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Fritjof Capra erklärt die Krise durch Corona als eine Gaia Lektion 

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Capra sieht in dem Corona-Virus eine Message von Gaja, also dem Erdsystem selbst. Denn alle wichtigen Parameter des menschlichen Zusammenlebens sind unausgeglichen.

Fritjof Capra führt schließlich zur Lösung durch das von Corona versachten Krise soziale und ökologische Maßnahmen auf. Darunter zählen zum Beispiel auch Maßnahmen wie ein Grundeinkommen. Diese Veränderungen können nach seiner Meinung dazu beitragen, die wichtigsten Probleme der Welt zu reduzieren und zeigen damit eine positive Zukunft nach der Krise auf.

 

Wie wir Corona in der Zukunft interpretieren werden

In einem in LA STAMPA veröffentlichten Artikel erläutert Capra, dass wir in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts endlich aus evolutionärer und systemischer Sicht den Ursprung des Coronavirus wie auch dessen Auswirkungen auf die Welt (im Jahr 2020) verstehen werden. Erst dann wird klar sein, dass die Erde uns Menschen etwas hat beibringen wollte. Nach Capra wird uns dann der Planet gelehrt haben, „wie wichtig es ist, unsere Situation unter systemischen Gesichtspunkten zu verstehen“.

Er verweist darauf, dass auch einige zukunftsorientierte Intellektuelle seit Mitte des 19. Jahrhunderts eben dies bereits vorgeschlagen haben. Zudem verweist er darauf, dass man im Jahr 2000 eine Wende bereits hätte durchführen können. Denn bereits da standen genügend effiziente Technologien für erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaftssysteme bereit. Daneben verloren patriarchalische Gesellschaften zu dieser Zeit aufgrund von Urbanisierung und Bildung zunehmend die Kontrolle über die weibliche Bevölkerung. Die Frauen selbst begannen, die volle Kontrolle über ihren Körper zu übernehmen. Dadurch begann die Fruchtbarkeitsrate bereits vor Beginn des 21. Jahrhunderts eindeutig zu sinken.

 

Gaia & Pandemie & Krise:
Fritjof Capra im Gespräch mit Stephan Harding

 

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Die Urmutter der Welt Gaia

In der griechischen Mythologie heißt die Urmutter der Welt Gaia oder Ge.

Das recht komplexe Thema ist hier die Gaia-Hypothese. Nach dieser kann man die Erde und ihre Biosphäre als ein Lebewesen betrachten. Unter Biosphäre wird hierbei die Gesamtheit aller Organismen verstanden. Wiederum besagt die Theorie, dass Lebewesen die Fähigkeit zur Selbstorganisation in sich tragen und allesamt miteinander verbunden sind. Betrachtet man daher die gesamte Erde, hat man es mit einem permanent sich selbst organisierenden Ganzen zu tun. Rein naturwissenschaftlich haben jüngere geowissenschaftliche Erkenntnisse die Diskussion um die Theorie stärker als bisher in den Fokus gerückt.

Der Name Gaia selbst stammt aus der griechischen Mythologie. Dort heißt die Urmutter Gaia oder Ge. Dabei gilt sie dort als die personifizierte Erde und ist letztlich eine der ersten Gottheiten. Der Name selbst ist indogermanischen Ursprungs und wird oftmals als „die Gebärerin“ übersetzt.

 

 

Der Hund als Beispiel für Gaja

Ein Hund ist nicht nur ein bellendes Familientier, sondern ein System, welches Milliarden Bewohner beherbergt. Daher sind da nicht nur Läuse, Flöhe oder Zecken, sondern eben auch Bakterien und Viren an und in ihm. In der Regel bekommt er wie auch „sein Mensch“ davon gar nicht viel mit. Erst wenn sich eine der genannten Arten derart vermehrt, dass der ausbalancierte Nährstoffverbrauch gestört wird, wird endlich das Gesamtsystem reagieren. Kurz: Die Plage und deren Verursacher müssen entfernt oder wieder auf das vorherige Maß reduziert werden. Oftmals geschieht dies durch das Immunsystem, welches Zellen tötet, indem diese biochemisch ausgehungert oder deren Fortpflanzung blockiert werden. In aller Regel ist ein feststellbares Zeichen dieser Vorgänge eine gestiegene Körpertemperatur (Fieber).

Telefoninterview mit Capra über Evolution und Erkenntnis

Die Prozesse beziehungsweise Möglichkeiten der Erkenntnis des jeweiligen Individuums werden in der Evolutionsentwicklung mit jedem Schritt komplexer. Selbsterkenntnis ist nach Meinung von Capra eine besondere Auszeichnung einer höheren Spezies. Er weist zudem darauf hin, dass wir seit Darwin wissen, dass alle Organismen verbunden sind. Daneben geht er umfangreich auf die menschliche Intuition ein, diese hält er für ein nicht lineares Wissen. Hierzu führt er ein einfaches Beispiel an: Eine Person trifft eine weitere Person in einem Café und fragt diese spontan, warum sie so traurig ist. Hierzu erläutert Capra, dass hunderte und tausende Punkte der Person auf ihre Niedergeschlagenheit zwar hindeuten (wie etwa die Bewegungen und die Stimme) – aber die Intuition eines Menschen erkennt dies alles sofort.

 

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Fritjof Capra – über sein Leben

Besonders geht er in diesem Interviewfilm auf seine studentische Lektüre von Heisenberg ein. Ein herausstechender Satz des deutschen Physiker hat ihn dabei besonders beschäftig, welchen er frei heraus zitiert: „Die cartesianische Trennung von Geist und Materie ist tief in unser Unterbewusstsein eingedrungen und es wird viel Zeit kosten, dies zu überwinden. Jetzt, wo er, Capra, auf die letzten 40 Jahre zurückschaut, kann er sagen, dass dies praktisch sein eigenes Forschungsprogramm für sein gesamtes Leben war. Dabei hat er dann im Laufe der Zeit mehr und mehr die Botschaft von Heisenberg verstanden, wonach die Materie nicht mechanistisch ist, sondern ein komplexes Netzwerk von Beziehungen. Daneben haben ihn später dann indische Religionstexte beschäftigt, worin er eine verblüffende Ähnlichkeit zu den Begrifflichkeiten wie aber auch den Interpretationen der modernen Physik erkannte. Ein letzter ihn prägender Punkt war die persönliche Begegnung mit Jiddu Krishnamurti.

 

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Fritjof Capra

Fritjof Capra (* 1. Februar 1939) ist ein österreichisch-amerikanischer Physiker, Systemtheoretiker und Philosoph. Sein ganzheitlich ökonomischer Ansatz verbindet östliches mit westlichem Denken. In den 70er- und 80er-Jahren galt er als einer der Hauptvertreter der New-Age-Bewegung. Er ist zudem Gründungsdirektor des Center for Ecoliteracy und unterrichtet am Schumacher College, einem internationalen Zentrum für ökologische Studien.

Links:
https://www.lastampa.it/tuttogreen/2020/05/12/news/il-virus-visto-dal-2050-ce-lo-racconta-il-grande-fritjof-capra-1.38832668

 

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