-Infektionen schützen kann ist nicht bekannt, bisher liegen keine Belege dazu vor. Eine Übertragung des Virus über Nahrungsmittel ist bislang nicht bekannt geworden, frische Lebensmittel sollen vor dem Verzehr gewaschen werden. Erhitzen ist immer ein sichererer Weg. Ich persönlich vermeide den Verzehr von rohem Fleisch, besonders von rohem Mett. Corona-Viren überleben auch Temperaturen von minus 20 Grad, auch beim Auftauen von Fleisch oder Innereien sind die allgemeinen Hygieneregeln zu beachten. Nach Kontakt mit rohen Produkten Hände mit Seife waschen. Da bis zur Erlangung von einer Herdenimmunität durch die kommenden Impfungen und weiterer Massnahmen noch einige Zeit, vielleicht sogar mehr als ein Jahr, vergehen kann lohnt sich besonders bei starkem Übergewicht ein Abspecken. Der BMI/Body Maß Index errechnet sich aus dem Körpergewicht geteilt durch das Quadrat der Körpergröße. BMI: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat. Die Einheit ist kg/m2. Im Internet finden sich BMI Rechner unter www.bmi.de. Der wünschenswerte BMI für 40 Jährige liegt zwischen 21-und 26, für 60 Jährige zwischen 23-und 28. Von einer morbiden / krankhaften Adipositas spricht man bei BMI-Werten von über 40 kg/m2. Stark übergewichtige Menschen haben auch wenn sie jünger sind ein höheres Risiko für einen schwereren Verlauf einer COVID-19 Infektion als Normalgewichtige ( BMI 18-24,9 ) und zudem eine höheres Sterberisiko . Auf dem Lungengewebe lastet ein höherer Druck von außen was sich im Falle der Infektion negativ auswirkt. Das könnte den fatalen Verlauf der Corona-Pandemie in den USA mit erklären. Bisher gab es in den USA über 250000 Todesopfer. Die USA gehört zu den Ländern mit dem höchsten Anteil fettleibiger Menschen. Ca. 42 Prozent der Bevölkerung haben einen BMI von über 30, und damit die Grenze zum Übergewicht überschritten. Der größte kalifornische Krankenversicherer Permanent Southern California hat einen Anteil von zehn Prozent der Versicherten mit einem BMI über 40, einer sogenannten morbiden Adipositas. Hierbei sind die inneren Organe wie Herzmuskel und Leber oft schon verfettet, das sogenannte innere/viszerale Fett stellt einen weiteren Risikofaktor da. Im viszeralem Fett laufen Entzündungsprozesse ab, Interleukin 6 und andere Entzündungsfaktoren sind erhöht. Ebenso finden sich dort viele ACE-Rezeptoren welche von SARS-CoV-2 als Eintrittspforte in die Zellen genutzt werden. 6916 COVID-Patienten der Krankenversicherung sind statistisch erfasst worden. Auch wenn noch keine sekundären Erkrankungen durch das  Übergewicht wie z.B. Bluthochdruck, Diabetes oder KHK/Koronare Herzerkrankung bestanden, ist das Sterberisiko bei einer COVID-19 Erkrankung gegenüber Normalgewichtigen dreifach höher bei Männern unter 60 Jahren. Damit hat die Gruppe von jüngeren Männern mit morbider Adipositas zusammen mit der Gruppe der Transplantierten und der über 80-Jährigen das höchste Sterberisiko. Warum Frauen mit morbider Adipositas und ältere Männer über 60 kein erhöhtes Risiko gegenüber der Vergleichsgruppe haben, ist ungeklärt. Hier halte ich für möglich, das ältere adipöse Männer in den USA häufig von ihren Ärzten niedrig dosiertes Aspirin/Ass 100 mg verordnet bekommen auch wenn noch keine KHK diagnostiziert wurde. Studien zeigen einen deutlich besseren Verlauf der COVID-19- Infektion bei Personen die bereits zuvor Ass/Acetylsalicylsäure mit 100mg täglich einnahmen. Wahrscheinlich kommt dieser Personengruppe die mögliche protektive Wirkung vor Mikroembolisationen, also kleinsten Verstopfungen in den Herz- und Lungengefäßen, zugute die bei der COVID-19- Erkrankung sehr häufig auftreten. Übergewichtige haben häufiger eine Schlafapnoesyndrom, ein Pausieren der Atmung im Schlaf, als Normalgewichtige. Schlafapnoe gilt als zusätzlicher Risikofaktor für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung. Einfache Regeln für gesunde Ernährung lauten daher: Fisch ist gesünder als Fleisch. Im Fisch werden die schützenden Omega-3-Fettsäuren für den Grund eines langen Lebens in dieser Ernährungsgruppe verantwortlich gemacht. Etwas schlechter schneiden Veganer mit der Alterserwartung ab. Ein durchschnittlich etwas kürzeres Leben haben zudem die Fleischesser. Am Ende eines jeden Lebens ist es aber vielleicht wichtiger wie das durchlaufene Leben in unseren Hirnzellen empfunden wurde. Ich erinnere an meine Patientin, die mich dieses Jahr mit 98 Jahren erneut wie schon letztes Jahr fragte, warum gerade sie so lange leben müsse, sie sei einsam und das Leben ohne Kontakte schrecklich. Psychologen haben in Studien dargelegt dass Einsamkeit bei älteren Menschen gesundheitsschädlich sei. Der Psychologe Prof. Robert Waldinger spricht sogar davon dass Einsamkeit tötet. Bei meiner Patientin trifft das bisher nicht zu. Ich erinnere mich an die vielen Aachener Patienteninnen und Patienten aus meiner Zeit in den 80er Jahren im Universitätsklinikum dort, die fragten mich warum sie gerade jetzt Krebs bekommen hätten. Sie hätten doch erst jetzt dies und jenes machen wollen, ihre Träume erfüllen. Die meisten waren da bereits über 60 Jahre alt. Die Kölner Patienten stellen solche Fragen sehr selten. Nun, Bio ist gesünder als mit Gift hergestellte Lebensmittel. Etwa 90 Prozent der als biologische deklarierten Lebensmittel sind tatsächlich frei von Pestiziden. Gemüse, Früchte, Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Samen, Milchprodukte und  Nüsse haben mehr vielfältige Nährwerte als Weizennudeln und Süßwaren. Pflanzenfette und besonders Olivenöle sind gesünder als die Verwendung von tierischen Fetten wie Schmalz, Sahne und Butter zum Braten, Backen und Kochen.  Zusätzliche Substitution von Vitaminen oder sogenannte Superfoods sind bei ausgewogener Ernährung nicht notwendig. Ausnahmen können Vitamin B12, Jod, Vitamin D und auch die Substitution des für die Blutbildung wichtigen Eisens bei Veganern sein. Bei Schwangeren wird in der ärztlichen Beratung häufig zu Jod und Folsäuresubstitution geraten. Selbst zubereitetet Mahlzeiten beinhalten meist gesünderen Zutaten als Fertigprodukte, sie haben zudem weniger versteckte Kalorien. Zeit für die Mahlzeiten und ein geregelter Mahlzeitenrhythmus führt zu mehr Lebensfreude als beiläufiges Essen. Die Hauptmahlzeit am Tag kann gerne zelebriert werden, machen Sie doch länger digital Pause. In Gemeinschaft kommt die Unterhaltung dann von selbst auf. Durch mindestens zwei Gänge bei der Hauptmahlzeit entstehen Pausen für Gespräche und den Austausch von Neuigkeiten. Der Körper bekommt Sättigungssignale erst nach 20 Minuten, nehmen Sie sich etwas Zeit mit einem Gespräch zwischen den beiden Gängen. Kleine Portionen sind gesünder als große. Eine ausreichende Tagestrinkmengen sind 1,5 Liter Wasser.Getränke mit Zucker oder Zuckerersatzstoffen sind überflüssig. Zuckerersatzstoffe können möglicherweise ungesund sein, Zucker selbst ist es ja auch. Nur in Maßen ( nicht Massen ) Alkohol, für Männer unter 0,4 und für Frauen unter 0,3 Liter Wein pro Tag. Schwangere haben striktes Alkoholverbot, bereits geringe Mengen von Alkohol in der Schwangerschaft können der Kindsentwicklung schaden und zu  Hirnschäden beim Ungeborenen führen. Bereits vor der Zeugung sollte auf Alkohol verzichtet werden. Auch bei der Ernährung zeigt Corona, das Verzicht als Gewinn empfunden werden kann, und wir den Reichtum der Erde durch die eigene Zubereitung der Speisen näher kennenlernen. Zur Aufrechterhaltung eines robusten Immunsystems reichen etwa zwei bis drei Stunden Bewegung in der Woche. Das kann auch ein täglicher Spaziergang von 30 Minuten sein, Sonnenlicht ist dabei wichtig. Ich erinnere, Hundebesitzer leben etwa anderthalb Jahre länger als Menschen ohne Hund. Ebenfalls leben Menschen in einem Haus mit Treppen länger als die in ebenerdigen Häusern. Vor kurzem hatte ich einen 85- jährigen Prostatakrebspatienten in meinem Sprechzimmer. Seine Erkrankung mit Absiedlungen in den Knochen konnte durch eine antihormonelle Therapie, welche alle 3 Monate als Depotpräparat verabreicht wird, deutlich zurückgedrängt werden. Testosteron treibt den Prostatakrebs zum Wachstum an, die antihormonelle Therapie unterbindet diese Wachstumsstimulation. Auf meine offen gestellte Frage wie es gehe kommt die Antwort: Sehr gut. Aber er habe Corona gehabt, die Ansteckung sei über seine Enkelin erfolgt. Die Enkelin wurde beim Kinderarzt getestet, sie sei drei Tage leicht kränkelnd gewesen, er aber nur zwei. Patienten denen das männliche Hormon Testosteron zur Behandlung eines Prostatakrebs entzogen wird infizieren sich deutlich seltener mit dem Corona-Virus, und der Verlauf einer Infektion ist meist nur leicht. In der von mir bereits früher zitierten Studie der ETH Zürich und der Universität Bellinzona wurden 4532 Fälle von Corona-Virus-Infektionen bei Männern ausgewertet. Das Risiko von Männern  an einer COVID-19-Infektion zu erkranken war viermal geringer in der Gruppe mit einer Antihormonellen Therapie welche einen Testosteronentzug herbeiführt, keiner der Infizierten verstarb. In der Gruppe der Männer ohne Hormonentzug verstarben 17 Prozent der an Covid-19 erkrankten. Jetzt könnt man denken dass die Männer mit geblockten Androgenen/männlichen Hormonen besser beim „Social Distancing“ sind. Wahrscheinlicher ist die folgende Erklärung: Androgene aktivieren bestimmte Eiweißstrukturen, die Transmembran Serinprotease 2/TMPRSS2. Diese wird  z.B. auch im Lungengewebe bei Männern ohne antihormonelle Therapie hochregulieren und ermöglicht dem Corona-Virus einen einfacheren Befall der Zellen. Damit wäre auch der heftigere Verlauf von COVID-19 Infektionen bei Männern gegenüber Frauen erklärt. Denkbar wäre eine kurzfristige Antihormonelle Therapie von Männern mit einer SARS-CoV-2-Infektion um einen schweren Verlauf zu vermeiden.

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Sonntag , der 29.11.20

Die Bedeutung von WhatsApp, Corona im Autohaus

Der Corona-Dauerlauf geht immer weiter, unser Lieblingsitaliener hat sein Restaurant für immer geschlossen. Einige Bekannte die wir nicht zum engen Freundeskreis zählen haben wir in diesem Jahr noch gar nicht gesehen, sie rufen auch nicht an, außer zu Geburtstagen. Manchmal kommen diese Grüße auch per WhatsApp, unserer aller Buschtrommel. Der Messenger-Dienst hat zwei Milliarden verschiedene Nutzer.  Jan Koum, in der High School ein Rabauke, später Angestellter bei Yahoo in Santa Clara in Kalifornien hatte 2009 als er den App Store kennenlernte die Idee zu dieser App. Für viele Menschen hat WhatsAPP die SMS abgelöst. 2014 wurde die Firma für 19 Milliarden Euro an Facebook und dessen Gründer Marc Zuckerberg verkauft. Natürlich gehe ich davon aus, dass meine Daten bei der Nutzung von WhatsApp irgendwo gesammelt werden, vielleicht werden sie auch gehandelt. Man kann die gesammelten Daten sogar einsehen indem man bei WhatsApp auf Einstellungen klickt und dann auf „Account-Anfordern“ klickt. Prinzipiell werden bei Nutzung der Backup-Funktion bei WhatsApp Daten auch bei Google oder Apple hinterlegt. Beim Klick auf „Aus“ beim „ Automatisches Backup“ wird diese Funktion abgestellt. Bei den ständig im Fluss befindlichen AGB/Allgemeine Betriebsbedingung bin ich mir nicht sicher in was ich alles eingewilligt habe wenn ich auf „Bestätigen“ klicke. So stimmt man wenn ich es richtig verstehe seit 2018 zu das eigene Daten für kommerzielle Zwecke genutzt werden können. Ich bin mir nicht sicher ob ich nicht inzwischen sogar an Facebook eingeräumt habe auch private Bilder und Videos, die von mir versendet wurden, zu verwenden. Wir alle sollten uns das nicht mehr bieten lassen und klare Verhältnisse im Netz schaffen. Umsonst bekomme ich nur kleine Leistungen, alles andere muss ich eben bezahlen, meist mit dem Tauschwert Daten, Daten über mich und mein Verhalten. Ich könnte aber auch anstatt meine Daten frei zu geben für die Versendung eines Fotos oder eines Videos eine bestimmte Geldsumme bezahlen. Bei Updates würde ich gerne folgende Auswahl erhalten: „Wir dürfen keine Daten von Ihnen verwenden“ Klick. Dann bleibt Textversand gratis, ein Bild ein Cent, Video bis eine Minute fünf Cent von einem Guthabenkonto. Oder alternativ: „Wir dürfen Daten verwenden die sie über unseren messenger versenden“Klick. „Wir dürfen zusätzlich beliebig alle Daten auf ihrem elektronischen Gerät einschließlich aller Kontaktdaten auslesen und beliebig verwenden“Klick. Passwörter versende ich auch schon mal, nicht über WhatsApp, sondern per verschlüsselte Mail über den Service der Deutschen Telekom. Wir Ältere nutzen weiter WhatsApp und Twitter. Die jüngeren nutzen neuere Soziale Netzwerke. Instagramm mit über einer Milliarde Usern, Linkedin, Pinterest Ads,  YouTube,  TikTok, Snapchats. Ich nutze schon mal  Xing zur Suche von Mitarbeitern oder für Businesskontakte. Ansonsten  ist mir der Umgang mit immer wieder neuen Apps zu hektisch und zeitaufwendig. Beruflich benutze ich mit Kollegen zum privaten Austausch auch WhatsApp selbstverständlich ohne dabei Patientendaten zu nennen. Bestimmten Fragen zu Krankheitsbildern sende ich per Mail an  spezielle Zentren. An Direktorinnen/Direktoren  in Universitätsbetrieben bitte ich z.B. bei Fragen zu gemeinsamen Patienten um persönlichen Rückruf über deren Sekretariat, ebenfalls bei Studienleitenden wenn es um den Einschluss von Patienten in Studien geht. Ein kurzer Telefonischer Austausch von Informationen ersetzt mehrere Mails und schafft eine Vertrautheit. In unserem erweiterten Freundeskreis und auch mit Verwandten besteht ein Teil der  Kommunikation aus Senden und Weiterleiten von Videos und Bildern. Meist sind es zwei bis drei Videos oder Fotos pro Kontakt oder Gruppe  die  einem zugeleitet werden. Oft  lustiges, einiges kennt man schon. Diese Absender sitzen dann eher am Ende der Buschtrommel. Man erkennt die Interessen und auch Entwicklungen der Versender mit der Zeit, Belehrende Videos, Intellektuelles, Wirtschaft und Geld, Schlüpfriges, Musik, Zynisches. Über die Gruppenbildung laufen aktuelle Informationen an alle Mitglieder. Der Egon meldet sich: „ bin wieder aus dem Krankenhaus“. Oder Freitag um 22.00: “Dein letztes Weingeschenk ist  wirklich gut. Nächste Woche Bridge, Doppelkopf, Wandern?“. Oder: „Training ist um 15 Minuten verschoben, Max Maradono hat den Fuß geknickst“. „ Gute Besserung, gute Besserung…“. Über dieses System laufen viele nicht ganz so intensive Kontakte in der Corona-Zeit weiter. Man weiß, das der andere nicht weg von der Welt ist und wie sie so ungefähr ticken. Es werden ja auch Selfies versendet, selbst meine Schwiegermutter mit über 80 Jahren kann inzwischen alles empfangen. Mit dem Senden hat sie noch Schwierigkeiten. So habe ich heute über  WhatsApp jemandem aus der Gruppe „Weinfreunde“ zum Geburtstag über seinen persönlichen Account  gratuliert, da ich telefonisch nicht durch kam. Auch habe ich dem Besitzer eines Autohauses gute Besserung per WhatsApp gesendet. Dort haben wir unser Wohnmobil im Frühjahr gekauft. Bei meinem Anruf wegen eines Werkstatttermins habe ich erfahren dass ein Lehrling alle im Autohaus Beschäftigten einschließlich Mechaniker und Verkäufer mit Corona angesteckt habe. Der Betrieb ist geschlossen, der Besitzer ist noch stationär, es geht ihm aber besser.

Montag, der 30.11.2020

Drei aktuelle Impfkandidaten, Kommunikationsdesaster der Firma Astra-Zeneca, mRNA Impfungen mit Wirksamkeit von über 90 Prozent

Zu Beginn der Woche hatte er britisch-schwedische Pharmakonzern Astra-Zeneca erstmals von einer Wirksamkeit von 70 Prozent ihres Vektorimpfstoffes AZD1222, der nicht mRNA basiert ist, berichtet.  der britisch-schwedische Konzern entwickelte den Corona-Impfstoff gemeinsam mit der britischen Universität Oxford. Der Impfstoff ist vektorbasiert. Dieses Impfherstellungsverfahren hat sich auch schon bei anderen Corona-Impfungen schon bewährt, Langzeit-Nebenwirkungen sind selten. Es werden nicht vermehrungsfähigen Adenoviren von Schimpansen Erkennungsproteine/Spike-Proteine von SARS-CoV-2 implementiert. Das Immunsystem des Impflings erkennt die fremde Struktur und zeigt eine Immunreaktion. Es kann aber theoretisch auch eine Immunreaktion auf das Adenovirus entstehen. Verwundert ist die Fachwelt über den Versuch von Astra-Zeneca Daten von zwei verschieden Studien zu mitteln. Aus 62 Prozent Schutz in der  Studie mit größerer Anzahl und 90 Prozent Schutz aus einer Studie mit kleinerer Anzahl von Testpersonen die  unterschiedlichen Altersgruppen angehören und aus unterschiedlichen Ländern stammen, wurden 70 Prozent Wirkung veröffentlicht. Darauffolgende Informationen zeigen die  Fehleranfälligkeit dieser Studien, wie das Fachblatt „ Science“ veröffentlicht. In der in Großbritannien durchgeführten  Studie mit der geringeren Anzahl von 2741 Impflingen sei bei der Entblindung  versehentlich nur die halbe vorgesehene Erstdosis/Prime-Dosis aufgrund eines Verpackungsfehlers injiziert worden, vier Wochen später dann die ganze Dosis. Primär war sogar von Astra-Zeneca kommuniziert worden, dass die reduzierte Erstdosis im Studienprotokoll vorgesehen war. Werden hier Daten zurechtgebogen? Der erreichte Schutz liegt in dieser Studie  bei 90 Prozent, jedoch reicht die Anzahl an Ereignissen (Die Anzahl der Infizierten in der Impfstudie)  nicht aus um statistisch bedeutsam bzw. signifikant zu sein. Weiterhin war das Alter der Studienteilnehmenden auf unter 56 Jahre begrenzt worden. Bei der in Brasilien laufenden anderen Astra Zeneca- Studie mit bereits 8859 eingeschlossenen Testpersonen bei erster Entblindung bekamen die Impflinge hingegen die geplante  hohe Erstdosis. Die Daten zeigen eine geringere Schutzwirkung von 60 Prozent und auch mehr Nebenwirkungen mit Kopfschmerzen, Müdigkeit und Armschmerzen. In dieser Studie war aber die Altersgrenze für Studienteilnehmer höher und es waren auch Personen mit Vorerkrankungen zugelassen. Nun will die Firma irgendwie bestätigen, dass eine niedrigere Dosis bei der Erstimpfung einen höheren Schutz bewirkt. Dazu muss sie meines Erachtens die Studie, bei der geringere Dosen geimpft wurden, erweitern oder eine neue Studie auflegen. Und natürlich alleine schon aus ethischen Gründen die Studie mit den schlechteren Ergebnissen abschließen, auch wenn dort bereits 11000 Probanden eingeschlossen waren. Für die Astra-Zeneca-Impfung wurden niedrige Herstellungskosten zwischen einem und fünf Euro  genannt, vielleicht verloren die Aktien des Konzerns in den letzten Wochen auch deshalb zehn Prozent ihres Wertes von Anfang November 2020. Ein Vorteil dieser Impfung ist sicher, er kann längere Zeit bei Temperaturen von zwei bis acht Grad gelagert werden. Der Herstellungsprozess ist in der Impfstoffherstellung bekannt und erprobt. Nachteil ist der Kontakt von Impfstoffbestandteilen mit tierischen Zellen, da erinnere ich an eine theoretisch mögliche Übertragung von unentdeckten Prionen.

Die Impfstoffstudie von Biontech mit BNT162b2 soll inzwischen beendet sein, die Wirksamkeit wird jetzt mit 95 Prozent angegeben, ein sehr gutes Ergebnis für ein Impfprodukt. Die Prozentzahlen können im Verlauf einer Studie noch schwanken, je mehr Daten von Studienteilnehmern vorliegen desto genauer werden die Ergebnisse. Der Unterschied von 90 Prozent und 95 Prozent bedeutet z.B. eine Halbierung der Erkrankten unter den Geimpften. Biontech und Moderna haben somit für sehr erfolgversprechende Impfungen die Notzulassung beantragt. Die meisten Impfnebenwirkungen seien moderat, zwei Prozent der Impflinge hatten schwerere Nebenwirkungen besonders nach der zweiten Impfdosis. Kopfschmerzen und Müdigkeit zählten dazu. Die ständige Impfkommission / STIKO setzt sich aus Virologen, Mikrobiologen, Ethikern, Statistikern und auch niedergelassen Ärzten zusammen. Sie alle arbeiten bereits länger an der COVID-19 Impfstrategie. Erst nach der  Zulassung der beiden Impfungen von Biontech-Pfizer und Moderna durch die Europäische Arzneimittelagentur / EMA und das Deutsche Paul-Ehrlich Institut kann die STIKO eine Impfempfehlung aussprechen. Eine Nutzen-Risiko-Abwägung und die Auswirkungen der Impfung auf die gesamte Bevölkerung müssen in die Entscheidung einfließen. Die avisierte Impfstrategie 90-90-90 besagt das innerhalb von 90 Tagen nach Zulassung 90 Prozent der Hochrisikogruppen mit einem Impfstoff von mindestens 90 Prozent Wirkung geimpft sind. Hier möchte ich noch einmal über den Unterschied der mRNA basierten Impfungen zu anderen berichten. Bisherige Impfstoffe enthielten immer eine geringe Menge eines Erregers oder sogar den Erreger in einem nicht vermehrungsfähigen Zustand. Die RNA-Impfstoffe lösen dagegen eine Antikörperbildung im geimpften Menschen über die Erkennung der Hülle des Corona-Virus aus. Diese Eiweißhülle wird im Körper des Impflings nach Injektion der mRNA/messenger Ribonukleinsäure von Zellen selbst produziert. Der Körper produziert dann Antikörper gegen diese Eiweiße der Virushülle obwohl das Erbgut des Virus darin nicht enthalten ist. Diese verabreichte einzelsträngige Eiweißkette von Erbinformationen kann in die menschliche doppelsträngige DNA nicht eingebaut werden da dazu notwendige Enzyme im menschlichen Körper fehlen. Eine Manipulation unserer Erbsubstanz wie sie z.B. mit der Genschere CRISPS möglich ist kann durch diese Art der Impfung nicht erfolgen. Aber erklären sie das einmal einem AFD-Mitglied des rechten Flügels, oder einigen grundsätzlichen Impfverweigern der Querdenkerszene. Wie bereits bei anderen Impfungen kann vorweg eine auch erst später auftretende Nebenwirkung von Impfungen nicht ausgeschlossen werden, gerade bei Impfungen mit einem neuen Herstellungsverfahren. Eine genaueste Beobachtung auch in einer sogenannten Phase IV halte ich für notwendig um später selten auftretende Nebenwirkungen zu erfassen. In Phase IV sammelt der Hersteller anonymisierte Daten von Nebenwirkungen und Zwischenfällen auch nach Zulassung des Produktes. Die dazu notwendigen Dokumente sind dem Impfling bei der Verabreichung auszuliefern. Das könnte auch in digitaler Form z.B. einer App geschehen, um viele Daten sofort zusammenzuführen, man will hier ja ganze Völker nahezu durchimpfen. Die Verantwortung ist sehr hoch. Die App würde bei der Impfung für den Impfling mit einer Funktion für Sofortmeldungen freigeschaltet, bei Meldungen mit deutlichen Nebenwirkungen wäre eine sofortig medizinische Begutachtung zu veranlassen. Ergebnisse dieser Untersuchung wären dann ebenfalls zentral zuzuordnen, die gegebenenfalls einzuleitenden Gegenmaßnahmen wären von einem Expertenrat den vor Ort betreuenden Medizinern zuzuleiten. Dieses Sicherheitssystem lässt sich nicht mit den britischen Vorstellungen von ein bis fünf Euro Kosten je Impfung installieren. Unsere körperliche Unversehrtheit ist hochwertig. Und die Probleme mit unvorhersehbaren Antikörperbildungen gegen körpereigene Strukturen durch neue Impfungen sind unvorhersehbar, ein Warnsystem also sinnvoll. Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline hatte durch Zusatz des Adjuvans zur Verdünnung seiner Impfseren für die Schweinegrippe in Impflingen eine Antikörperbildung ausgelöst die auch noch nach vielen Jahren zu Hirnschäden führen kann. Darüber habe ich im Kapitel Impfnebenwirkungen ausführlich berichtet. Vor solchen oder ähnlichen Nebenwirkungen besonders durch Antikörperbildung gegen unsere eigenen Körperbestandteile, ist keine Impfung völlig sicher. Natürlich muss jetzt abgewogen werden zwischen den bisher geringen theoretischen Risiken von Langzeitfolgen einer Corona-Impfung und der Verhinderung von Todesfällen und Langzeitfolgen durch die Corona-Infektion. Im Verlauf des Dezember 2020  ist eine tägliche Zahl von Todesopfern von über 500 Menschen in Deutschland  wahrscheinlich. Über 400 sind es aktuell schon, und nicht nur Alte und schwer Vorerkrankte. Und die haben für mich genau das gleiche  Recht weiter zu leben wie andere. Können sie sich an die früher erwähnte britische Studie erinnern? Jeder an oder mit Corona Verstorbene hätte ansonsten noch 11 Jahre zu leben gehabt. 500 Menschenleben in einer Woche sind über 180.000 in einem Jahr. Im Straßenverkehr gibt es  etwa 3000 Verkehrsopfer in einem Jahr. Bei 180.000 Opfern würden wir den Straßenverkehr weitgehen ruhen lassen. Die Menschen haben ja Alternativen. Die Möglichkeiten zur Vermeidung vieler Corona-Infektionen in der Zeit bis zu einem Impfschutz zeigen uns Nordkorea, Taiwan, Vietnam, Japan und auch China. Wir könnten einige Methoden dieser Länder zur Vermeidung von weiteren Infektionen kurzfristig übernehmen.

 

Lost in Corona VI

Freitag, der 4.12.20

Risiken der Menschen über 60, aktuelle Therapieoptionen bei Corona-Infektionen, die Rolle von ASS, Medikamente gegen COVID-19 im Einsatz und in Entwicklung, die Rolle von Vitamin C und D

Gestern wurden 479 Todesopfer in Deutschland gemeldet, das sind Menschen, die mit oder durch Corona verstorben sind. Dazu werden nur einige wenige Kranke gehören, die ohne Corona-Infektion heute vermutlich auch nicht mehr leben würden. Die erste Welle hatte ihren Höhepunkt in Deutschland mit 315 Opfern am 16. April 2020. Über 85 Prozent der bisher Verstorbenen waren über 69 Jahre alt, das Durchschnittsalter der Corona-Opfer liegt bei 83 Jahren. Im Oktober waren mehr jüngere Menschen neu infiziert, im November stieg dann der Anteil von älteren Menschen an. Dabei wurde etwa die Hälfte der Infektionen dieser Gruppe in Altersheimen nachgewiesen. Zeitverzögert um zwei bis drei Wochen versterben dann in diesen Risikogruppen ein Teil der Infizierten. Jeder fünfte Patient, der mit einer COVID-Infektion auf eine Intensivstation verlegt wird, stirbt. Wichtig ist hierbei, die 7-Tage-Inzidenz in der Gruppe der über 60-Jährigen zu senken. Dieser Gruppe ist auch die Corona-Schutzimpfung direkt zu empfehlen. Aktuell möchte sich etwa ein Fünftel der Deutschen nicht impfen lassen, 30 Prozent sind unentschlossen. In der älteren Bevölkerung ist die Impfbereitschaft höher.

Medikamente im Einsatz gegen Corona

Viele der folgenden Informationen sind dem Portal www.vfa.de entnommen. Sie können dort in ausführlicher Form aufgerufen werden und werden dort täglich aktualisiert, ergänzt und erweitert.

Remdesivir

Bei erfolgter Corona-Infektion ist Remdesivir in der Frühphase zur Unterdrückung der noch hohen Virusreplikation bzw. Vermehrung indiziert, optimal bis sieben Tage nach Infektion. Die Indikation ist bei einer Lungenentzündung mit Sauerstoffpflicht gegeben. Vorsicht ist bei eingeschränkter Nierenfunktion zu gewähren, ein Stopp ist bei starker Erhöhung der Leberwerte zu veranlassen, welche unter der fünf- bis maximal zehntägigen Therapie von 200 mg täglich intravenös zu kontrollieren sind

Dexamethason

Dexamethason, ein Kortison, ist mit 6-8 mg täglich ab dem Tag der Sauerstoffpflicht indiziert. In den ersten sieben Tagen der Krankheitsphase sollte es ansonsten vermieden werden. Die durch COVID-19 ausgelösten immunologischen Prozesse wie z.B. die Entzündung von Gefäßen und Organen können in vielen Fällen vermieden werden, ebenso ein sogenannter Zytokinsturm, der Angriff des Immunsystems auf den eigenen Körper.

Bamlanivimab, Anakinra, Tocilizumab

Weitere Substanzen, die antiinflammatorisch wirken, wie z.B. Anakinra, Tocilizumab und andere werden in Studien untersucht. In den USA hat Bamlanivimab (LY-CoV555) eine Notfallzulassung erhalten. In Studien senkt dieser monoklonale Antikörper die Viruslast, die Symptome und das Risiko einer Hospitalisierung sanken von 6,3 Prozent in der Placebo-Gruppe auf 1,6 Prozent in der Bamlanivimab-Gruppe. Die Notfallgenehmigung gilt für Risikopatienten mit leichter bis mittelschwerer Erkrankung, wenn aufgrund des Alters oder Vorerkrankungen ein hohes Risiko besteht.

Antikoagulation, Heparine

Ein wichtiges Standbein der COVID-19 Therapie ist die Antikoagulation, da bei schwerer Erkrankten häufig durch übermäßige Gerinnungsaktivierung und entzündliche Gefäßveränderungen thromboembolische Ereignissen in der Lunge und auch in der Gefäßversorgung von Herz und Gehirn auftreten. Es kommt oft zu vielen kleinen Gefäßverstopfungen, zu Mikroembolien. Zu bevorzugen sind gängige Heparine, die über die Haut zur Prophylaxe, in Hochrisikokonstellationen auch intravenös mit intensivierter Dosis unter Berücksichtigung der Nierenfunktion und der Gerinnungsparameter verabreicht werden. Während der COVID-Erkrankung sind tägliche Bestimmung der Gerinnungsparameter und der D-Dimer-Konzentration, Antithrombin und  Prothrombin zur Anpassung der Intensität der Antikoagulation indiziert.

Unter ASS geringeres Risiko

Im Fachmagazin Anesthesia & Analgesia sind von Jonathan Chow und seinem Team der Universität in Baltimore Daten zu Ass und Corona-Infektionen bis Juni 2020 veröffentlicht worden. 314 Patienten mit einer COVID-19-Infektion ohne ASS-Prophylaxe wurden mit 314 Patienten ohne vorherige low-dose ASS-Prophylaxe verglichen. Die Gruppe mit ASS-Prophylaxe hatte diese aufgrund früherer Ereignisse wie z.B. Herzinfarkt oder Schlaganfall eingenommen und gehört eigentlich zur Gruppe mit erhöhtem Risiko. Nach Herausrechnung dieser Risikofaktoren ergab die ASS-Einnahme ein um 44 Prozent vermindertes Risiko einer mechanischen Beatmung und ein um 47 Prozent vermindertes Sterberisiko.

 

Antikörpertherapie / Rekonvaleszentenplasma / RKP

Ebola konnte bereits mit Antikörpern von Spendern, die die Krankheit überstanden hatten, behandelt werden. In den USA, in Österreich und anderen Ländern wird diese Methode in Studien angewendet. Überzeugende Daten sind bisher nicht veröffentlicht worden. In Deutschland testet das Deutsche Rote Kreuz in einer Studie mit Freiwilligen. Einige Firmen mit Erfahrung auf diesem Gebiet extrahieren Antikörper aus dem Plasma der Spendenden und stellen daraus polyklonales anti-SARS-CoV-2 hyper immune globulin her. Biotest in Deutschland), Takeda in Japan, Octapharma in der Schweiz und ADMA Biologicals in den USA sowie andere Unternehmen untersuchen diese Therapieform in einer Allianz seit Oktober in einer Studie.

 

Kopierte Antikörper aus Rekonvaleszentenplasma

Einige Firmen extrahieren die vielversprechendsten Antikörper aus rekonvaleszenten-Serum heraus und kopieren sie. (Das noch nicht mit dem 3D-Drucker für Proteine) Die gewonnen Antikörper werden von großen Zellkulturen biotechnisch hergestellt. Das Medikament mit dem Antikörper Bamlanivimab vom amerikanischen Konzern Lilly in Kooperation mit AbCellera aus Kanada hat nach positiven Zwischenergebnissen aus der Phase-II-Studie in den USA die Notfallzulassung erhalten. Von Lilly wird in Studien ebenfalls der Antikörper Etesevimab untersucht. Regeneron hat in den USA für sein Antikörper-Medikament REGN-COV2, welches zwei monoklonale Antikörper enthält, ebenfalls auf Basis der Phase-II-Daten eine Notfallzulassung erhalten. Erste Studiendaten zeigen in der Gruppe mit beatmungspflichtigen Patienten wohl keinen eindeutigen Benefit, was medizinisch eigentlich plausibel klingt. In dieser fortgeschrittenen Phase der Erkrankung spielt die Vermehrung des Virus eine untergeordnete Rolle. Zusätzliche Keime und Sekundärinfektionen machen den Patienten zu schaffen sowie Angriffe des eigenen Immunsystems auf Organe und Gefäße. Mikroembolien stellen in dieser Situation oft die Todesursache dar. Diese Antikörper scheinen eher in einer frühen Phase durch Reduktion der Viruslast erfolgreich zu sein. Hier werden sicherlich Kriterien für einen wirksamen Einsatz bei bestimmten Risikogruppen definiert werden können.

Blutdrucksenker wie Sartane und ACE-Hemmer gegen COVID-19

Auswertungen von Krankenakten in den USA deuten darauf hin, dass ältere COVID-19 Patienten, die zuvor bereits Blutdrucksenker wie ACE, Ramipril oder Enalapril aus der Medikamentenklasse der ACE-Hemmer einnahmen, seltener stationär behandelt werden mussten. Ebenfalls werden aus der verwandten Gruppe der Sartane die Substanzen Telmirsartan, Valsartan und Losartan untersucht, ob sie zur Überwindung von Lungen-und Herzproblemen bei COVID-19 Vorteile zeigen.

Vitamin D

Für die Anwendung von Vitamin D wie auch Vitamin C stehen noch laufende Studienergebnisse aus. Eine Empfehlung wird von Fachgruppen bisher nicht ausgesprochen. Grundsätzlich ist ein verminderter Vitamin-D-Mangel bei älteren Menschen häufiger vorzufinden als bei jüngeren. Wenn man nun Studien anlegt, die Verläufe von verschiedenen Krankheiten mit dem Vitamin-D-Spiegel korrelieren, wird man wahrscheinlich bei den meisten Krankheiten einen schlechteren Verlauf bei Menschen mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel dokumentieren. Das sind eben die Älteren, die wahrscheinlicher als jüngere versterben, wenn sie in ein Krankenhaus kommen. So sind auch Daten einer indonesischen Studie und aus einer Meta-Analyse der Universität Hohenheim zu deuten, die schwerere COVID-19-Verläufe mit niedrigeren Vitamin-D-Spiegeln korrelieren. Eine Studie, die eine Verbesserung des COVID-19-Verlaufs durch Substitution von Vitamin D dokumentiert, ist mir nicht bekannt. Die aktive Form von Vitamin D hat Effekte auf die Steuerung des Immunsystems, es kann sogar die Reifung dendritischer Zellen hemmen und möglicherweise immunologischen Überreaktionen entgegenwirken. In unserer onkologischen Praxis substituieren wir Vitamin D, falls der Spiegel nicht primär erhöht ist, bei allen Patienten, die bei bestimmten Lymphomen eine Immunchemotherapie erhalten. Die Studienlage mit einer deutlichen Verbesserung der Prognose durch diese Substitution ist eindeutig. Die etwas älteren Leser, die der Corona-Risikogruppe angehören, kennen wahrscheinlich noch den Lebertran, ein vitaminreiches Konzentrat aus Leber. Fand ich als Kind fürchterlich, meine Mutter hatte ihn mir wegen einer Bronchitis in das Essen gemischt, was ich wiederum verweigerte. Neuere Metaanalysen, also gepoolte Daten aus mehreren Studien zeigen durch Substitution von Vitamin D bei einem niedrigen Ausgangswert eine deutliche Verminderung des Risikos für akute Atemwegsinfektionen. Die Daten zeigen aber erst einen Nutzen der Substitution bei sehr niedrigen Vitamin-D-Ausgangswerten von weniger als 25 Nanomol pro Liter. Bereits zwei Stunden Sonne in der Woche sowie eine Vitamin-D-reiche Ernährung können den verminderten Vitamin-D-Spiegel auf natürliche Weise und ohne Risiko einer Überdosierung regulieren. Darauf wird im Kapitel „Corona und Ernährung“ genauer eingegangen. Zwei Studien zum Zusammenhang der Schwere des COVID-19-Verlaufs und verminderten Vitamin-D-Spiegel zeigen unterschiedliche Ergebnisse. In der indischen Studie vom Medical College Jhansi mit 154 Probanden wurde bei einem Drittel, bei denen die Krankheit symptomfrei verlief, ein verminderter Vitamin-D-Spiegel beobachtet, aber bei denjenigen, die intensivpflichtig wurden, hatten 96 Prozent einen verminderten Vitamin-D-Spiegel. In einer niederländischen Studie mit 135 Patienten am Canisius-Wilhelmina-Krankenhaus in Nijmegen konnte bei 135 Probanden kein Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Spiegel und der Schwere der Krankheitsverläufe dokumentiert werden. Nun nimmt der messbare Vitamin-D-Spiegel bei längerer Hospitalisierung wegen einer COVID-19-Erkrankung schon aufgrund des infektiösen Geschehens ab. Eine brasilianische Studie an 120 Probanden zeigte durch eine einmalige Dosis von 200.000 IE keine Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes gegenüber der Placebogruppe. Wiederum zeigt eine Studie von M. Entrenas Castillo  bei der Gruppe der COVID-19 mit hochdosierter Vitamin-D-Substitution ein geringeres Risiko, intensivpflichtig zu werden. Die Patienten in der Kontrollgruppe hatten aber deutlich mehr Vorerkrankungen. Eine unnötige hohe Substitution von Vitamin D kann sich negativ und sogar gefährlich auf den Calciumstoffwechsel auswirken, die Zusammenhänge sind komplex. Ältere Menschen, die sich wenig im Freien bewegen und wenig Fleisch verzehren, empfehle ich eine tägliche niedrig dosierte Vitamin D Substitution von 800 IE  entsprechend 20 Mikrogramm Vitamin D.

Vitamin C

Bei onkologischen Behandlungen wird in unserem Zentrum prinzipiell kein Vitamin C verabreicht. Obwohl es hunderte Veröffentlichungen zu hochdosiertem Vitamin C bei Tumorerkrankungen gibt, findet sich kein eindeutiger Beleg für eine Verbesserung der Prognosen der verschiedenen Tumorentitäten unter solchen Zusatztherapien. Mir ist nur eine sogenannte randomisierte klinische Studie bekannt. Ma et al. zeigten bei 27 Patientinnen mit Ovarialkarzinom eine signifikante Verbesserung der Verträglichkeit der Chemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel. Einige Studien dokumentieren wenigstens die Sicherheit bei Gabe von bis zu 0,6 g Vitamin C pro kg Körpergewicht. Studien mit einem korrekten Studiendesign, die eine Lebensverlängerung von Krebspatienten zeigen, sind mir nicht bekannt. Vitamin C ist allgemein als Radikalenfänger bekannt und spielt eine Rolle bei der Synthese von Aminosäuren und der Kollagenproduktion. Der Tagesbedarf liegt etwa bei 100 mg (Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung), da reicht eine Kiwi oder eine Orange am Tag, oder auch eine kleine Portion Wintergemüse wie Rosenkohl oder Grünkohl, aus., übrigens auch als Tiefkühlware. So ist Vitamin-C-Mangel bei uns sehr selten. Es gibt einige Studien, die einen Zusammenhang zwischen gesteigerter Vitamin-C-Versorgung von 600 bis 800 mg täglich und längerer Gesamtlebenserwartung zeigen, sie sind aus der Zeit vor der Corona-Pandemie. Möglicherweise spielen eher die Ernährungsgewohnheiten insgesamt, also der Verzehr von weniger Fleisch und mehr Gemüse, eine multifaktorielle Rolle bei diesen Studien. Vitamin C ist an sehr vielen Stoffwechselprozessen in unserem Körper beteiligt und der intrazelluläre Vitamin-C-Spiegel fällt bei Entzündungsvorgängen z.B. in den weißen Blutzellen ab. Gerade bei Entzündungen scheint seine antioxidative Eigenschaft wichtig. Es fängt freie Radikale, Sauerstoffverbindungen, die bei Entzündungen verstärkt anfallen und zellschädigend sein können, ein. Für die Behandlung einer Corona-Infektion ist der Nutzen von zusätzlichem Vitamin C nicht eindeutig bewiesen. Keine anerkannte wissenschaftliche Studie konnte bisher einen eindeutigen Effekt von erhöhten Vitamin-C-Mengen und verminderter allgemeiner Infektanfälligkeit dokumentieren. Bei einem echten Vitamin-C-Mangel entsteht nach einem bis zwei Monaten Skorbut. Im Mittelalter erkrankten bei langen Seereisen Matrosen und auch ihre Offiziere häufig daran. Sie wurden müde, bekamen Schmerzen in den Muskeln, hatten vermehrte Infektionen und Wundheilungsstörungen. Die Krankheit endete nach kurzer Zeit mit dem Ausfall von Zähnen, Herzschwäche mit Flüssigkeitseinlagerungen und Blutungen in allen Körperbereichen. Im Mittelalter traf diese Mangelerkrankung Schiffsbesatzungen, die auf langen Seereisen keine frischen Lebensmittel aufnahmen und die unwissentlich keine Produkte mit haltbarem Vitamin C, wie z.B. Sauerkraut, mitführten. Der Portugiese Vasco da Gama erreichte Indien als erster Europäer auf dem Seeweg, indem er um Südafrika und das Kap der guten Hoffnung herumsegelte . Er kam vollbeladen mit Gewürzen aber mit reduzierter Mannschaft zurück, auf seiner Reise soll er von 100 von 160 Matrosen durch Skorbut verloren haben. Noch im 17. Jahrhundert war die Ursache nicht allgemein bekannt. Bei der Weltumseglung des Briten Georg Anson kamen nur 500 von 1900 Matrosen zurück, die meisten Opfer werden dem Skorbut zugeordnet. Der Portugiese Columbus hatte unwissend das richtige Konzept angewandt. Er bunkerte vor Reisen reichlich Wein auf seinen Schiffen, ohne zu wissen, dass dieser Vitamin C enthält. Den Wein ließ er portioniert täglich an seine Mannschaft austeilen. Skorbut gab es auf seinen Schiffen nicht. Bereits Weinsäure, Ascorbinsäure, Kupfer, Zinn, Silber und Eisen wirken schon in kleinsten Mengen stabilisierend und konservierend für Vitamin C. So ist Vitamin C in Sauerkraut und  Wein stabil. Der englische Entdecker James Cook ließ im 17. Jahrhundert auf seinen Schiffen Sauerkraut, eigekochte Zitronen und Orangen sowie Malzextrakt mitführen. Ohne Skorbut an Bord konnte er mit seiner HMS Endeauvor unbekannte Teile des Pazifiks erforschen, er kartographierte dabei Teile von Australien und Neuseeland.

Der Schweizer Expertenkreis Corona bestehend aus Medizinern und Wissenschaftlern betont in seinem mit der Schweizer Gesellschaft für Ernährung zusammen herausgegebenen „White Paper“, dass zurzeit noch keine Studie zur Rolle von Vitamin D, C, Omega-3-Fettsäuren und Zink auf COVID-19  vorläge.

In China, Italien und USA wird in mehreren Kliniken hochdosiert 10 bis 20 Gramm Vitamin C in Form von L-Ascorbinsäure über Infusionen substituiert.

 

Sonntag, der 6.12.2020

Bedingte Zulassung für die Impfstoffe von Biontech und Moderna noch im Dezember 2020, Beginn der Impfungen in Großbritannien am 8.12.2020

Biontech und Pfizer haben ihre Prognose der auslieferbaren Impfdosen für 2020 auf 50 Millionen Dosen, also weltweit etwa die Hälfte der avisierten Menge gesenkt. Danach ist eine Menge von etwa 50 Millionen Dosen im Januar und anschließend über 100 Millionen Dosen pro Monat avisiert. Verzögerungen gab es aufgrund der späteren Notfallzulassung als geplant und eine länger benötigte Zeitspanne, um die Lieferkette für die Rohstoffe aufzubauen. Mit den USA besteht wohl eine Liefervereinbarung über 600 Millionen Dosen und mit Japan über 120 Millionen vor. Auch die benötigten Kühleinrichtungen für die Lagerung der Impfstoffe bei minus siebzig Grad sind noch nicht alle bereitgestellt. Am 2. Dezember hat Großbritannien bereits eine Notfallzulassung als erstes Land erteilt. 40 Millionen Impfdosen werden schrittweise dort hingesendet.

Der Impfstoff von Moderna ist ebenfalls mRNA-basiert. Er kann nach ersten Angaben aber bei minus 20 Grad über sechs Monate gelagert werden. Deutliche Nebenwirkungen Grad 3 sind in zwei Prozent der Anwendungen aufgetreten, diese waren aber rasch vorübergegangen. Aufgeführt bei diesen stärkeren vorrübergehenden Nebenwirkungen sind Erschöpfung, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Diese sind ähnlich der bei Grippeimpfungen auftretenden Nebenwirkungen. Es heißt, dass Moderna noch im Dezember 20 Millionen Impfdosen für den US-Markt bereitstellen könne. Im ersten Quartal könnten bis zu 125 Millionen Dosen ausgeliefert werden, von denen etwa 80 Prozent für die USA vorgesehen wären. Im Verlauf von 2021 könne bis zu einer Milliarde Dosen ausgeliefert werden. Am 17. Dezember wird die US-Zulassungsbehörde die Unterlagen für die Notfallzulassung begutachten. Eine bedingte Zulassung ist ebenfalls bei der EMA in Europa beantragt. Mit der EU sei ein Lieferumfang bis zu 160 Millionen Impfdosen abgeschlossen worden.

Bei Notfallzulassungen gibt es für Hersteller keine Haftungen. In Europa wird durch die EMA eine bedingte Zulassung voraussichtlich gültig für ein Jahr für die Impfstoffe von Moderna und Biontech erwartet, bei dieser Zulassung hätten die Hersteller bedingte Haftung.So könnten z.B. Kinder und bedingte Risikogruppen von der Haftung ausgenommen sein. Großbritannien hat der Impfung von Biontech bereits eine Notfallzulassung erteilt, die Impfung beginnt am 8.12.2020. Der in Belgien hergestellt Impfstoff wird in Kühlcontainern an 50 Impfzentren geliefert. Die Impfreihenfolge ist festgelegt. Zunächst Bewohner von Altenheimen, Pflegepersonal und medizinisches Personal, dann Menschen ab 80 und Sozialarbeiter, dann Menschen ab 75, dann ab 70 und besonders Gefährdete, dann ab 65. Dann Menschen zwischen 16 und 65 mit Risikofaktoren, dann die Gruppen absteigend von 60, 55 und 50 Lebensjahren. Nach drei Wochen ist eine zweite Dosis notwendig.

 

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