Informationen und Impulse für das Corona-Zeitalter
 

Impfungen – der erhoffte „Game Changer“ in Sachen Corona in Deutschland

Die Impfkommission/Stiko empfiehlt Deutschland bezüglich der Corona Pandemie eine fünfgliedrige Rangfolge beim Impfen der deutschen Bevölkerung. Was genau der deutschen Regierung empfohlen wird und was umgesetzt wird, das beleuchten aus medizinischer Sicht. Erfahren Sie das Wichtigste über Fakten, Vorteile wie auch mögliche Risiken und Nachteile. Sie erfahren zudem, wem eine SARS-CoV-2-Impfung vor allem nutzt und welche Impfrisiken es gibt. Daneben beleuchten wir, wer geimpft wird und wie eine solche Impfung abläuft.

Das Wichtigste zum Impfablauf
Ihrer Impfung in Deutschland

Die ständige Impfkommission/Stiko empfiehlt für die Corona-Impfung der deutschen Bevölkerung eine fünfgliedrige Rangfolge. Gesundheitsminister Spahn ist der Empfehlung der Ständigen Impfkommission/STIKO nur teilweise gefolgt, in seiner “Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV2“ vom 18.12.2020 sind drei Gruppen aufgeführt. Dabei können innerhalb einer Gruppe auf Grundlage der jeweiligen infektiologischen Erkenntnisse und jeweiligen Empfehlungen der Stiko vor Ort bestimmte Anspruchsberechtigte vorrangig berücksichtigt werden. Die Texte sind gekürzt dargestellt.

 

In Sachen Impfung:
Erhöhte Priorität, Nachweis

Impfwillige müssen ihre erhöhte Priorität nachweisen. Mit dem Personalausweis, mit einer Bescheinigung des Arbeitgebers oder mit einem ärztlichen Attest über das Vorliegen einer der in der Prioritätenliste aufgeführten Erkrankungen.

 

Flexibilität auch in einer einzelnen Prioritäten-Gruppe

Innerhalb einer Gruppe können bestimmte Anspruchsberechtigte aufgrund neuer infektiologischer Erkenntnisse, neuer Empfehlungen der Stiko oder einer speziellen epidemiologischer Situationen vor Ort vorrangig berücksichtigt werden.

Impfbeginn in Deutschland
Voraussichtlich 27. Dezember 2020 mit Kategorie 1

Kategorie 1, höchste Priorität

Impfbeginn voraussichtlich 27.Dezember 2020

  • Imfpungen für: Alle Personen über 79 Jahre
  • Personen in stationären Einrichtungen mit hohem Corona-Infektionsrisiko wie ältere, pflegebedürftige und geistig behinderte Menschen, sowie das Personal in solchen Einrichtungen das Personal mit hohem Expositionsrisiko in solchen Einrichtungen.
  • Personal von Pflegediensten das ältere, geistig, behinderte oder pflegebedürftige Menschen versorgt.
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit sehr hohem Expositionsrisiko wie auf Intensivstationen, in der Aufnahme, in Bereichen hoher Aerosolentwicklung, Rettungsdiensten, Impfzentren
  • Tätige in medizinischen Einrichtungen, die regelmäßig sehr gefährdete Personen für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf betreuen oder behandeln. Besonders in der Hämato-Onkologie oder Transplantationsmedizin.

 

Kategorie 2, hohe Priorität

  • Imfpungen für: Imfpungen für :Alle Personen über 69 Jahre
  • Personen mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf einer Corona-Infektion. Personen mit Demenz, geistig Behinderte, Trisomie 21, Transplantierte
  • Enge Kontaktpersonen von Schwangeren. Und enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen.
  • Personen, die in medizinischen Einrichtungen mit erhöhtem Expositionsrisiko in Bezug auf das Corona-Virus tätig sind. Medizinisches Personal mit Patientenkontakt, Personal von Blut-und Plasmaspende-Diensten und in Corona-Testzentren.
  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst, oder Personen in relevanten Positionen zur Aufrechterhaltung der Krankenhausbetriebe.
  • Polizei-und Ordnungskräfte die bei ihrer Tätigkeit einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Die in Obdachlosenheimen oder Asylbewerberunterkünften tätig oder untergebracht sind.

 

Kategorie 3, erhöhte Priorität

  • Imfpungen für: Personen über 59 Jahre
  • Und Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf einer Corona-Infektion. Personen mit Übergewicht mit einem BMI über 30, Diabetes mellitus, wie auch Personen mit chronischen Leber oder Nierenerkrankungen oder mit COPD. Personen mit cerebrovaskulären Erkrankungen wie Schlaganfall, mit Herzerkrankungen oder Bluthochdruck, Krebs, Rheuma oder Autoimmunerkrankungen und mit Immundefiziten.
  • Personen in medizinischen Einrichtungen mit niedrigem Corona-Virus- Expositionsrisiko – wie Laborpersonal, Personal außerhalb von Bereichen in denen Patienten mit, oder mit Verdacht auf eine Corona-Infektion versorgt werden.
  • Menschen in besonders relevanten Positionen in staatlichen Einrichtungen wie Polizei, Justiz, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Regierung und Parlamente.
  • Personen, die in besonders relevanten Positionen in Unternehmen mit kritischer Infrastruktur, z.B. Apotheken, Pharmawirtschaft, Wasser-und Energieversorgung, Ernährungs-und Abfallwirtschaft, im Transport und im Telekommunikationswesen.
  • Lehrer und Erzieher
  • Angestellte im Einzelhandel
  • Personen mit erhöhtem Risiko aufgrund der Arbeits-und Lebensbedingungen wie Saisonarbeiter, Beschäftigte in Verteilerzentren oder in der fleischverarbeitenden Industrie.

 

Wirksamkeit der Impfung

Daten von Biontech zeigen eine Wirkung der Impfung bereits einige Tage nach der Injektion. Im Verlauf baut sich ein Schutz von etwa 95 Prozent gegen eine Corona-SARS-CoV-2-Infektion auf.

 

Impfstellen – für Ihre Impfung

Die Öffnungszeiten der Impfstellen sind die gesamte Woche geöffnet und dies von 8 bis 20 Uhr. Termine für die Impfung werden von den kassenärztlichen Vereinigungen ausgegeben, über den Termin erfolgt eine schriftliche Mitteilung welche zur Impfstelle mitzubringen ist.

 

Mobiles Impf-Team

Bestimmte Einrichtungen wie Altenheime werden von einem mobilen Impf-Team besucht, dort werden alle Impflinge an einem vorher vereinbartem Termin versorgt.

 

In Sachen kommende Impfungen in Deutschland:
Zunächst begrenzte Impfmengen in der EU.

Die EU hat aufgrund fehlerhafter politischer Einschätzungen bei Biontech nur 200 Millionen Impfdosen gesichert. Möglich ist alles, vielleicht haben mehrere Mitarbeiter und Politiker der EU-Behörden nicht bedacht das je Bürger 2 Impfdosen gesichert werden müssen, da sonst ein geringerer und kürzerer Impfschutz besteht. Die 2. Impfung erfolgt nach drei Wochen, diese Impfdose ist für jeden Impfling zu sichern.

Die EU hat für ihre 446 Millionen Bürger für 100 Millionen Menschen bei Biontech Impfstoff gesichert. Die Gesundheitskommissarin der EU, Frau Stella Kyriakides, hat auch nachdem die sehr guten Ergebnisse des in Deutschland entwickelten Biontech-Impfstoffes bekannt wurden, möglicherweise aufgrund von Einsprüchen von einigen EU-Ländern, von Biontech im November wesentlich weniger bestellt, als ihr angeboten wurde. Das Gleiche berichtet die amerikanische Firma Moderna.

Oder waren hier EU-Sparfüchse am Werk? Immerhin ist der Impfstoff von Astra/Zeneca um ein Vielfaches günstiger als seine Konkurrenten, da die Firma ihn zum Wohle der Gesellschaft ihren Impfstoff zum Selbstkostenpreis für 1,7 Euro pro Dose abgeben will. Die Franzosen wollten vielleicht ihr Impfprodukt von Sanofi-GSK protegieren. Die USA mit ihren 328 Millionen Bürgern hat sich unter Trump 600 Millionen Impfdosen bei Biontech und 500 Millionen Dosen bei Moderna vorab gesichert.

Trump als Kaufmann hat anscheinend die Ware bereits im Sommer begutachtet und sich die richtigen Produkte gesichert. Mit diesen zugesicherten Impfdosen kann jetzt sein Nachfolger Joe Biden alle USA Bürger impfen lassen. 600 Millionen Impfdosen dürften übrig bleiben, diese Kontingente könnte er für andere Länder freigeben.

Der EU waren bereits im Sommer 2020 und dann erneut im November 2020 von Moderna wie auch von Biontech/Pfizer höhere Kontingente angeboten worden. Die EU soll diese zusätzlichen Impfdosen mehrfach ausgeschlagen haben. Sogar zuletzt noch im November als die guten Studienergebnisse für die Produkte der beiden Firmen Biontech/Pfizer und Moderna bereits bekannt waren. Die EU hat zwar 1,3 Milliarden Impfdosen insgesamt bei sechs verschieden Herstellern bestellt, davon würde Deutschland mit 250 Millionen Dosen reichlich Impfstoff zugeteilt. Die von der EU favorisierten Hersteller wie Astra-Zeneca,  können aber aufgrund noch fehlender Studienergebnisse noch längere Zeit  nicht liefern. Bei vier dieser Hersteller ist in den nächsten Monaten noch keine Zulassung zu erwarten. Biontech/Pfizer werden im ersten Halbjahr 2020 etwa 45 Millionen Dosen und Moderna 15 Millionen Dosen welche über die EU bestellt sind nach Deutschland liefern. Etwa 30 Millionen Deutsche könnten dann  bis Juli 2021 geimpft werden. Vielleicht ist die zuständige EU-Gesundheitskommissarin eine Sparfüchsin oder hat sich von Ländern, die den Deutschen Biontech nicht gönnen beeinflussen lassen.

Deutschland hat im 2 Halbjahr 2021 den Ratsvorsitz in der EU und von der Leyen ist die Präsidentin der EU-Kommission. Was ist da schief gelaufen? Der deutsche Staat hat sich an der Firma Biontech/Pfizer beteiligt, der Impfstoff ist in Deutschland entwickelt worden. Natürlich ist ein Alleingang der Deutschen von fraglichem Wert, aber vielleicht kann für die gesamte EU ein höheres Kontingent an Impfdosen nachverhandelt werden. Denkbar erscheint mir auch eine raschere Ausweitung der Produktion der Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer in Lizenz durch andere Firmen mit Erfahrung und Kapazitäten für die Impfproduktion in dieser Notsituation weltweit. Wir werden mehr über das Geschehen hinter den Kulissen erfahren.

 

Verzögerung der Impfzulassung in Europa

Nach dem Bericht im Spiegel vom 12.12.20 verzögert sich die Zulassung in Europa nicht durch weitere gründlichste Recherchen der europäischen Arzneimittelzulassungsbehörde EMA, sondern möglicherweise auch durch noch fehlende Stellungnahmen von einigen der 27 EU-Staaten. Der Föderalismus in Deutschland mit dem verzögerten Lockdown und der in der EU mit unzureichend bestellten Impfkontingenten und verzögerter Zulassung von Impfstoffen könnte alleine in Deutschland zu mehr als 10.000 zusätzlichen Corona-Todesopfern führen.

Im chinesischen Wuhan wurden für die Verzögerungen und Verschleppung der Information zur SARS-CoV-2 Epidemie im November 2019 und Dezember 2020  bereits einen Monat später Mitverantwortliche der Regierung unehrenhaft entlassen.

In der Medizin nennt sich eine Verzögerung von Rettungsmaßnahmen durch leitende Stellen Organisationsversagen. Dabei können Verantwortliche auch in den wirtschaftlichen Leitungsebenen von Medizinischen und auch anderen Einrichtungen bei Schäden an Menschen zivilrechtlich und strafrechtlich belangt werden.

Die USA hat sich unter Trump bereits im Sommer 2020 für das letzte Quartal 2020 allein 20 Millionen Dosen der Biontech-Impfung gesichert. Deutschland bekommt von dem im eigenen Land entwickelten Impfstoff von der EU lediglich 7 Millionen Dosen zugeteilt – und dies verzögert über das erste Quartal 2020.

Es wird die außergewöhnliche Herausforderung bei der Logistik und die Gründlichkeit der Prüfung der Impfstoffe in der EU von Politikern für Verzögerungen angeführt. Für Deutschland sind bei Biontech angeblich weiter 30 Millionen Impfdosen exklusiv vereinbart, Biontech, Cirevac und IDT Biologika hatten im Gegenzug im September weitere 750 Millionen Euro Fördergelder von der Bundesregierung erhalten, den Lieferungen an die EU wurde dabei aber Vorrang eingeräumt. Deutschland könnte nach kurzer Phase mit zentralen Impfungen zusätzlich fast alle Arztpraxen in den nationalen Impf-Plan einbinden, die Planung dazu läuft bei den kassenärztlichen Vereinigungen. In Hausarztpraxen werden jedes Jahr etwa 15 Millionen Menschen in den Herbstmonaten gegen Grippe geimpft, überwiegend durch Medizinische Fachangestellte/MFA. 250000 tätige medizinische Fachangestellte gibt es in Deutschland. Wenn jeder/jede dieser Fachangestellten auch nur 4 Menschen am Tag impfen, wären nach 7 Tagen 7 Millionen Menschen mit einer ersten Impfdose versorgt und nach 3 Wochen 21 Millionen Menschen.

Zusätzlich könnten noch Krankenschwestern und Krankenpfleger und auch ein Teil der 125000 Ärzte und Ärztinnen in Deutschland impfen. So wären in einer gemeinsamen Anstrengung die Hälfte unserer Bürger innerhalb von vielleicht 3 Monaten mit jeweils 2 Impfdosen versorgt. Diese Menschen hätten dann einen etwa 95 prozentigen Schutz vor dem Corona-Virus. Bei genügendem Impfstoff wären die Risikogruppen somit bis März 2021 durchgeimpft. Geimpften Menschen können wahrscheinlich das Corona-Virus auch nicht oder nur in seltenen Fällen weitertragen.

Zusätzlich mit dem Bevölkerungsteil, der anscheinend bereits einen relativen Schutz gegen verschieden Bestandteile von  Corona-Viren besitzt und den Menschen, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hatten, bemerkt oder unbemerkt, könnte die kritische Menge für einen hinreichenden Herdenschutz bereits im Frühsommer 2021 in Deutschland erreicht werden.

Die Entscheidung auch jungen Menschen, unter 40 und ohne gesundheitliche Risiken, eine Impfempfehlung auszusprechen, sollte vielleicht erst nach kontinuierlicher Sichtung der international gesammelten Erfahrungen mit den neuen Impfstoffen getroffen werden. Bei hinreichendem Herdenschutz im Sommer 2021 wäre eine solche Impfung vielleicht auch nicht mehr nötig.

 

Impfgegner und Impfnebenwirkungen:
Ein Problem?

Aufgrund meines heutigen Kenntnisstandes am 20.12.2020 halte ich die Impfung von Moderna und Biontech/Pfizer für sicher. Die bedeutendsten Impfskandale waren die, bei denen Viren aus den ja zur konventionellen Impfproduktion notwendigen Tierzellen über Impfungen auf den Menschen übertragen wurden.

Bei bisherigen Impfungen kommt der Impfstoff häufig mit Hühnereiern, aber auch mit anderen tierischen Zellen aufgrund der notwendigen Produktionsabläufe in Berührung. Bei einigen müssen sogar die Erreger unter hohen Sicherbedingungen vermehrt werden. Dabei reichen meine jetzigen Kenntnisse nicht aus, ob nicht sogar die bisher kleinsten bekannten Krankheitserreger, Prione, die Erreger von z.B. BSE, über eine konventionelle Form von Impfungen auf den Menschen übertragen werden können. Bei den mRNA basierten Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna sind im Produktionsablauf keine tierischen Zellen notwendig. Da beruhigt sehr, dass das von den Impfgegnern häufig verwendete Argument einer Genmanipulation durch diese mRNA (Messenger Ribonukleinsäure) basierten Impfstoffe wissenschaftlich nicht haltbar ist. Die neuen mRNA Impfstoffe und auch die Vektorimpfstoffe werden zwar auf der Basis von Erbmaterial hergestellt, diese kann aber nicht in das menschliche Erbmaterial, die DNA (Desoxyribonukleinsäure), eingebaut werden.

Im Impfstoff befindet sich eine Erbinformation zur Produktion eines SPIKE-Proteins. Dieses Spike-Protein ist ein Bestandteil der Virushülle von dem Corona-Virus SARS-CoV-2. Mit der Injektion dieser Erbinformation in die Muskelzelle wird diese zur Produktion dieses Spike-Proteins angeregt und präsentiert dann das Erkennungsprotein für die Hülle des SARS-CoV-2- Virus auf ihrer Oberfläche. Damit wirkt dieses präsentierte Eiweiß als Antigen und löst  den Aufbau einer Abwehr des Menschlichen Immunsystems gegen das Hüllprotein von SARS-CoV-2 aus. Die mRNA aus dem Impfstoff kann das Erbgut des Menschen nicht verändern, sie kann dort nicht eingebaut werden.

Das menschliche Genom besteht aus doppelsträngiger DNA, in diese lässt sich die einzelsträngige mRNA nicht einbauen. Der menschliche Körper besitzt keine Enzyme die einen Einbau von RNA in unsere DNA ermöglichen könnte. Impfgegner haben Eltern oder kennen ältere Menschen. Bei der jetzigen Inzidenz der Pandemie werden sie in ihren eigenen Reihen Infektionen erleben, oder von solchen hören, die nicht immer einen einfachen Verlauf nehmen. Ihre Stimmen werden leiser werden, es besteht ja kein Impfzwang. Möglich erscheint im Verlauf auch eine Priorisierung Geimpfter oder Menschen mit Antikörperbildung nach einer Infektion für Veranstaltungen oder Reisen und Zusammenkünfte ohne Schutzmaßnahmen.

 

Impfzentren in Deutschland für Corona bzw. Covid-19 und Pandemie

Impfzentren – für eine Corona-Impfung

Die Bundespolizei begleitet die Anlieferung der Impfstoffe in die Zentrallager der Länder. Dort kann der Impfstoff gekühlt werden bis die Auslieferung an die Impfzentren erfolgt. In jedem Kreis und in jeder kreisfreien Stadt ist mindestens ein Impfzentrum vorgesehen. Etwa 4.400 Impfzentren sind in Deutschland geplant, in den größeren sollen bis zu 4.000 Menschen am Tag ihre Impfung erhalten. Messehallen, Jugendherbergen, Fußballstadien, stillgelegten Flughafenterminals, Firmengebäude oder Jugendherbergen werden genutzt. Kriterien für die Auswahl waren zentrale gut erreichbare Lage, barrierefreie Zugänge, gute Reinigungsmöglichkeiten und sicher gegen Zutritt Unbefugter. Die Öffnungszeiten können von 8 bis 22 Uhr sein.

Der Weg durch das Impfzentrum ist eine Einbahnstraße. Zu Anfang wird im Anmeldebereich der Termin und die Impfberechtigung geprüft und ein Aufklärungsblatt ausgehändigt. Im Lesebereich kann der Impfling das Aufklärungsblatt lesen und hat einen Frage-und Dokumentationsbogen auszufüllen. Dann geht es zur Registrierung, die Personalien werden abgeglichen und Dokumente wie Impfausweis, Allergiepass, Diabetikerpass, Herz-Pass und Medikamentenliste registriert. Anschließend geht es in einen ärztlichen Bereich, die Impftauglichkeit wird nach einem Gespräch zwischen Impfling und Arzt festgestellt, oder auch nicht. In diesem Bereich sind je nach Lokalisation mehrere Ärzte in verschieden Räumen Tätig.

In einem weiteren Bereich erfolgt die Impfung und die Dokumentation der Impfung, anschließend erfolgt eine Pause zur Nachbeobachtung in einem weiteren Raum, mindestens 15 Minuten, anschließend Abmeldung. Jedes Impfzentrum hat somit 6 Bereiche die die Impflinge besuchen und zusätzlich ein Materiallager und einen Notfallraum mit Defibrillator und Notfallmaterialien. Das Impfpersonal setzt sich aus Freiwilligen zusammen. Alleine in NRW haben sich 1.700 Ärzte und 1.900 medizinische Fachangestellte oder Krankenpfleger/innen in das Freiwilligenregister eingetragen, auch viel die schon in Ruhestand sind.

 

Impfung & Impfkosten

Die Impfung ist für alle Bundesbürger gratis, daher wird diese mit deutschen Steuergeldern erbracht. Der Impfstoff selbst wird aus dem EU-Haushalt finanziert, zumindest die von der EU bestellten Kontingente. Sollte Deutschland aufgrund der aktuellen Mangelsituation an Impfdosen separat hinzukaufen, werden diese zusätzlichen Impfstoffe sicherlich nicht auch aus dem EU-Haushalt finanziert. Die Preisliste der Impfungen für die EU wurde versehentlich von der belgischen Finanzsekretärin Eva Bleker für kurze Zeit veröffentlicht.

Die Zahlen wurden in einem Artikel der Zeitung „Welt“ am 18.12.2020  veröffentlicht. Astra Zeneca 1,78 Euro, Johnson und Johnson 6,95 Euro, Sanofi-GSK 7,56 Euro, Curevac 10 Euro, Biontech/Pfizer 12 Euro und Moderna 14,7 Euro je Impfdose. In Deutschland übernimmt die Kosten für den Impfstoff der nicht aus dem EU-Haushalt übernommen würde der Bund, das Zubehör die Länder und den Kosten für Personal und Räumlichkeiten sollen sich die Krankenkassen beteiligen. Das Gesundheitsministerium hat das Beschaffungsamt der Bundeswehr beauftragt eine halbe Milliarde Einmalhandschuhe, 1,5 Millionen Schutzanzüge für das Personal der Impfzentren zu organisieren.

Die EU hat Lieferverträge mit der deutsch-amerikanischen Firma Biontech-Pfizer, mit der schwedisch-großbritannischen Firma AstraZeneca, mit der amerikanischen Firma Moderna, mit Janssen Pharmaceutica NV und mit der deutschen Firma Curevac  in sogenannten Advance Purchase Agreements abgeschlossen. Dafür stehen drei Milliarden Euro zur Verfügung.  Dabei wird in der Pressemitteilung vom 25 November mittgeteilt das 80 Millionen Dosen von Moderna mit einer zusätzlichen Option auf weitere 80 Millionen Dosen gerade geordert worden sein. Die Veröffentlichungen finden sie unter ec.europa.eu, der offiziellen Webseite der EU.

 

Covid-19 und die Impfnebenwirkungen
– für den Biontech/Pfizer Impfstoff BNT 162b2

Die kürzlich publizierten ersten  Daten über Impfnebenwirkungen zum Biontech/Pfizer–Impfstoff BNT162b2 bewegen sich in einem erhofften moderaten Profil. Die Daten zu den Ergebnissen der zulassungsrelevanten Phase-III-Impfstudie (NCT04368728) sind im New England Journal of Medicine veröffentlicht. 43.000 Probanden sind ausgewertet, davon 21720 in der Impfgruppe und 21728 in der Placebogruppe die keinen Impfstoff erhielten. In der Gruppe mit Impfstoff kam es in dem Zeitraum ab dem 7 Tag nach der 2.Impfung zu acht Fällen mit Covid-19  Infektionen, 1 davon mit schwerem Verlauf. In der Gruppe mit Placebo zu 162 Fällen mit Covid-19, davon 10 Fälle mit schwerem Verlauf.

Am häufigsten traten kurzzeitige, leicht bis mäßige Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Schmerzen an der Injektionsstell hatten nach der ersten Dosis 83 Prozent der jüngeren Probanden und 71 Prozent der Probanden über 55 Jahre. Nach der zweiten Dosis, die nach drei Wochen zu verabreichen ist, gaben jeweils etwas weniger Probanden Schmerzen an. Wenige Probanden hatten Rötungen oder Schwellungen an der Injektionsstelle. Müdigkeit und Kopfschmerzen berichteten 59 Prozent der jüngeren Probanden und 51 Prozent der älteren Probanden. Bei der zweiten Impfung waren es 51 Prozent und 39 Prozent. In der Placebo-Gruppe wurden diese Nebenwirkungen nach der ersten Impfung mit 23 Prozent bei den jüngeren und 17 Prozent nach der ersten Dosis angegeben.

Temperaturen bis 38 Grad C wurden nach der 2. Dosis bei 16 Prozent der jüngeren und 11 Prozent der älteren Probanden. In der Placebo-Gruppe kam es bei 0,1 Prozent zu höherem Fieber zwischen 39.9 und 40,0 Grad C, in der Impfgruppe bei 0,2 Prozent. Bei 4 Personen kam es nach der Impfung zu einer reversiblen Facialislähmung, einer vorrübergehenden Lähmung des Gesichtsmuskels.

Unter den 21.720 Empfängern des Impfstoffes wurden 4 schwere Nebenwirkungen registriert, die zum Abbruch ihrer Studienteilnahme führte. Eine Schulterverletzung durch die Impfstoffverabreichung, eine Lymphadenopathie in der Achselhöhle, eine Gefühlsstörung im rechten Bein und eine Herzrhythmusstörung. Vier Impfteilnehmer starben im Verlauf der Studie in der Placebo-Gruppe, zwei in der Impfgruppe. In der Impfgruppe erlitt ein Teilnehmer einen Herzstillstand, einer starb an den Folgen einer Atherosklerose. Beide Ereignisse sind nicht mit der Impfung in Verbindung gebracht worden. Die Sicherheitsüberwachung wird über 2 Jahre nach der zweiten Impfung fortgesetzt.

Bei Probanden mit Rheuma, Diabetes, Herzinsuffizienz oder Nierenerkrankungen waren die raten an Nebenwirkungen nicht erhöht.

Die verantwortlichen Chefredakteure des Journals sind begeistert, sie halten die Studienergebnisse für so beeindruckend, dass sie jeder denkbaren Analyse standhalten können.

Die leichten Nebenwirkungen der der Biontech/Pfizer-Impfung sind ähnlich wie  bei Grippeimpfungen, dort aber mit einer Nebenwirkungsrate von unter 20 Prozent der Impflinge seltener.

In Großbritannien sind bis 20.12.20 bei bisher 140.000 geimpften Menschen bei zwei Geimpften schwerere allergische Reaktionen aufgetreten. Bei beiden Impflinge waren schwere allergische Reaktionen in der Vorgeschichte bekannt. In den USA gibt es fünf Allergie-Verdachtsfälle. Die Behörden in Großbritannien empfehlen bei einer Allergievorgeschichte sich zunächst nicht impfen zu lassen.

 

Impfnebenwirkungen
für den Impfstoff mRNA-1273 von Moderna

Die Schutzwirkung für den Impfstoff von Moderna wird von der FDA ( Food and Drug Administration/USA Kontrollbehörde) mit 94,1 Prozent angegeben. Der Impfstoff vom Moderna hat eine höhere Lokale Nebenwirkungsrate als der von Biontech. 91,6 Prozent gaben Schmerzen an der Injektionsstelle an, 68,5 Prozent Müdigkeit, 63 Prozent Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen 38,3 Prozent und 43 Prozent Schüttelfrost. Ähnlich wie bei der Impfung von Biontech/Pfizer traten im Zusammenhang mit der Impfung von Moderna 4 Fälle von Facialisparese/einseitige Gesichtsnervenlähmung auf, der Zusammenhang mit der Impfung ist wahrscheinlich. Solche Lähmungen können durch Ödeme/Wasseranlagerungen an den Durchtrittsstellen des Nerven entstehen, aber auch durch andere Mechanismen.

 

Neue Mutationen –
und Impfschutz auch gegen Mutanten des SARS-CoV-2-Virus?

Seit wenigen Tagen ist Verbreitung einer Mutante des SARS-CoV-2-Virus in Großbritannien bekannt die um 70 Prozent infektiöser als die bisherigen Formen des Virus sind, so erklärte Premierminister Boris Johnson am 19.12.2020 die Situation.

Wissenschaftlern in Großbritannien ist diese Mutation seit mehr als 4 Wochen bekannt, sie hat eine höhere Affinität an den ACE2 Rezeptor von menschlichen Zellen, dafür scheint die Mutatin N501Y verantwortlich zu sein. Noch 2 weitere Muationen in dieser neuen Virusvariante sind bekannt, die Bedeutung ist noch nicht vollständig einzuschätzen. Es gebe aber keine Hinweise dass die aktuellen Impfstoffe nicht gegen diese Virusvariante wirken.

Da die Variante Virusclade B.1.1.7 besonders in London grassiert, wird in der englischen Hauptstadt ein erneuter Shutdown ab 20.12.2020 verordnet. In Deutschland werden anscheinend alle Flüge aus dem vereinigten Königreich und Nordirland nach Deutschland zunächst bis 6 Januar 2021 untersagt, vorrausichtlich wird es auch einen solchen Beschluss für die Einreise über Land oder See kurzfristig geben. In Südafrika sei zudem eine weiter neue Variante des SARS-Cov-2-Virus aufgetaucht. Diese soll für schwerere Infektionsverläufe bei jüngeren Menschen verantwortlich sein.

Die mRNA basierten Impfstoffe lösen im Menschen eine Immunantwort auf die Eiweißhülle des SARS-CoV-2 Virus aus. Solange diese keine wesentlichen Änderungen erfahren, werden die Impfungen auch bei verschiedenen Mutanten des Corona-Virus wirken.

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