Informationen und Impulse für das Corona-Zeitalter
 

Fit halten in Zeiten von Corona

Die Fitnessstudios sind bis auf Weiteres geschlossen, Lauftreffs und Fußballtraining finden nicht statt. Aber gerade Sport hilft in der Corona-Krise.

 

Kniebeuge vor dem Fenster, Wasserflaschen oder -kisten stemmen und Liegestütze zwischen Bett und Kleiderschrank – ist das das Sportprogramm der kommenden Wochen? Ja, warum nicht?

 

Ob Fußball, Tennis, Workout oder Joggen: Wer regelmäßigen Sport gewohnt ist, will sich trotz des Gebotes, zu Hause zu bleiben, weiter bewegen. Die Corona-Krise fordert von Sportlern also Kreativität und Einfallsreichtum.

 

Und auch weniger Sportbegeisterten hilft Bewegung. Gerade jetzt, denn viele Menschen arbeiten derzeit im Home-Office: Dadurch fällt nicht nur der Weg zur Arbeit weg, sondern auch andere gewohnte Bewegungen werden reduziert. „Und der Kühlschrank ist immer voll“, warnt Ingo Froböse, Professor an der Deutschen Sporthochschule in Köln, im WDR. Also müssen alternative Lösungen her, damit alle gut durch die schwierige Zeit kommen.

 

Sport und Corona

Fitness-App aufs Handy oder Tablet laden und los geht’s! Das macht gute Laune und verleiht ein angenehmes Körpergefühl. (Bildquelle Adobe Stock)

Warum hilft Bewegung in der Corona-Krise?

Jede Art von körperlicher Aktivität ist gut für das Immunsystem, das sich gegen den Corona-Virus stemmen muss. Außerdem fühlt man sich mit einem sportlichen Ausgleich einfach besser: Das körperliche und psychische Wohlbefinden steigt. Zum Beispiel Joggen hilft gegen Stress und wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus.

 

Natürlich kann es auch schön sein, auf dem Sofa zu liegen und Netflix zu schauen. Dagegen spricht auch nichts. Auf Dauer reicht das aber nicht und macht gereizt, unzufrieden und schlapp. „Alle Strukturen leben letztlich davon, gereizt, stimuliert und aktiviert zu werden. Das passiert eben nicht auf der Couch im Sitzen“, betont Froböse.

 

Sollte ich auch Sport machen, wenn ich mich krank fühle?

Nein, wenn man Krankheitssymptome hat, sollte man auf Sport verzichten. Der Rat gilt schon immer und besonders während der Corona-Krise, in der niemand ein geschwächtes Immunsystem gebrauchen kann.

 

Darf ich draußen Sport machen?

Bewegung an der frischen Luft ist ideal, um die Abwehrkräfte zu stärken. Sobald man sein Zuhause verlässt, gelten natürlich die üblichen Vorsichtsmaßnahmen, um sich und andere vor seiner Infektion mit dem Corona-Virus zu schützen. Ob Sie draußen joggen, walken, Fahrrad fahren oder einen Spaziergang machen: Halten Sie mindestens zwei Meter Abstand von anderen Menschen. Denn die Ansteckungsgefahr ist draußen zwar geringer als in geschlossenen Räumen. Aber: „Je nach Witterung verteilt sich so ein Virus wie Rauch in der Luft; es sinkt mal schneller, mal langsamer zu Boden“, sagt Perikles Simon, Leiter der Abteilung Sportmedizin an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, im „Tagesspiegel“-Interview.

 

Sport und Corona

Einfach mal raus: Mit ein bisschen Musik im Ohr macht das Joggen in der freien Natur Spaß. (Bildquelle Adobe Stock)

Ist es sinnvoll, als Nicht-Läufer jetzt mit dem Joggen anzufangen?

Es kann tatsächlich sein, dass Menschen in der derzeitigen Situation das Joggen für sich entdecken. Sei es, weil alternative Sportarten derzeit wegfallen, oder weil manchem zu Hause die Decke auf den Kopf fällt und man einfach mal raus muss.

 

Allerdings ist hier Vorsicht geboten: „Wer jetzt die Sportart oder die Belastung abrupt wechselt, geht unnötige Risiken ein“, warnt Simon. Anfänger sollten also langsam anfangen und sich nicht überanstrengen. Wer mit einer neuen Sportart beginnt oder eine längere Sportpause hinter sich hat, sollte die Intensität allmählich steigern, sonst steigt das Verletzungsrisiko.

 

Wie kann ich mich zu Hause fit halten?

Derzeit gibt es eine Fülle von Möglichkeiten, sich auch innerhalb der eigenen vier Wände sportlich zu betätigen. Viele Fitnessstudios bieten ihren Mitgliedern über Websites, Apps oder Youtube Kursprogramme an, die man alleine vor dem Bildschirm mitmachen kann. Es gibt mittlerweile auch viele andere Anbieter. Das reicht von schweißtreibenden Workouts über Yoga bis hin zu Entspannung und Streichung, und das in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Als Alternative zu Fitness-Equipment wie Hanteln, Bänken und Bändern erfüllen beim Wohnzimmersport auch gefüllte Wasserflaschen, Stühle, Lappen und Handtücher ihren Zweck.

 

Allerdings ist hier Disziplin gefragt: Denn zu Hause ist der Platz oft begrenzt, Familienmitglieder, die sonst in Schule, Kita und Büro weilen, stören vielleicht den Ablauf. Und wer Workouts in der Gruppe gewohnt ist, muss sich nun alleine motivieren.

 

Vielleicht haben die Kinder Spaß daran, hier mitzumachen (dann schlafen sie auch gleich besser), oder man verabredet sich virtuell mit Gleichgesinnten zum Sport. Sport machen müsse zum Ritual werden „wie Zähneputzen“, rät Froböse. So hält die Begeisterung möglicherweise länger an.

 

Sport und Corona

Joggen durch Feld und Wald – das geht auch alleine. Man bleibt fit und gesund – und die Laune steigt auch. (Bildquelle Adobe Stock)

Was muss ich bei Fitness-Apps beachten?

Klar ist: Bei Fitness-Apps gibt es – anders als im Studio – keinen ausgebildeten Trainer, der Sie bei falschen Bewegungen korrigieren kann. Deswegen sollte man bei der Auswahl des Anbieters auf Qualität und präzise Erklärungen achten. Schauen Sie nach Kursprogrammen, die zu Ihnen und Ihrem Fitnesslevel passen. Dann bleiben Sie auch länger dabei. Und ganz wichtig: Wärmen Sie sich vor dem Workouts gut auf.

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