Informationen und Impulse für das Corona-Zeitalter
 

Omikron Virus: Stand der Dinge der neuen SARS-CoV 2 Variante

Die neue höchstinfektiöse Omikron Virus Variante des Corona-Virus mit über 50 Mutationen gegenüber dem SARS-CoV-2 Wildtyp wurde im November erstmals von südafrikanischen Wissenschaftlern veröffentlicht. Regional ist in Südafrika, obwohl dort gerade Sommer ist, eine  Zunahme der Infizierten um beachtliche 400 Prozent in der zweiten Dezemberwoche dokumentiert. In Europa wurde Omikron bereits in Proben von Mitte November in den Niederlanden nachgewiesen.

Die Variante scheint aber bereits schon viel länger zu existieren. So wurde diese Mutation in Proben von Reisenden aus Nigeria bereits Oktober 2021 nachgewiesen. Der Stammbaum der Omikron Variante reicht sogar in das Jahr 2020 zurück. Nach Angaben der WHO ist diese bereits bis zum 11. Dezember 2021 in 57 Ländern aufgetreten beziehungsweise nachgewiesen.

Gegen Omikron besteht ein verminderter Schutz durch die gängigen mRNA Impfstoffe. Das macht die Hoffnung der “letzten Optimisten” auf ein rasches Ende der Pandemie endgültig zunichte. Auch Genesene infizieren sich mit der neuen Variante erneut. Bei jungen Menschen unter 5 Jahren führt Omikron in Südafrika häufiger zu schweren Verläufen als die bisherigen SARS-VoV-2 Varianten – und Krankenhausbehandlungen wurden häufiger notwendig.

 

Letztlich läutet Omikron läutet das Coronazeitalter ein –
Virus Tests funktionieren

Es werden uns in einer Abfolge von wenigen Monaten immer neue Virusmutanten in der Reihenfolge des griechischen Alphabetes präsentiert. Nur NY und das folgende Xi wurde bei der Namensgebung von der UN-Gesundheitsbehörde mit Rücksicht auf das chinesische Staatsoberhaupt ausgelassen, so musste Omikron als Name für die neue Variante vorgezogen werden. Und das NY klang zu sehr nach new, diese Wertung für Omikron wollte man vermeiden.

Omekron scheint für Erwachsene nicht gefährlicher oder sogar weniger gefährlich als die Delta-Variante zu sein. Bis 8 Dezember sind in Europa bereits 337 Fälle mit der Omikron-Variante bei einer Corona-Infektion nachgewiesen worden. Am häufigsten in Dänemark mit 83 Fällen, dort steigt die Zahl der Fälle am 11 Dezember 2021 auf 180 Fälle. In Großbritannien seien am 11. Dezember 800 Fälle bestätigt.

 

Es scheint nur einige wenige Wochen zu brauchen  bis die Omikron Variante die aktuelle Delta-Variante im weltweiten Infektionsgeschehen ablöst, aufgehalten werden kann sie nicht mehr, sie ist ja schon überall da. Der Virologe Drosten geht davon aus dass in Deutschland ab Januar 2022 in Deutschland mit Omikron ein Problem besteht.

Todesfälle durch die Omikron-Variante sind bis 10 Dezember 2021 noch nicht bekannt geworden. Mit den üblichen Testverfahren wird Omikron sicher detektiert, sowohl mit den bisher untersuchten Schnelltests von Roche, Siemens und Flowflex – wie auch mit der sogenannten PCR-Untersuchung.

 



Schnelle Omikron-Ausbreitung in Europa in der zweiten Dezemberhälfte 2021

In London infizieren sich in der zweiten Dezemberhälfte mit Omikron bereits mehr Menschen als mit Delta. Am 17.12.21 wurden alleine in London 27000 neue Corona-Infizierte registriert. Dort wurden am 18.12.21  bei massiver Ausbreitung der Omikron-Variante und stark steigenden Hospitalisierungen auch von Omikron-Infizierten der Katastrophenfall von Bürgermeister Sadiq Khan ausgerufen.

Auch in Dänemark wird dies für die Weihnachtstage erwartet. In Dänemark werden besonders viele PCR-Testungen in der Bevölkerung durchgeführt, das Geschehen wird sehr genau nachverfolgt. In der ersten Dezemberhälfte hat sich die Zahle der Omikron-Infizierten fast jeden zweiten Tag verdoppelt. In Deutschland dürfte sich das Geschehen durch die geltenden Schutzmaßnahmen bis Januar verzögern oder könnte sogar dann durch Boost-Impfungen und Kontaktbeschränkungen verzögert werden.

Omikron-Infektion & leichtere Verläufe

Daten der größten südafrikanischen Krankenversicherung zeigen unter Omikron eine um etwa 30 Prozent geringere Hospitalisierungsrate  der Infizierten im Vergleich zur Hospitalisierungsrate in  der ersten Welle mit Corona-Infektionen 2020. Die Bevölkerung in Südafrika ist jünger als die in Europa und es gibt dort mehr Menschen die eine Corona-Infektion bereits durchlaufen haben. Diese Immunisierten haben gewiss der Omikron-Variante eine gewisse Immunabwehr entgegenzusetzen, möglicherweise resultiert somit der bisher registrierte mildere Verlauf in Südafrika. Für Omikron-Infizierte beträgt die Hospitalisierungsrate Mitte Dezember 2021  etwa 0,6 Prozent.

Für die Delta-Variante stieg zuletzt die Hospitalisierungsrate in Deutschland von zuvor etwa 1,5 Prozent auf etwa 2,1 Prozent in der 48 Kalenderwoche 2021. Etwa 0,28 Prozent der in Deutschland registrierten Corona-Infizierten  versterben an oder mit Corona, zur Omikron-Variante finden sich dazu noch keine Daten.

Auch wenn Omikron mit einer möglicherweise geringeren Krankheitsschwere deutlich weniger zu einer Hospitalisierung führt, kann eine rasche Verbreitung zu einem absoluten Anstieg der Krankenhauseinweisungen führen. Schutzmaßnahmen wie Masken und Kontaktreduzierung sowie eine 3 Impfung erscheinen sinnvoll. Die bisherigen Daten sprechen dafür für das zumindest mRNA-Impfstoffe besonders nach mehreren Impfungen die Anzahl der schweren Verläufe durch eine Infektion mit der Omikron-Variante reduzieren kann.

Bei Omikron ist aber davon auszugehen das Geimpfte sich genauso oder nur mit wenig reduzierter Wahrscheinlichkeit infizieren können.

Für die aktuell überwiegenden Varianten in Deutschland, zur Zeit noch Delta gilt in der 48 Kalenderwoche 2021 eine Hospitalisierungsquote von 42 je 100000 Einwohnern bei Ungeimpften über 59 Jahre und 5,8 bei den vollständig Geimpften in dieser Altersgruppe. In der Altersgruppe von 19-59 erfolgt eine Hospitalisierung von 1,4 pro 100000 Einwohnern unter Geimpften, bei den Ungeimpften bei 9,3 pro 100000 Einwohner in einer Woche. Rechnet man die Zahlen auf ein Jahr kämen etwa 25000 Ungeimpfte mit einer Corona-Infektion in ein Krankenhaus aber nur 2500 Geimpfte, also 90 Prozent weniger.

Bei Omikron ist aber davon auszugehen das Geimpfte sich genauso oder nur mit wenig reduzierter Wahrscheinlichkeit infizieren können. Sie werden damit genau wie Ungeimpfte zu Überträgern von Omikron. Bei einem Omikron Ausbruch in Norwegen nach einer Weihnachtsfeier in Oslo haben sich mindestens 66 von 117 Gästen mit Omikron infiziert obwohl nahezu alle Teilnehmer doppelt geimpft waren. Zusätzlich wurden in dem Restaurant noch weitere Gäste infiziert. Einer der Teilnehmer war 2 Tage zuvor aus Südafrika zurückgekehrt, nicht auszuschließen ist das er alle anderen innerhalb weniger Stunden infiziert hat. Alle Teilnehmer waren vor der Teilnahme an der Feier per Schnell-oder PCR-Test untersucht worden, mit negativem Befund.

Die Impfung, besonders nach einer 3 Impfung mit einem mRNA-Impfstoff kann den Geimpften aber wohl einen Schutz vor schweren Verläufen bieten. In Oslo wird von den Geimpften Personen ein überwiegend sehr milder Verlauf gemeldet. Zu dem Impfschutz gegen Omikron nach einer 3.Impfung werden belastbare Daten bald vorliegen.



Interview zur Lage in Südafrika bezüglich der Virus-Variante Omnikron

 

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Mitte Dezember 2021 wird in Südafrika ein neuer Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Die dortigen Behörden meldeten am 15.12 mit 26.976 Infektionen innerhalb eines Tages den höchsten Stand bezüglich Corona seit Beginn der Pandemie. Im Interview mit der WELT beantwortet der in Südafrika lehrende Professor Wolfgang Preiser die Fragen zum dortigen Geschehen. Zudem teilt er seine Einschätzung der Lage mit.



 

Hendrik Streeck über die Auswirkungen von Omikron

 

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Prof. Hendrik Streeck, Leiter des Instituts für Virologie der Uniklinik Bonn, warnt Mitte Dezember 2021 vor Spekulationen rund um Omikron. Seines Erachtens bilden die Infektionszahlen im eigenen Land nach wie vor das Hauptproblem. Sein Ansatz: „Kontrollieren wir Delta, kontrollieren wir dadurch auch die Omikron-Variante.“ Denn letztlich, so gibt Streeck zu bedenken, ist der Umgang mit Omikron der gleiche wie mit Delta.

Fast schon interessanter ist da eine andere Aussage: Nach Prof. Hendrik Streeck greift bei einer geimpften Person das Immunsystem sofort. Daher wird dem Virus keine Zeit gelassen, sich selbst zu entwickeln. Hinsichtlich der derzeit viel diskutierten Virus-Evolution bedeutet dies weniger Veränderungen bei Geimpften als bei Ungeimpften.



Omikron ist zum einen höchstinfektiös.
Und daneben sind diesmal junge Menschen weit mehr betroffen …

Omikron, die im November in Südafrika detektiert Variante B.1.1.529 des SARS-CoV-2-Virus, soll durch seine Mutationen noch ansteckender als die Delta-Variante sein – und hat diese bereits im November 2021 in Südafrika zunächst unbemerkt verdrängen können. Daher: Ein Infizierter mit der Delta-Variante steckt etwa 6 Menschen an, wenn diese ungeimpft und ungeschützt sind. Delta ist somit in etwa so ansteckend wie es die Windpocken sind. Omikron gilt wiederum aufgrund höherer Visusbelastung der Infizierten und noch höherer Adhärenz des Virus zu menschlichen Zellen als noch wesentlich ansteckender.

 

 

Zu den Grundlagen: Das natürliche Ziel von Viren ist eine möglichst breite und rasche Vermehrung. Mutationen sind Kopierfehler bei der Vermehrung der Erbsubstanz. Daher führen die meisten der bereits mehr als 12.000 bekannten Punktmutationen des SARS-CoV2 Virus zu keinem Vorteil bei seiner Vermehrung. Nur einige Mutationen – wie bei den Varianten Beta, Gamma, Delta und Omikron – machen diese erfolgreicher in ihrer  Verbreitung gegenüber dem Wildtyp. Diese Varianten können wahrscheinlich einen erworbenen Immunschutz der Wirte umgehen und erreichen damit eine raschere Verbreitung in Mensch und Tier. Somit verdrängen die neuen Varianten ihre Vorgänger und breiten sich sehr schnell aus.

Omikron weist Mutationen im Bereich der „Furin Clavage Site” auf, diese führen zu einer schnelleren Aufnahme in menschliche Zellen. Mit Omikron infizierte Menschen haben zudem eine hohe Viruslast, welche sehr hohe Werte im PCR-Test auslösen. Dies deutet darauf hin, dass diese Variante die früh einsetzende menschliche Immunantwort zunächst einmal erfolgreich umgehen kann. Es braucht möglicherweise mehr neutralisierende Antikörper, um dem menschlichen Wirt den nötigen Schutz zu bieten.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO scheint Omikron aber bisher nicht so häufig zu schweren Verläufen zu führen wie die Delta-Variante. Aber: Aufgrund der stärkeren Ausbreitungsfähigkeit von Omikron könnte eine Infektionswelle mit weit mehr Betroffenen trotzdem zu vielen schweren Verläufen führen.

Die Intensivbettenbelegung in Südafrika mit SARS-CoV-2 Patienten war in der zweiten Novemberhälfte des Jahres 2021 niedriger als im Sommer 2021 in der dritten Welle mit der Delta-Variante. Von den hospitalisierten Patienten waren lediglich knapp zehn Prozent sauerstoffpflichtig und nur 0,3 Prozent mussten beatmet werden. Auffällig ist jedoch eine erhöhte Anzahl von Hospitalisierungen von Kindern im Alter von unter 5 Jahren. Omikron scheint besonders junge Kinder häufig zu betreffen, die Inzidenz der unter Fünfjährigen mit Omikron ist in Südafrika die häufigste nach der Gruppe der über sechzigjährigen.

Symptome

Ärzte aus Südafrika berichten von extremer Müdigkeit bei Infektionen mit Omikron. Wiederum seien Verlust von Geruchs-und Geschmacksinn kaum aufgetreten. Auffällig viele betroffene Männer unter 40 Jahren weisen wiederum zumeist milde Verläufe vor. Wiederum wurden Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Hautauschlag in Großbritannien beobachtet. Bei der Delta-Variante treten bei Kindern häufig Schnupfen und Magen-Darm-Symptome auf.

Bei einer in Südafrika detektierten Omikron-Infektion von 7 geimpften Deutschen wurden in den Symptomtagebüchern milde Symptome eingetragen – wie Halsschmerzen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schnupfen oder Übelkeit. Eine Person hatte Nachtschweiß und eine kurzzeitige Geruchs-und Geschmacksstörungen. Experten weisen darauf hin, dass die bisher dokumentierte Häufung milder Verläufe damit zusammenhängen könnte, dass unter den Infizierten eine größere Anzahl Geimpfter oder Genesener sei und diese daher bereits eine gewisse Immunität aufweisen.

 

Die Omikron Virus Variante ist ansteckender

Im Dezember 2021 findet man die zuvor unbemerkte Variante Omikron bereits weltweit vertreten. In Südafrika selbst, also dem wahrscheinlichen Ursprungsland der Variante, hat Omikron im November 2021 in einigen Regionen bereits die Delta-Variante verdrängt. Anfang Dezember 2021 war in über 70 Prozent aller DNA-Analysen in Südafrika die Variante Omikron detektiert worden. Anfang November seien es nur sehr wenige damit Infizierte gewesen, hingegen bereits Ende November bereits täglich Tausende.

Bei einer Weihnachtsfeier unter medizinischem Personal haben sich in Spanien 70 Personen mit Omikron infiziert, ähnliches wird von einer Weihnachtfeier in einem schwedischen Restaurant berichtet. Diese neue Variante hat gegenüber dem Ursprungvirus über 50 Mutationen, 32 davon betreffen den Spike-Bereich. Omikron ist ansteckender als die Delta-Variante und findet sich bereits weit über die ganze Welt verteilt.

Einige Wissenschaftler halten sie für eine Antikörper-Escape-Variante. Somit könnte diese Variante selbst kürzlich Geimpfte oder Genesene in höherem Maß infizieren, denn vorhandene Antikörper bieten bei Escape-Varianten keinen oder nur einen geringeren Schutz. Letztlich gilt: Menschen, die eine Infektion mit der Beta-und Deltavariante bereits durchlaufen haben, können sich mit Omikron erneut infizieren und erkranken.

 

Ursprung & Herkunft

Dazu gibt es verschiedene Hypothesen: Das SARS-CoV-2- Virus hat sich in infizierten Tieren wie etwa Fredchen weiterentwickelt. Nach Monaten ist es dann erneut auf den Menschen übergesprungen. Und noch etwas: Die Ursprünge von Omikron scheinen bis ins Jahr 2020 zurückzugehen. Da viele der Mutationen bisher in der westlichen Welt nicht bekannt waren, könnte Omikron auch aus einem Land beziehungsweise Kontinent stammen, in dem selten Viren routinemäßig sequenziert werden, also die DNA nicht bei einem Teil der PCR-Proben routinemäßig isoliert wird – wie zum Beispiel aus Afrika. Es kann sich aber auch um ein Gebiet handeln, in welchem Wissenschaftler ihre neu detektierten Mutationen und Varianten nicht routinemäßig mit der Weltgemeinschaft teilen.

 

 

Wir halten fest: In Europa lässt sich in Proben von Infizierten von November 2021 die Variante Omikron nachweisen. Damit scheint die Hypothese, dass diese aus einer abgelegenen Region in Zentralafrika stammt, nicht unbedingt schlüssi. Zumal: Die ersten Fälle sind wohl in bereits im Oktober 2021 in Nigeria detektiert worden. Auch in einem einzigen stark immunsupprimierten Menschen könnten über längere Zeit viele Mutationen entstanden sein: So bei Transplantierten, HIV-Patienten mit unzureichender Medikamenteneinstellung oder bei Patienten mit Rheuma oder Krebs unter spezifischen Therapien. Letztlich könnte dies auch in solchen Menschen geschehen, welche ein angeborenes oder erworbenes Krankheitsbild mit einem Immundefizit vorweisen.

Der jetzt erstellte Stammbaum von Omikron reicht viele Monate in das Jahr 2020 zurück. Daten aus der Nextstrain-Datenbank mit weltweit eingepflegten Virussequenzierungen sprechen für einen Zeitpunkt der Entstehung von Omikron noch vor den Varianten Alpha und Delta. In diesen Datenbanken sind zudem die Orte und Zeitpunkte hinterlegt, an denen erstmals bestimmt Mutationen an einem Virus nachgewiesen wurden. Natürlich ist dies alles mit Bedacht derzeit so hinzunehmen, denn es ist unklar oder fraglich, inwieweit Wissenschaftler aus wirklich allen Ländern die relevanten Informationen auch detailliert einpflegen.

 



Omikron? Was Bundesgesundheitsminister
Karl Lauterbach dazu sagt

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Karl Lauterbach kündigte bereits als frisch vereidigter Minister an, ab nun weniger in Talkshows aufzutreten. Aber dafür sorgt er jetzt wie wohl auch in Zukunft durch seine drastischen Ankündigungen für mindestens genauso viel Aufmerksamkeit. Um den Kern seiner Botschaft vorwegzunehmen: Lauterbach geht von einer massiven 5. Welle aus (gemeint ist hier Deutschland).



Omikron – und was man darüber wissen sollte

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Filmbeitrag des süddeutschen Senders SWR von Anfang Dezember 2021. Die Situation wie auch die Symptome werden beleuchtet und umfassend dargestellt.



 

Oberster Mediziner Englands warnt vor Omikron

 

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Chris Whitty, britischer Epidemiologe und Regierungsberater, erwartet in diesem Filmbeitrag von Mitte Dezember 2021 ein Hochschnellen der Corona-Infektionen auf Rekordhöhe. Dies ist letztlich der neuen Omikron-Variante verschuldet. Der oberste Mediziner Englands verweist zudem auf den enormen Anstieg der Krankenhauseinlieferungen in London.



 

Omikron. Virus. James Bond. Und Verschwörungstheorien

Die Möglichkeit, das Omikron aus einem Labor entstammen könnte, wurde bisher noch nicht sonderlich öffentlich diskutiert. Eine solche Diskussion hatten wir aber hinreichend im Jahr 2020 – und zwar als die SARS-COV-2-Pandemie begann. Bereits damals ließen sich mehrere Varianten in verschiedenen Regionen nachweisen. Der Grund ist schnell genannt: SARS-COV-2 mutiert ähnlich kontinuierlich wie die Erreger der Grippe.

Daneben wäre Omikron ein Thema für den nächsten James Bond: Da hätten wir irgendwo auf der Welt einen durchgeknallt schlauen Genetiker in einem Hochleistungslabor, welcher mit künstlich erzeugten Virus-Mutationen die Menschheit in Atem hält. Um das Happy-end des Films vorwegzunehmen: James Bond findet den Schuft.

Na gut, der Autor dieses Artikels ist kein Drehbuchschreiber, aber er würde diesen James Bond natürlich in einem Land ermitteln lassen, welches einen Teil der eigenen Bevölkerung immunisiert hat. Von dort werden dann bestimmte Virusvarianten zur Schwächung der übrigen Welt immer wieder ausgesendet. Wie gesagt: Das Happy-end naht, denn James Bond richtet das alles wieder, wenn er denn nicht kurz vor Schluss aufgrund einer unbekannten Vorbelastung selbst an Corona verstirbt. Weit schlimmer wäre es allerdings, wenn das Drehbuch sich schon jemand vor einiger Zeit ausgedacht hätte und dieses aktuell ganz real mit uns echten Menschen durchspielt.



Schutz  vor Omikron nach Impfung oder Infektion?

In Köln hat sich in der ersten Dezemberwoche (2021) ein 45-Jähriger mit bestehendem zweifachen Impfschutz durch Kontakte zu Reisenden aus Südafrika nachweislich mit der Omikron-Variante infiziert. Er zeigt nur leichte Symptome. Wolfgang Preiser, Virologe an der Stellenbosch Universität bei Kapstadt berichtet von einer Omikron-Durchbruchinfektion bei sieben Deutschen aus einer Reisegruppe  im Alter von 25-39 in Südafrika. Alle hatten zuvor einen mRNA-Boost erhalten. Daher: Es waren hier fünf Personen mit Biontech-Biontech-Biontech, eine Person mit Biontech-Biontech-Moderna sowie eine weitere mit Astra-Biontech-Biontech geimpft. Der Boost lag bei allen mindestens einen Monat, maximal zwei Monate zurück. Aber: Keiner der Geimpften hatte einen schweren Verlauf.

In der um Pretoria liegenden Tshwane-Metropole waren von den etwa 100 stationär aufgenommenen mit Omikron infizierten Kindern alle Eltern nicht geimpft. Erste Daten aus Südamerika sprechen dafür, dass Omikron zumindest bei geimpften und genesenen Personen eher milde Verläufe verursacht. So könnte selbst bei unzureichender Wirkung der gebildeten Antikörper gegen SARS-CoV-2 der bei Geimpften und Genesenen entstandene Schutz durch die Immungedächtniszellen vor schweren Verläufen schützen.

Übrigens bilden Kinder von diesen Zellen weniger aus, sie haben einen höheren Schutzmechanismus durch Antikörper und Interferone. Schwere Verläufe von SARS-CoV-2 Infektionen könnten besonders durch die Aktivität der T-Lymphozyten nach Impfungen oder bei Genesenen verhindert zu werden, somit ist zunächst von einem gewissen Impfschutz nach Boost mit mRNA-Impfstoffen und bei Genesenen auch gegen die Omikron-Variante zu rechnen.

Es muss aber mit einer deutlich verminderten Wirksamkeit der nach Impfung gebildeten neutralisierenden Antikörper ausgegangen werden. Neutralisierende Antikörper setzen an der Spike-Region des Virus an und sind besonders bei jungen Menschen auch noch mit hohen Anteilen viele Monate nach einer Impfung vorhanden. Diesen Antikörper scheint Omikron durch seine veränderten Erkennungsstrukturen in der Spikeregion teilweise zu entgehen. Bei kleinen Kindern bewirkt der direkte Angriff besonders von Interferonen einen sofortigen Schutz vor vielen Erregern, hier scheint Omikron weniger Angriffsfläche zu bieten. Somit scheint der direkte Schutz durch neutralisierende Antikörper und Interferon besonders bei jüngeren Menschen bezüglich Omikron weniger wirksam. Diese Bevölerungsgruppe steckt sich daher schneller an und das Virus hat somit einen Überlebensvorteil.

BionTech hat bereits erklärt, dass seine Impfung Combinaty einen geringeren Impfschutz gegen die Omikron-Variante aufweist und auch bei Moderna wird bezüglich des eigenen Impfstoffes davon ausgegangen. Erste Laborstudien lassen aber durch die Booster-Impfung nach derzeitigem Kenntnisstand einen ausreichenden Schutz vor schweren Verläufen mit der Omikron-Variante entstehen. Biontech, aber auch Moderna überarbeiten bereits ihre mRNA-Impfstoffe, welche sich innerhalb weniger Monate bis Ende März 2022 an die neue Variante anpassen wollen. Bei veränderten Impfstoffen wäre dann mit einer Zulassungsstudie aber noch die Wirksamkeit und Sicherheit zu dokumentieren.

Der neue Gesundheitsminister Prof. Lauterbach geht in seiner Ansprache am 9.12.21 davon aus, dass nach einer dritten Impfung ein verbesserter Schutz auch gegen Omikron bestehe. Noch ist aber im Dezember 2021 für Europa bis zum Endes des Jahres die Delta-Variante das Problem – und in dieser Zeit erreicht die Booster-Impfung einen sehr hohen Schutz mit 95 Prozent gegen schwere Verläufe



Medikamente und Möglichkeiten gegen Omikron

 

1. Antikörper

Künstlich hergestellte Antikörper  binden Strukturen auf dem Corona-Virus oder blockieren Rezeptoren auf menschlichen Zellen. Der Viruseintritt in diese Zellen wird somit verhindert. Bereits mehrere Antikörper-Cocktails sind auf dem Markt, sie wirken, als einmalige Infusion verabreicht, gut bei frühzeitiger Gabe in den ersten 5 bis 10 Tagen nach einer Infektion mit der Delta-Variante. Künstlich hergestellte Monoklonale Antiköper wie die Antikörperkombination Bamlanivimab/Etesevimab von Lilly oder Casirivimab/Imdevimab von Roch/Regeron müssen aber wahrscheinlich neu auf die Omikron-Variante ausgerichtet werden, da sie sich überwiegend Antikörper gegen einige Merkmale des bei Omikron veränderten Spike-Proteins verwenden lassen.

Die deutsche Bundesregierung hat solche Produkte eingelagert und stellt sie unter bestimmten Voraussetzungen Ärzten in Kliniken für die frühzeitige Behandlung von Infizierten zur Verfügung. Bei bereits fortgeschrittener COVID-Infektion haben diese die Viruslast senkenden Substanzen aber keinen nachweisbaren Nutzen mehr. Sie müssen früh eingesetzt werden.

2. Medikamente

Andere Substanzen wie das Parasitenmedikament Ivermectin oder auch das 2020 von Donald Trump für wirksam gehaltene Chloroquin haben keine Wirkung bei einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus. Beide Substanzen können aber gesundheitsschädlich sein. Durch die Einnahme von Chloroquin sind bereits in vorliegenden Studien ernste Nebenwirkungen mit zum Teil tödlichen Verlauf aufgetreten.

 

Paxlovid und Molnupiravir gegen SARS-CoV-2 und Omikron

Medikamente zur Hemmung der Virusvermehrung können in Tablettenform leicht und kostengünstig in großer Menge hergestellt werden. Sie dürften durch etwaige Mutationen der Viren auch in der Regel keinen Wirkverlust erleiden, vermutlich wirken sie auch gegen Omikron. Wenn ein solches Virostatikum gegen SARS-CoV-2 in der frühen Infektionsphase eingesetzt wird, kann es schwere Verläufe verhindern. Es sieht daher so aus, als ob es einen echten „Gamechanger“ im Dezember 2021 bereits gibt. Aber welche Risiken sind damit verbunden?

 

Lagrevio/Molnupiravir von Merck & Co

Lagrevio mit dem Wirkstoff Molnupiravir ist eine Tablette der Firma Merck & Co welche in Großbritannien zur Behandlung leichter und mittelschwere Verläufe einer SARS-CoV-2-Infektion bereits zugelassen ist. Die Hospitalisierungsrate nach Einnahme in der frühen Phase einer Infektion soll durch die entsprechende Wirkung um etwa 50 Prozent reduziert werden.

Molnupiravir stört den Kopiervorgang des viralen Erbguts, indem es gezielt sogenannte Nonsense-Mutationen bei Viren auslöst. Die vielfältigen Viren sind ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr funktionsfähig – und damit nicht mehr infektiös. In Tierversuchen scheint die Substanz fruchtschädigend zu sein – und in Laborversuchen wurden auch Hinweise für eine erbgutverändernde Wirkung gefunden. Ein Krebsrisiko durch die Einnahme ist damit zunächst nicht ausgeschlossen. Beim Menschen wären dazu längere Beobachtungszeiten nach Einnahme notwendig.



Molnupiravir von MSD

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Der Pharmakonzern MSD hat die Zulassung für die erste orale Therapie gegen Covid-19 in den USA beantragt. Auf den ersten Blick sehen die Studienergebnisse zum Präparat Molnupiravir spektakulär aus. Der Filmbeitrag aus Oktober 2021 beleuchtet eingehender, was zu erwarten ist. Es handelt sich ursprünglich bei MSD um das US-amerikanische Tochterunternehmen des deutschen Pharmakonzerns E. Merck (aktuell Merck KGaA) aus Darmstadt. Heute beschäftigt MSD weltweit etw 71.000 Mitarbeiter.



 

Paxlovid von Pfizer

Pfizer hat für seine Neuentwicklung Paxlovid in Tablettenform im November 2021 in den USA die Notfallzulassung beantragt. Paxlovid ist ein Proteaseninhibitor der in der Frühphase einer SARS-CoV-2-Infektione eingesetzt werden muss. Der Wirkstoff hemmt bestimmte virale Enzyme die das SARS-CoV-2-Virus für den Bau neuer Virusbestandteile benötigt. Mit diesem Virostatikum wird die weitere Vermehrung der Viren unterdrückt. Die Reifung und damit Infektiosität der SARS-CoV-2-Viren wird derart unterbunden. Das Wirkprinzip erscheint sicher und ist bereits von anderen erfolgreichen Medikamenten gegen Hepatitis-C und HIV bekannt. Auch dürften sich die Nebenwirkungsprofile dieser Art von Virostatika ähneln.

In den am 5. November 2021 veröffentlichten Daten zum Zwischenergebnis der EPIC-HR Studie ist Paxlovid zu 89 Prozent wirksam, indem es die Hospitalisierung und den Tod bei Patienten mit SARS-CoV-2 Infektionen verhindert. In der US-Studie an 1.200 Erwachsenen wurden älteren Studienteilnehmern oder solchen, die mindestens ein Risiko wie Diabetes hatten, eine Tablettenkur mit Paxlovid und Ritonavir, einem HIV-Medikament, über 5 Tage verabreicht. Ritonavir bewirkt über eine Induktion des Leberenzymsystems Cytocrom-P450 einen längeren Verbleib von Paxlovid im Körper. Die Nebenwirkungen waren moderat, in der Kontrollgruppe mit Placebo traten Nebenwirkungen sogar häufiger auf. In der Verumgruppe mit Medikament wurden 1% der Infizierten hospitalisiert, es gab hierbei keinen Todesfall. In der Placebogruppe wurden 6,7% hospitalisiert, davon verstarben 7 Menschen. Wichtig ist ein früher Beginn der Einnahme drei bis fünf Tage nach Beginn von Symptomen einer SARS-CoV-2-Infektion. Die Kombination von drei Tabletten wird über fünf Tage zweimal täglich eingenommen.

Die USA-Regierung hat die Anschaffung von zunächst zehn Millionen Dosen Paxlovid für 5,3 Milliarden Dollar nach einer Notfallzulassung durch die FDA vorgesehen. Die Substanz soll dann kostenlos infizierten US-Amerikanern zur Verfügung stehen. In Europa rechnet man mit knapp 500 Euro Behandlungskosten je Fall. Börseninsider spekulieren auf einen Umsatz von über 25 Milliarden Dollar für dieses Medikament im Jahr 2022. Die europäische Arzneimittelagentur EMA befasst sich bereits mit den vorliegenden Daten. Manche  Experten sagen: „Das könnte der „Gamechanger” werden.”

 



Markus Zeitlinger über Paxlovid

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Das Medikament Paxlovid steht Ende 2021 als Hoffnungsträger in Sachen Corona im Fokus. Über Wirkung und Hintergründe berichtet hier Markus Zeitlinger, seines Zeichens Leiter der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie in Wien.



Köln, den 12.12.2021

von Dieter Mainka

 

 

 

 

 

 

 

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