Informationen und Impulse für das Corona-Zeitalter
 

Lisa Herzog will die Arbeitswelt nach Corona verändern

Starke Veränderungen: Darauf setzt die Soziologin und Philosophin mit ihrem Manifest.

Arbeit – demokratisieren, dekommodifizieren, nachhaltig gestalten. So lautet der Titel des Manifests von Lisa Herzog ganz genau. Es erschien auf Zeit Online und wurde von über 3000 Wissenschaftlern unterzeichnet. Die Soziologin und Philosophin setzt darauf, dass die Krise rund um Corona zunimmt und Veränderungen unserer Gesellschaft notwendig werden. In diesem Zusammenhang soll auch eine neue Arbeitswelt in den Fokus rücken. Dabei hält sie die Zeit für eine Diskussion für mehr als reif. Schließlich wird durch die Pandemie weltweit die Arbeitslosigkeit explodieren. Es gilt also, heute die richtigen Weichen zu stellen.

 

Die Post-Coronazeit positiv gestalten

 

Im Gegensatz zu Denkern wie Michel Houellebecq oder Slavoj Žižek geht sie von einer  positiven Zukunft aus. So glaubt sie, dass man die Zeit des Umbruchs nutzen sollte, um sich fundamentalen Fragen zu stellen. Daneben hält sie die Krise von 2008 für eine verschwendete, da die positiven Potentiale nicht genutzt wurden. Es stellt sich für die Philosophin dabei die Frage, ob wir in Anbetracht des kommenden Heeres an Arbeitslosen nicht auch andere Ansätze als bisher ausprobieren sollten. Hierbei verweist sie auf sogenannte Jobgarantien. Solche wurden bereits in der Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre in den USA erfolgreich umgesetzt. Maßnahmen wie diese führten  schließlich aus der Krise.

 

 

Eine neue Arbeitswelt – die Details der Umsetzung

Demokratisieren: Das heißt für Lisa Herzog, „dass wirtschaftliche Macht von denjenigen, die unter ihr stehen, demokratisch kontrolliert werden soll“. Daher bestimmen die Arbeitenden über die Gestaltung der eigenen Arbeit mit. Mit dem eher selten benutzten Verb „Dekommodifizieren“ soll im Titel des Manifests bereits ausgedrückt werden, dass man nicht alles den Marktkräften überlassen will. Damit ist beispielsweise der Gesundheitsbereich gemeint, wo es halt um Leben oder Tod geht. In solch lebenswichtigen Bereichen sollte dann staatlich vermehrt eingegriffen und gelenkt werden.

Darüber hinaus sollte die gesamte Gesellschaft auf eine nachhaltigere Schiene gesetzt werden. Fragen wie: „Wo wird welche Technologie eingesetzt. Wo werden Menschen eingesetzt?“ stehen nach Meinung von Lisa Herzog in dieser Zeit nach Corona dann ganz oben auf der Agenda.

 

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Lisa Maria Herzog

Lisa Maria Herzog (* 17. Dezember 1983) ist eine deutsche Philosophin und Sozialwissenschaftlerin. Von 2016 bis 2019 war sie Inhaberin einer Professur an der Hochschule für Politik München. Derzeit lehrt sie als Professorin am Centre for Philosophy, Politics and Economics der Universität Groningen.

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