Informationen und Impulse für das Corona-Zeitalter
 

Der Dalai Lama hat in Sachen Corona & Buddhismus eine Vision für die Zukunft

Der Dalai Lama betont als berühmtester Vertreter des Buddhismus aus Tibet, dass sich die kommenden Probleme im Zusammenhang mit Corona nur durch koordinierte, globale Aktionen bewältigen lassen.

Um es gleich zu sagen, dem berühmten Dalai Lama geht es in seinen Aussagen zum Thema Corona nicht sonderlich um Buddhismus oder Tibet. Vielmehr erläutert er diesbezüglich seine Vision für eine bessere Zukunft. Daneben sieht er in Zeiten von Corona die Menschheit in der Pflicht, sich daran zu erinnern, dass niemand frei von Leid ist. Man sollte daher die Hand jenen reichen, denen es an Häusern, Ressourcen oder Familie fehlt. Denn diese Krise zeigt allen Menschen, dass sie nicht voneinander getrennt sind. Dies gilt selbst im Fall einer örtlichen Trennung.

Der Ausbruch von Corona zeigt wiederum, dass das, was dem einen widerfährt, sich bald schon auf jeden anderen auswirken kann. Insofern hat eine mitfühlende oder konstruktive Handlung, ob nun helfend oder lediglich als Beobachter, das Potenzial, besonders vielen zu helfen.

 

Der Dalai Lama über Corona: Ein besonders wichtiger Vertreter des tibetischen Buddhismus glaubt, dass die Welt u. Tibet vor Herausforderungen steht.

Der Dalai Lama glaubt, dass die Welt vor großeren Herausforderungen steht.

 

The Dalai Lama with Greta Thunberg and Leading Scientists –
Event Januar 2021

 

Von der Zerstörung der Wälder bis zum Auftauen des Permafrosts: Die globale Erwärmung beschleunigt sich. Was kann getan werden, um diese Bedrohung zu verlangsamen, bevor es zu spät ist? Das Projekt Mind & Life Institute startete zu diesem Themenkomplex 9. Januar 2021 eine  Livestream-Veranstaltung. EST (10. Januar 2021, 9:00 Uhr IST) mit dem Dalai Lama, der Klimaaktivistin Greta Thunberg und führenden Wissenschaftlern. Die Diskussion wurde von Diana Chapman Walsh moderiert und basiert auf einer neuen Reihe von Lehrfilmen mit dem Titel „Climate Emergency: Feedback Loops“, denen Richard Gere seine Stimme verleiht.

 

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Dalai Lama

Der Dalai Lama zitiert in seiner Ansprache den indischen Philosophen und buddhistischen Mönch Shantideva, mit den Worten: „Dein Feind ist dein bester Lehrer“. Dies ist zugleich eine Art Begrüßung zu der Online-Veranstaltung.

Shantideva selbst lehrte an der berühmten Universität Nalanda im 8. Jahrhundert. Nach den Worten des Dalai Lama stand bei diesem der Altruismus im Mittelpunkt der Betrachtungen, was wiederum bezüglich der Praxis viel Geduld benötigt. Dies kann auch als ein Hinweis des Buddhisten gesehen werden, was er für eine wichtige Voraussetzung hält, um die anstehenden Probleme zu lösen.

Daneben erläutert der Dalai Lama, dass viele Menschen ihn für ein gutes Wesen halten. Das wiederum kann auch damit zu tun haben, dass er sein Leben der gesamten Menschheit, den sieben Milliarden Menschen auf diesem Planeten, gewidmet hat. Bezüglich der Pandemie erklärt er, dass es natürlich darum geht, dass die Krankheit gehen soll. Dabei hält er den Einsatz von Technik für sehr nützlich.

Greta Thunberg

Greta Thunberg unterstreicht ihre Forderung, dass die Menschen die globalen Ereignisse verstehen müssen. Das ist in Kurzform ihr „Call to action“, was sie mehrfach wiederholt. Sie verweist zudem darauf, dass wir eine soziale Bewegung erschaffen müssen. Es geht darum, eine kritische Masse aufzubauen, die man nicht mehr ignorieren kann. Letztlich ist es dabei wichtig, sich auf Lösungen zu konzentrieren. Die Zerstörung der Natur zu verhindern, ist bei all dem die wichtigste Aufgabe.

 

Das Corona Virus wird den Menschen grundlegend verändern

In einem Interview mit ABC News (Ende Mai 2020) erwähnte der Dalai Lama, dass er die letzten Monate unter anderem mit sonnenbaden verbracht habe, um sich selbst besser zu schützen. Während seiner Isolation habe er ein oder zwei Stunden täglich ferngesehen und zudem vier bis fünf Stunden online meditiert. Tiervideos sind dabei für ihn eine Quelle der Entspannung. Während er einen Tiger oder Leopard als etwas unangenehm empfindet, genießt er hingegen den Anblick von friedlichen Hirschen oder ähnlichen Tieren sehr.

 

 

Denjenigen, die unter Angst während der Pandemie leiden, empfiehlt er am frühen Morgen zu meditieren. Durchaus sollte man sich dabei langsam voran arbeiten. Selbst der Beginn mit einer 1-Sekunden-Meditation lässt sich mit der Zeit auf fünf Minuten steigern und darauf nochmals weiter. Er ermutigte seine Zuhörer auch, mehr Mitgefühl miteinander zu üben und nicht die eigenen egoistischen Interessen zu intensivieren. Vielmehr gelte es, „sich um andere zu kümmern und auf sich selbst aufzupassen“. Prinzipiell glaubt der Dalai Lama, dass das Virus die menschliche Natur fundamental verändern wird.

 

Der König von Tibet, der Dalai Lama über Corona: Ein besonders wichtiger Vertreter des tibetischen Buddhismus glaubt, dass die Welt u. Tibet vor Herausforderungen steht.

Dalai Lama & Trump & Tibet
und die Supermacht USA

Der Dalai Lama sagte in dem Interview mit ABC News auch, dass Trumps Ausdruck von „America First“ bei ihm zu Unwohlsein geführt habe. Vielmehr sollte die USA als die führende Nation der freien Welt, zu anderen freundlich sein. Dies ganz unabhängig von Position oder sozioökonomischem Status. In diesem globalen Zusammenhang verwies er darauf, dass Menschen soziale Tiere sind und damit jeder einzelne auch vom Nachbarn abhängt. „Jetzt ist es an der Zeit, ein „Gefühl der Einheit zu entwickeln und einander näher zu kommen“.

Über Buddhismus und Tibet hinaus. Die Vision vom Dalai Lama:
Call to unite

Der Dalai Lama hat als einer der berühmtesten Vertreter des tibetischen Buddhismus eine Botschaft an die ganze Welt. Und sein Freund Erzbischof Desmond Tutu liest diese vor. In der Rede selbst wird die Corona-Pandemie als eine Art Warnung interpretiert. Daher ist eine koordinierte, globale Reaktion vonnöten. Nur so können die Menschen das riesige Ausmaß der Herausforderungen wirklich meistern. „In Zeiten wie diesen müssen wir uns auf das konzentrieren, was uns als Mitglieder einer menschlichen Familie verbindet.“

 

 

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Mit Musik …

Am 6. Juli 2020 und damit am 85. Geburtstag von Tenzin Gyatso, so lautet der Mönchsname des Dalai Lama, erschien dessen erstes Album. Es heißt, ganze fünf Jahre wurde daran gearbeitet, nun liegen elf Stücke vor, welche Musik, Lehren sowie Mantras miteinander vereinen. Der Dalai Lama sagt dazu, dass dieses Werk beziehungsweise dessen Musik verschiedene innere menschliche Zonen und Bereiche besser erreichen könne, als er das selbst kann.

 

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Rolling Stone & Dalai Lama

In einem Interview mit der Musikzeitung Rolling Stone (09.2020) bezüglich seines musikalischen Albums betonte der Dalai Lama, dass die USA die führende Supermacht der freien Welt ist. Dies antwortete er auf die Frage, ob Trumps „America first“ der richtige Ansatz sei. Zudem emphahl der Buddhist aus Tibet durchaus originell, dass die Staatsoberhäupter der großen Nationen wie Indien, China, Russland oder USA mehr so handeln sollten, als würden sie die gesamte Welt führen. Es bleibt noch hinzuzufügen, dass dieses Interview eigentlich das neue (und wohl auch erste) musikalische Album des tibetischen Oberhaupts zum Thema hatte.

 

 

Corona? Ein ernsthaftes Problem, aber nicht alles

Die Covid-19-Pandemie ist laut dem Dalai Lama eine ernsthafte Bedrohung. Jedoch sieht der berühmte Vertreter des tibetischen Buddhismus nochmals ernstere Probleme wie etwa Klimawandel und globale Erwärmung. Dies betonte er während er mit 20 Mitgliedern des United States Institute of Peace (USIP) per Video Anfang August 2020 konferierte.

Er wies darauf hin, dass Wissenschaftler vorausgesagt haben, dass Flüsse und Seen in den kommenden Jahrzehnten austrocknen könnten, wenn wir jetzt nicht weltweit handeln. Daneben sieht er ein weiteres Problem in der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich. Auch hier weist er auf die Notwendigkeit hin, in schwierigen Zeiten mehr zusammen zu arbeiten. Seines Erachtens kann man externe Probleme nicht nach Belieben beseitigen. Aber „bezüglich unserer innerer Welt können wir Toleranz, Vergebung und Zufriedenheit entwickeln“, fügte er noch abschließend hinzu.

Doch trotz der enormen Herausforderungen, vor denen wir stehen, haben Lebewesen, einschließlich der Menschen, eine bemerkenswerte Fähigkeit zum Überleben gezeigt.

Dalai Lama

Der Dalai Lama Corona: Ein besonders wichtiger Vertreter des tibetischen Buddhismus glaubt, dass die Welt u. Tibet vor Herausforderungen

Der Dalai Lama ist letztlich das politische Oberhaupt (König) von Tibet. Im tibetischen Buddhismus selbst ist er hingegen ein ranghoher Lama.



Das Essay

In einem Essay, welches in der Frankfurter Allgemeinen im Juli 2020 veröffentlicht wurde, weist der Dalai Lama darauf hin, dass in den „Fortschritten durch die Zivilisation im vorigen Jahrhundert, die Hauptursache für alle unsere Probleme in der Überbetonung materiellen Wohlstands liegt.“ Er betont, dass man letztlich diesem so sehr hinterhergelaufen ist, dass menschliche Werte vernachlässigt wurden. Diese sind Liebe, Güte, Kooperation und Fürsorge.

Letztlich sind wir aber seiner Meinung nach soziale Wesen, denen jedoch der Sinn für die Verantwortung für Mitmenschen fehlt. Wiederum liegt darin die Antwort: Denn, „wenn wir uns bewusst werden, dass wir nicht allein sind, sondern mit allen anderen gemeinsam leiden, dann werden unsere Entschlossenheit und unsere Fähigkeit zur Problemlösung steigen.“ Psychologisch ist es dann sogar so, dass eine solch realistischere Einstellung sogar dazu führt, dass wir neue Hindernisse als Chance sehen, um den eigenen Verstand zu erweitern.

Die drei Verpflichtungen des Dalai Lamas

Im besagten Essay für die Frankfurter Allgemeine weist er zudem darauf hin, dass man eine andere Denkweise benötigt. Diese drückt sich in drei „Botschaften“ aus, welche erstens in der Verpflichtung bestehen, anderen Menschen zu helfen. Zweitens sollte die Harmonie zwischen den Weltreligionen gefördert werden. Und der dritte Punkt ist seine Verpflichtung, „die tibetische Sprache und Kultur als das Erbe der Nalanda-Universität in Indien zu bewahren“.

Weitere Punkte

Nach Meinung des tibetischen Oberhaupts haben Menschen die Intelligenz, ihre Fehler zu analysieren und zu verstehen. Derart können Kriege vermieden und langfristig die Umweltprobleme gelöst werden. In diesem Zusammenhang beschreibt er sich selbst als einen Bewunderer der Europäischen Union, die seit mehr als 70 Jahren ein Garant für Frieden und Wohlstand ist. Derartige Bündnisse wünscht er sich ebenso für andere Kontinente.


Anstatt Buddhismus lieber eine „säkulare Ethik“

Der Dalai Lama glaubt daran, dass die Antworten auf die aktuellen Probleme unserer Welt eigentlich außerhalb der Religionen liegen. Er stellt ein Konzept vor, welches er „säkulare Ethik“ nennt. Demnach sollen Menschen sich selbst aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse, gemeinsamer Erfahrungen und Überzeugungen erziehen und bilden. Letztlich sollen derart die Werte der Menschlichkeit weltweit gefördert werden.

Daneben müssen Mitgefühl, Respekt für andere, Güte, Übernahme von Verantwortung gefördert werden. Nach seiner Meinung lernen Kinder in der Schule viel zu sehr sich auf materielle Ziele zu fokussieren. Hingegen verkümmern die inneren Werte zu schnell. Schlussendlich weist er darauf hin, dass wir spüren müssen, „dass wir eins sind mit unseren sieben Milliarden Brüdern und Schwestern“.

 

Im Gespräch mit Eugenio Derbez

 

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Eugenio Derbez, ein bekannter mexikanischer Entertainer und Schauspieler, spricht in einem Videochat (September 2020) mit dem Dalai Lama. Auf die Frage, was dieser den Ärzten, den Armen oder jenen von Corona Betroffenen als Meditation empfehlen kann, entgegnet der Dalai Lama, dass er zwar wegen der Pandemie jeden Morgen auf dieses Thema eine Viertelstunde meditiert, aber nun einmal jede Meditation ihre Grenzen hat. Wichtiger erscheint ihm in diesem Zusammenhang die Handlung selbst. Daher geht es darum, ganz praktisch die Welt positiv zu verändern.

 

Wundersame Krankenheilung von Corona durch den Dalai Lama?

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk gibt der Dalai Lama zu bedenken, dass viele Leute tatsächlich denken, er hätte als herausragende Person des tibetischen Buddhismus besondere Wunderkräfte. Aber das sei nun einmal völliger Blödsinn. Daneben gäbe es auch solche, die ihm besondere Heilkräfte zuschreiben. Und auch hier sagt er „definitiv nein!“.

Er verweist zudem darauf, dass er sich die Gallenblase hat entfernen lassen, weil er 20 Jahre damit Probleme hatte. „Damit, habe ich wohl klar gezeigt, dass ich keine Heilkräfte habe. Wenn ich wirklich solche hätte, dann würde ich diese an erster Stelle für mich selbst einsetzen, sagt das tibetische Oberhaupt. Damit wäre auch geklärt, dass der Dalai Lama kein Corona-Heiler ist.

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Die USA stehen hinter dem Dalai Lama

Der Spiegel berichtete Ende 2020, dass China künftig mit US-amerikanischen Sanktionen zu rechnen hat, wenn es sich in die Kür eines neuen Dalai Lama einmischt. Ein solches Gesetz hatte zuvor Präsident Donald Trump unterzeichnet. China hatte erwartungsgemäß dieses Vorgehen kritisiert und von schwersten Einmischungen in die „eigenen“ Angelegenheiten gesprochen. Wiederum ist die Nachfolge des 85-jährigen Dalai Lama nicht entschieden. Immer wieder hat der Dalai-Lama es für möglich erklärt, dass auch eine Frau seine Nachfolgerin werden könnte oder es einen Dalai Lama im tibetischen Buddhismus gar nicht mehr geben könnte. Letztlich ist der Dalai Lama das politische Oberhaupt Tibets. Dies wird im Westen oftmals nicht verstanden, aber es ist letztlich der Grund, warum China so starkes Interesse hat, den Einfluss des Dalai Lama auf die Welt, den tibetischen Buddhismus und das Land Tibet selbst so stark wie möglich einzuschränken.

 

Der Dalai Lama lässt sich impfen

 

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Der Dalai Lama hat sich Anfang März 2021 im indischen Dharamsala gegen Corona impfen lassen. Zugleich rief das Oberhaupt der Tibeter die Menschen weltweit  auf, es ihm gleich zu tun.


Film über den Dalai Lama

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Er ist eine der berühmtesten Menschen auf dieser Welt und bereits diese Tatsache macht einen Film über den Dalai Lama interessant. Daneben kommen aber auch andere Berühmtheiten zu Wort wie George H. W. Bush, welcher erklärt, was er an dem tibetischen Oberhaupt faszinierend findet und warum er ihn als Präsident der USA seinerzeit empfangen hat.


Dalai Lama

Tenzin Gyatso stellt als 14. Dalai Lama die höchste weltliche Autorität des tibetischen Buddhismus (König). 1940 inthronisiert, flüchtete er 1959 aus Tibet. 1989 wurde er mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Er setzt sich zudem für einen gewaltlosen Kampf um die Unabhängigkeit bzw. Autonomie Tibets von China ein.


Links:
https://www.rollingstone.com/culture/culture-news/dalai-lama-tibet-album-1057646/

https://abcnews.go.com/International/dalai-lamas-simple-advice-navigating-covid-19-isolation/story?id=70867910

https://www.deutschlandfunk.de/dalai-lama-die-macht-des-laechelns.886.de.html?dram:article_id=479638

https://www.spiegel.de/politik/ausland/dalai-lama-mischt-sich-china-in-die-nachfolge-ein-drohen-sanktionen-der-usa-a-e4aa9c65-f401-41e4-95b2-acfcd3cfd0c6


Bücher vom Dalai Lama

 

 

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