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Dürfen Handwerker trotz Kontaktverbots in die Wohnung?

Leergefegte Straßen, verwaiste Plätze, bundesweite Kontaktsperre: Um die Verbreitung von Corona zu verlangsamen, ziehen sich die Menschen in die eigenen vier Wände zurück. Doch was ist, wenn Reparaturen im Haus nötig werden oder lange geplant waren? Dürfen Handwerker überhaupt noch in unsere Häuser und Wohnungen kommen?

Handwerker und Corona: Was tun bei anstehenden Reparaturen.

So meistern Klempner, Maler oder Elektriker die Krise. (Bildquelle Adobe Stock)

Die gute Nachricht zuerst: Ja, für Reparaturen dürfen Handwerker trotz der Corona-Krise weiterhin ins Haus. Allerdings nur unter den bekannten Einschränkungen – dazu zählt, sich nicht die Hand zu geben und Mindestabstände zwischen Handwerker und Kunden einzuhalten. Bestehende Aufträge müssen nicht storniert werden, schreibt das „Handwerksblatt“ und gibt Empfehlungen, was es bei der Ausführung von Handwerksarbeiten bei Kunden zu beachten gilt.

Das Handwerk leidet unter Corona-Krise

Allerdings kämpft auch das Handwerk unter den Auswirkungen der Corona-Krise und leidet unter erheblichen Umsatzeinbußen. Aus Sorge um Ansteckung mit dem Virus oder dessen Verbreitung werden aktuell viele Aufträge abgesagt. Sowohl von besorgten Kunden als auch vom Handwerksbetrieb selbst, zum Beispiel wegen Personalknappheit nach Erkrankungsfällen.

Für Handwerksbetriebe mit Ladengeschäft wie Friseure, Kosmetiker, Restaurants und Cafés sind die Regeln eindeutig: Sie haben seit Mitte März 2020 ganz geschlossen. Gesundheitsrelevante Berufe wie Optiker oder Hörgeräteakustiker dürfen noch eingeschränkt arbeiten und Kunden empfangen. Aber was ist mit dem Maler, der im Haus lange geplante Renovierungsarbeiten durchführen soll? Oder mit Elektrikern und Klempnern? Vom Home-Office aus lassen sich diese Reparaturen kaum erledigen.

Baustellen können weiter betrieben werden

Soweit keine behördlichen Schließungsverfügungen für einzelne Standorte vorliegen, können Baustellen im Grundsatz weiter betrieben werden. Dazu zählt auch die „Kleinbaustelle“ innerhalb der eigenen Wohnung, etwa für Reparaturen oder Verschönerungen. So lange sich eine Baustelle nicht im „öffentlichen Raum“ befindet, unterliegt sie auch nicht ausdrücklich den entsprechenden Regelungen, die dort gelten. Also vor allem zur Kontaktreduzierung in Bezug auf die maximale Personalanzahl. 

Handwerker und Corona: Was tun bei anstehenden Reparaturen.

Plötzlich ist die Spülmaschine kaputt. Und alle Familienmitglieder sind zu Hause. Ein Handwerker muss her. (Bildquelle Adobe Stock)

Hinzu kommt: Für die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit sind Gruppen (beziehungsweise Kollegen) von mehr als zwei Personen im öffentlichen Raum auch weiterhin erlaubt. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) weist aber darauf hin, dass jeder Betrieb angesichts der jeweiligen örtlichen Gegebenheiten mögliche Gefährdungen seiner Beschäftigten sorgfältig abschätzen sollte. Dazu gehört, dass notwendige Maßnahmen zur Hygiene und Ansteckungsunterbindung auch im Rahmen der Bautätigkeit strikt zu befolgen seien.

So empfiehlt sich, größere Beschäftigtengruppen – etwa bei Fahrten zu Baustellen und Kunden – möglichst aufzuteilen. So wären bei einzelnen Verdachts-/Infektionsfällen nicht alle Beschäftigten betroffen. Soweit der Transport von mehr als zwei Beschäftigten in einem Fahrzeug betrieblich unverzichtbar ist, sind dazu die jeweiligen – teils voneinander abweichenden – Landeserlasse hinsichtlich der Zulässigkeit zu prüfen und notwendige Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Handwerker innerhalb des Hauses

Kommen Handwerker für wichtige Arbeiten ins Haus, sollten alle Beteiligten darauf achten, im gesamten Zeitraum den Mindestabstand von 1,50 bis 2 Meter zu wahren. Tipp: Fühlt sich der Kunde oder Auftraggeber vor dem Termin krank oder gerät er in eine Quarantäne-Situation, sollte er den Handwerker kontaktieren, ihm die Situation schildern und mit ihm zusammen eine Alternative suchen.

Wichtig: Die Informationen können sich jederzeit ändern. Handwerker und Kunden können sich über den tagesaktuellen Stand der Dinge bei ihrer Handwerkskammer informieren.

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